WoW: Spieler täuscht Unfall vor, um nicht raiden zu müssen

Richard Benzler
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Dass Leute sich abenteuerliche Ausreden einfallen lassen, um ihrer Absenz während der Arbeit zu rechtfertigen, ist nichts Neues. Nun macht die Geschichte eines World-of-Warcraft-Spielers die Runde, der mittels eines vorgetäuschten Unfalls die Teilnahme am Raid seiner Gilde entschuldigen wollte.

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Weh oh Weh – warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht, dachte sich wohl ein Spieler des alteingesessenen Blizzard-MMORPGs. Da der Tank keine Lust auf den anstehenden Raid seiner Gilde hatte, konstruierte er ein aufwändiges Lügengerüst, um seine Abwesenheit zu rechtfertigen. Auf diversen Social-Media-Plattformen tischte er seinen Mitstreitern eine Geschichte auf, wonach er sich infolge eines Autounfalls den Arm gebrochen hätte und daher den Raid-Termin nicht wahrnehmen könnte. Um seine Story zu untermauern, postete er das Röntgenbild des vermeintlich gebrochenen Arms …

…sowie die Aufnahme des Totalschadens an „seinem“ Auto.

WoW - Fake2
Die anfangs misstrauischen Gilden-Kollegen zeigten – konfrontiert mit den angeblichen Beweisbildern – Verständnis und wünschten ihm gute Besserung. Doch zahlreiche Logiklücken in der Erzählung ließen das Kartenhaus letztlich zusammenbrechen: Zum Beispiel die Aussage des Tanks, er könne bereits nächste Woche wieder spielen … …obwohl er in einem vorangegangenen Satz behauptet hatte, dass sein Arm 8-12 Wochen genesen müsste. Auch das Unfallfoto stellte sich als indirekter Fake heraus, da der untere Zeitstempel das Bild auf einen tödlichen Unfall im Jahr 1997 zurückdatierte; eine Google-Bildersuche bestätigte schließlich den Anfangsverdacht einiger Gilden-Mitglieder. Gleiches galt für die Aufnahme des gebrochenen Arms, die spiegelverkehrt aus einem Forum übernommen wurde. Ein Junge hatte sie dort nach einem Skateboard-Unfall gepostet.
Doch selbst nachdem der Tank überführt worden war, wollte er seinen Betrug nicht eingestehen und reichte einen weiteren „Beweis“ samt wüsten Beschimpfungen nach. Allerdings wies auch dieses Bild eine schwere Ungereimtheit auf, da der abgelichtete Arm lediglich mit Mullbinden umwickelt war, wohingegen gebrochene Arme in der Regel vergipst werden. Um es kurz zu machen: Nachdem kein Zweifel mehr an der Tatsache bestand, dass besagter Tank das Vertrauen seiner Gilde aufs übelste missbraucht hatte, wurde er aus Selbiger gebannt. Für gewöhnlich enthalten wir uns eines Werturteils, aber hier kommen wir nicht umhin anzumerken, wie pietätlos die ganze Geschichte ist. Als hätte eine simple Entschuldigung mit der wahren Begründung irgendjemanden ernsthaft gestört oder verärgert.

Asheron's Call: MMORPG wird nach 17 Jahren stillgelegt

Um diesen Artikel auf einer positiven und erbaulichen Note zu beenden, sei an dieser Stelle ein Beitrag verlinkt, der die rührende Geschichte eines Rentners resümiert, der nach 17 Jahren sein geliebtes MMORPG aufgeben musste, da dessen Server endgültig heruntergefahren wurden. Nachdem Entwickler Blizzard auf den ur-sympathischen Rentner aufmerksam wurde, beschenkte er ihn mit einem Zugang zu World of Warcraft, sodass er fortan Azeroth sein neues virtuelles Zuhause nennen kann!

Weitere Themen: World of Warcraft - Legion, Blizzard

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