Danke, World of Warcraft: Warum ich nie wieder Spaß an MMOs haben werde

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Ich habe viele, viele Stunden, Tage und Monate in Azeroth verbracht. Und dabei hatte ich fast immer Spaß: Als Rollenspieler habe ich komplett darauf verzichtet, an Raids teilzunehmen oder Items zu grinden. Stattdessen habe ich, nachdem ich nach 40 Tagen echter Spielzeit Level 60 erreicht habe, meine Zeit damit verbracht, Freundschaften zu schließen – auch über die Grenzen von “World of Warcraft” hinaus.

Danke, World of Warcraft: Warum ich nie wieder Spaß an MMOs haben werde

Tatsächlich halte ich die Abgrenzung von „echter” und „virtueller“ für oftmals falsch: Die Charaktere, die ich über World of Warcraft kennen gelernt habe, mögen nur in dem Spiel existieren – die dahinterstehenden Menschen, mit denen ich anschließend in Foren, ICQ (remember that?), Skype und Teamspeak gesprochen habe, sind jedoch real. Und so definierte ich “World of Warcraft” nie über seine Features, Dungeons und Gegner, sondern immer über die Menschen, mit denen ich über das Spiel als Katalyst Zeit verbracht habe.

Durch diese Menschen wurde “WoW” für mich sehr viel mehr als nur ein MMO. Es war nicht der Drang nach besserer Ausrüstung und neuen Raids, die mich motivierten, es war ausschließlich das Treffen dieser Menschen.

Kein anderes MMO kann das jemals replizieren. Zunächst einmal sind Online-Rollenspiele mit funktionierenden Rollenspiel-Servern rar gesät. Doch vor allen Dingen ist es extrem aufwändig sich einen neuen Charakter zu erstellen, sich eine Hintergrundgeschichte für ihn auszudenken und ihn anschließend in die bestehende Spielwelt zu integrieren. Ganz davon abgesehen, dass dafür eine umfassende Kenntnis des Spieluniversums notwendig ist.

Doch vor allen Dingen würde es sich „falsch“ anfühlen. Ristas ist mein Rollenspiel-Avatar, in ihn und seine Geschichte habe ich dutzende, hunderte Stunden hineingesteckt. Ihn nun einfach zurückzulassen, einen neuen Charakter in einer neuen Welt zu erstellen und das ganze von neu zu beginnen, wäre lediglich ein Versuch, die alten Zeiten zu imitieren. Doch solange ich nicht genau diese tollen Menschen mit ihren interessanten Charakteren, in einem so wunderbar ausgestalteten Universum wie dem von „Warcraft“ treffe, solange ich nicht die beruhigende Musik Stranglethorns oder das hämmernde Dröhnen Orgrimmars im Hintergrund vernehme, solange lässt sich das nicht noch einmal vollbringen.

Und deswegen wird mich wohl kein MMO jemals wieder so packen können, wie es „World of Warcraft“ einst tat. Sicher, „Guild Wars 2“ bedeutete einige Stunden Zeitvertreib und auch die „Final Fantasy XIV: A Realm Reborn“-Beta unterhält mich gerade überraschend gut – doch beides lässt sich nicht mit der Spielerfahrung von „World of Warcraft“ vergleichen. Nicht, weil „WoW“ das bessere Spiel ist, sondern weil es für mich immer das einzige Videospiel bleiben wird, dass mich über Monate und Jahre völlig unabhängig von seinen Spielmechaniken unterhalten konnte.

Ich glaube, es wird mal wieder Zeit, Ristas und dem Anduri-Stamm einen Besuch abzustatten.

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World Of Warcraft

  • von David Hain

    Das neue Addon ist da und damit der gemeine Pandabär in der Welt der Kriegskunst beheimatet. Gemeckert wurde darüber bereits viel, gelobt eher weniger, weshalb wir nach zwei großen Videopreviews und mehrmonatiger Beta-Phase an dieser Stelle noch einmal alle...

Weitere Themen: World of Warcraft Demo, World of Warcraft – Trial downloaden, Activision Blizzard

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