NostalGIGA - Folge 5: Saturday Night Slammasters

David Hain
29

1993 gab es für große Jungs so viel Schönes zu entdecken. Die “Transformers” liefen im Fernsehen, die “Thundercats” ebenfalls und für die Erwachsenen hatte Tele 5 die ersten Deutschland-Übertragungen der Wrestling-Großveranstaltungen im Gepäck. “WWF”, Hulk Hogan”, “Wrestlemania” – Begriffe, die damals jedes Kinderzimmer erfüllten. Wie auch meins. Was läge da näher, als mal so ein richtig zünftiges Wrestlingspiel zu zocken. Womit wir bei “Slammasters wären – dem besten Wrestlinggame aller Zeiten (und seit Highlander).

NostalGIGA - Folge 5: Saturday Night Slammasters

Wie ging es los?
Die Eltern fahren gen Urlaub, die Wohnung gehört für ein paar Tage mir. Was macht man also? Logisch, man lädt sämtliche Freunde ein, holt Chips und billige Cola vom Supermarkt um die Ecke und veranstaltet ein Zockerwochenende. Irgendjemand zog damals ein SNES-Modul aus der Tasche. “Hab’ ich in der Videothek ausgeliehen, weil das Cover so bunt war”, meinte er. Was uns darin erwartete, war aber so viel mehr als bunte Farben und schicke Charakterdesigns. “Saturday Night Slammasters” kam ausgerechnet vom Prügel-Experten Capcom für das SNES, die weder eine WWF-Lizenz hatten, noch Erfahrung mit dieser Art Genre. Und trotzdem: Es rockte!

Was ich geliebt habe
Natürlich den Tag-Team-Modus. Wo sonst konnte man sich damals gleichzeitig zu viert auf die Fresse hauen. Gekämpft wurde dank Multitap in Zweierteams, wobei ich meist auf der Gewinnerseite stand – was allerdings nur daran lag, dass man im Mehrspielermodus die beiden Singleplayer-Bosse “Scorpion” und “Jumbo” wählen durfte, die a) völlig overpowered waren und b) natürlich stets von mir gepickt wurden.

Und irgendwie war das Gesamtpaket einfach verführerisch skurril. Die Musik war ein Ohrwurm, die Farben schön bunt und protzig, die Kämpfer herrlich abgefahren – ich mein, hey, einer hatte sogar einen Affen auf der Schulter. Einen AFFEN!!


Was ich gehasst habe
Zu meckern gab es nicht viel, was sich aber eher darauf begründete, dass “Slammasters” abgesehen von den Kämpferfreuden im Mehrspielermodus nicht viel zu bieten hatte. Es gab zwar eine Quasi-Karriere im Ladder-Prinzip, aber besonders lange motivierte die nicht. Wenn man “Slammasters” also eines vorwerfen kann, dann den Mangel an Langzeitspaß. Aber eigentlich war das ja bei sämtlichen Fighting-Games der 90er so.

FunFact
Kurz nach der Veröffentlichung von “Saturday Night Slammasters” schob Capcom eine überarbeitete Fassung nach, die nur noch den Multiplayer-Modus enthielt und die Singleplayer-…*hust* “Kampagne” eliminierte. Der Name, “Muscle Bomber Duo – Heat Up Warriors”, klang im Gegensatz zum martialischen “Slammasters” allerdings eher wie eine Nackedei-Show für rollige Mädels.

Das Erbe
Leider wurde “Slammasters” nie zum Serienerfolg. Es gab zwar einen Nachfolger, aber den kennen nur die Wenigsten. “Ring of Destruction” war ein reiner Arcade-Titel, den man heute nur noch per MAME-Emulator zum Laufen bringt. Die Wrestling-Elemente wurden allerdings nahezu komplett eliminiert. Es gab zwar noch einen Ring (of destraktschn…), darüber hinaus spielte sich das aber eher wie ein 2D-Prügler Marke “Street Fighter” – Feuerbälle und blitzende Spezialattacken inklusive.


Wie im TV, hat der Sport auch im Gamessektor viel von seiner Zugkraft verloren. Wo Anfang der 90er noch jeder große Publisher einen Titel veröffentlichte, findet Wrestling nur noch in den THQ-Marken statt. Mit “WWE’12″ ist derzeit nur ein einziger Titel angekündigt.

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