iPad Pro: Apple retuschiert die Kamera-Ausbuchtung auf offiziellen Produktfotos

Stefan Bubeck
28

Es ist nur eine Randnotiz, kein „Camera-Bump-Gate“ – trotzdem sollte man als Kaufinteressent eines neuen iPad Pro wissen: Bei Apples offiziellen Produktfotos auf der Webseite wurde offenbar ein wenig nachgeholfen, um die unschöne Kamera-Ausbuchtung etwas gefälliger erscheinen zu lassen. Wir zeigen euch Marketing und Realität im Vergleich.

iPad Pro: Apple retuschiert die Kamera-Ausbuchtung auf offiziellen Produktfotos

Das neue 10,5“ iPad Pro und auch sein großer Bruder, das 12.9“ iPad Pro sind mit der ausgezeichneten 12-Megapixel-Kamera des iPhone 7 ausgestattet. Das bringt Vorteile wie eine ƒ/1.8 Blende und 4K Videoaufnahmen, aber leider den Nachteil eines aus dem Gehäuse abstehenden Bauteils. „Hervorragende“ Technik hat nun mal seinen Preis.

iPad-Pro-Kamera-Ausbuchtung: Marketing vs. Realität

Das neue 10,5“ iPad Pro ist wunderschön, ein Leistungswunder in einem kompakten Gehäuse. Wir haben Apples neuestem Wurf eine Bilderstrecke gewidmet, die beweist: In Sachen Design und Qualität ist Apple weiterhin führend. Einzig der „Kamera-Hubbel“ wirkt nicht perfekt, da hat uns der fließende Übergang beim iPhone 7 schon besser gefallen. Beim iPad Pro ist das Kamera-Element eindeutig vom Aluminiumgehäuse zu unterscheiden.

Apples offizielle Produktfotos auf der Webseite, die man unter anderem kurz vor dem Kauf angezeigt bekommt, wirken da anders. Der Unterschied ist nur klein, aber unverkennbar:

Wir gehen näher ran. Die Ausbuchtung ist hier in der Gehäusefarbe dargestellt, der Übergang zum Gehäuse wirkt weich, als wäre alles aus einem Guss.

Auch die Nahaufnahmen der goldenen und roségoldenen Varianten suggerieren einen homogenen Übergang ins Gehäuse, auch farblich ist kein Bruch zu sehen:

Die hier gezeigten Produktfotos findet ihr auf der Apple-Webseite (Menüpunkt „Galerie ansehen“). Hier unsere Aufnahmen des 10,5“ iPad Pro, das sich derzeit in der Redaktion zum Test befindet:

Das Kamera-Element steht sichtbar ab, auch die Farbe ist nicht die des Gehäuses (hier: Spacegrau) – sie passt zwar, ist aber dunkler, fast schwarz. Ein Spaltmaß ist nicht wahrzunehmen (das hat Apple einfach drauf) – aber ein nahtloser Übergang, wie ihn die Herstellerfotos zeigen, das ist in Wirklichkeit leider nicht der Fall.

10,5“ iPad Pro mit Zubehör: Erste Eindrücke in Bildern

Fazit: Apple hat hier nachgeholfen, das neue iPad Pro sieht auf den offiziellen Fotos besser aus, als in der Realität. Allerdings ist das nur ein Detail, denn auf die Leistung hat dieser kleine optische Makel des „echten“ iPads keine Auswirkungen. Aber: Wer Design sehr ernst nimmt, den dürfte diese Abweichung und Apples Beschönigung stören. Andererseits ist hier für Ästheten aufgrund der alleinigen Existenz einer Ausbuchtung ohnehin schon alles zu spät: Sie hoffen auf ein zukünftiges iPad Pro ganz ohne Kamera-Buckel.

Es ist übrigens auch nicht das erste Mal, dass sich Apple für den „Kamera-Hubbel“ seiner Geräte schämt: In einem Apple-Werbespot war letztes Jahr ein iPhone ganz ohne herausstehende Kamera zu sehen, das es so in der Realität nicht gibt.

Quelle Fotos: Apple