Microsoft: „iPad Pro ein klares Beispiel dafür, dass Apple uns kopiert“

Florian Matthey
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„Redmond, start your photocopiers“: So witzelte Apple einst darüber, dass sich Microsoft für Windows-Neuerungen doch nur am Mac orientierte. Jetzt dreht Redmond den Spieß um: Das iPad Pro sei einfach eine Kopie des Surface, meint Microsoft. 

Microsoft: „iPad Pro ein klares Beispiel dafür, dass Apple uns kopiert“

Einst war die Rollenverteilung zwischen Apple und Microsoft klar: Microsoft hat den erdrückend hohen Marktanteil, während Apple der eigentliche Innovator ist, der damit leben muss, dass Microsoft die eigenen Ideen kopiert. So geschah es schon in den 1980ern beim ersten Mac und der ersten Version von Windows – wobei natürlich Apple selbst die grafische Benutzeroberfläche und die Maus nicht erfunden, wohl aber durch eine elegante und benutzerfreundliche Umsetzung popularisiert hatte.

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Heute ist Windows immer noch das führende Desktop-Betriebssystem. Dafür ist Apple aber ein deutlich größeres Unternehmen als Microsoft mit einem deutlich höheren Marktanteil im Bereich der Smartphone- und auch der Tablet-Betriebssysteme. Viele Beobachter meinen aber, dass Microsoft das Unternehmen mit den interessanteren Innovationen sei – wie beispielsweise in Form der Surface-Geräte.

Microsoft verfolgt mit seinen Tablets, auf denen das vollwertige Desktop-Windows läuft, eine andere Strategie als Apple. Der iPad-Hersteller setzt bei den Betriebssystemen mit dem macOS und iOS auf Zweigleisigkeit und Spezialisierung. Dennoch nähert sich doch das iOS vor allem in Verbindung mit dem iPad Pro immer mehr einem Desktop-Betriebssystem an – das iOS 11 wird sich mit Neuerungen wie einer erweiterten Drag-and-Drop-Funktion stärker an vom macOS und Windows bekannten Features orientieren.

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Microsofts Surface-Chef Ryan Gavin erklärt gegenüber Business Insider, dass das iPad Pro ein „klares Beispiel“ dafür sei, dass Apple heutzutage dem Vorbild von Microsoft folge – und die Abfolge eben nicht (mehr) umgekehrt sei.

Wenn Microsoft sich an Apple orientiert hätte, hätte das Unternehmen keine Geräte wie das Surface Pro oder das Surface Book entwickelt. Als die ersten Surface-Geräte erschienen, sei jeder zunächst skeptisch gewesen, auch Apple. „Und dann sind sie uns gefolgt, und das iPad Pro ist dafür ein klares Beispiel.“ Bei der Konzeption von Surface-Hardware orientiere sich Microsoft einfach überhaupt nicht an Apple.

Nun ließe sich sagen, dass der Erfolg weiterhin Apple Recht gibt – das Unternehmen ist mit dem iPad auf dem Tablet-Markt weiterhin führend. Allerdings war und ist Microsoft das im Bereich der Desktop-Betriebssysteme ja auch.

Quelle: Business Insider via CNet

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