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Acer Iconia A500: Testbericht zum Honeycomb-Tablet

Daniel Kuhn
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Bereits seit Monaten übertrumpfen sich die Hersteller mit Tablet-Ankündigungen und täglich werden es mehr. Mehr als die Ankündigungen ist aber zumindest in Europa noch nicht von den neuen Geräten zu sehen gewesen. So langsam aber sicher nähern wir uns jetzt aber doch den angekündigten Veröffentlichungsterminen. Wenn diese allerdings alle eingehalten werden, können wir mit einer waren Flut innerhalb kürzester Zeit rechnen. Nach dem Motorola XOOM haben wir jetzt auch das Acer Iconia A500 ein Wochenende lang von testen dürfen.

Acer Iconia A500: Testbericht zum Honeycomb-Tablet

Acer ist bisher eher als Hersteller billiger Laptops und anderer Geräte in Erscheinung getreten. Dieses Image will das Unternehmen jetzt abschütteln, indem auf höherwertige Geräte gesetzt wird. Ob dieser Schritt beim Iconia A500 gelungen ist, klärt der folgende Testbericht. Für das Testgerät möchten wir uns nochmal ganz herzlich bei Sascha von netbooknews bedanken.

Hardware

Verarbeitung und Haptik:

Das Gehäuse des Acer Tablets besteht aus Aluminium und die Seitenteile aus Plastik. Obwohl das Gewicht identisch ist, wirkt es nicht so massiv und schwer wie das Motorola XOOM. Es fühlt sich hochwertig verarbeitet an und macht einen soliden Eindruck. Die Gehäusekanten sind abgerundet, wodurch es deutlich angenehmer in der Hand liegt, als das XOOM. Im Vergleich zum iPad2 ist das Iconia Tablet natürlich um einiges dicker, in der Praxis hat uns das aber nicht wirklich gestört.

Die Knöpfe und Tasten des Acer Iconia A500 haben uns in der kurzen Zeit mehrere Male sehr geärgert: Sie wirken insgesamt etwas billig und haben durchweg einen schlechten Druckpunkt. Die Lautstärkewippe ist ziemlich ungünstig an der Oberseite des Tablets positioniert. Dadurch ist sie sehr umständlich zu bedienen. Aber nicht nur die Position ist ungünstig, die Tasten sind außerdem fast komplett in das Gehäuse eingelassen, so dass man erst mal blind in der Gegend rumtastet. Hat man die Tasten dann endlich gefunden, scheitert man beim ersten Versuch meist noch am schwammigen Druckpunkt.

Der Power-Knopf ist zwar etwas sinnvoller an der Gehäuseseite angebracht, aber auch hier passiert es oft, dass man beim ersten Versuch nicht fest genug zudrückt und das Gerät dann erst im zweiten Versuch an oder aus geht. Neben der Lautstärke-Wippe befindet sich noch ein Schalter, der die Bildschirm-Rotation sperrt. Was das soll, haben wir nicht ganz verstanden, da man diese Funktion in der Praxis eigentlich nie nutzt. Den Schalter hätte Acer sich entweder komplett sparen oder wenigstens mit einer praktischeren Funktion belegen können.

Display:

Das 10.1 Zoll TFT-Display mit einer Auflösung von 1200x 800 Pixeln hat leider keine Begeisterungsstürme bei uns entfachen können: Beim ersten Anblick ist gleich negativ aufgefallen, dass es sehr pixelig wirkt. Beim zweiten Blick sah es eher nach einer sehr groben Lochmaske aus. Dafür, dass Acer in den Produktbeschreibungen munter mit dem Begriff HD um sich wirft, wirkt das ganze ziemlich enttäuschend.

Abgesehen von den Pixeln schwächelt das Display auch in Sachen Helligkeit: Diese ist eigentlich nur in der höchsten Stufe ausreichend, alle anderen Stufen sind chronisch unterbelichtet. Auch dass die Benutzeroberfläche von Honeycomb eher dunkel gehalten ist, hilft nicht gerade. Wirklich gut sind hingegen der Kontrast und die Farbdarstellung des Iconia A500. Es gibt also auch Licht, nicht nur Schatten.

Wie auch schon beim XOOM spiegelt das Display bereits bei geringem Lichteinfall so stark, dass es wenig Spaß macht. Das ist aber leider ein Problem, dass auch viele andere Tablets und Smartphones weiterhin haben.

Software:

Auf dem Iconia A500 läuft eine weitestgehend pure Version von Android 3.0 „Honeycomb“. Es gibt also keine Hersteller-eigene Benutzeroberfläche, lediglich ein paar von Acer hinzugefügte Apps. Die sind aber zum einen eher unauffällig, zum anderen teilweise sogar wirklich nützlich. So darf man über die Clear.fi App zum Beispiel Medien innerhalb eines Netzwerkes mit anderen Rechnern austauschen. Insgesamt nicht die schlimmste Ansammlung von „Crapplications“, die wir bisher auf Testgeräten vorgefunden haben.

Konnektivität:

Die Verbindung über WLAN war konstant gut und stabil. Insgesamt lief in Sachen Konnektivität alles so, wie man es sich wünscht — abgesehen von der Micro-USB Verbindung: Der Datenaustausch funktioniert zwar reibungslos, aber wie auch schon beim Motorola XOOM ist es nicht möglich, den Akku über den Micro USB-Anschluss aufzuladen, so dass man noch ein weiteres Ladegerät in die private Sammlung aufnehmen muss.

Sehr gut funktioniert auch der USB-Port, der anders als beim XOOM schon im Auslieferungszustand Host-Unterstützung bietet. Im Klartext heißt das, man kann zum Beispiel USB-Sticks anschließen und sofort nutzen.

Kamera:

Die 5 Megapixel-Kamera mit LED-Blitz ist nicht gerade weltbewegend, für Schnappschüsse aber durchaus brauchbar. Allerdings ist ein Tablet auch nicht das ideale Gadget zum Fotografieren und Filmen, daher ist dieser Punkt zu verschmerzen.
Die Frontkamera liefert mit 1,3 Megapixel die übliche Auflösung.

Performance:

In Sachen Performance gab es am Iconia A500 nichts auszusetzen: Alles lief sehr flüssig und schnell, wie man es von einem Tegra 2-Gerät erwarten kann.

Alltagstauglichkeit:

Dieser Punkt lässt sich nach einem dreitägigen Test nur schwer beurteilen. Ein paar Eindrücke konnten wir aber sammeln, die sich auch bei längerer Nutzung nicht großartig ändern dürften.

Akku:

Die Akkuleistung ist bei starker Nutzung nicht über einen Tag herausgekommen. Da der Akku mit 3260 mAh gerade einmal über die halbe Kapazität des Motorola XOOM verfügt, ist die Laufzeit auch entsprechend kürzer. Man muss sich also darauf einstellen, das Gerät regelmäßig aufzuladen, wobei der Ladevorgang vergleichsweise schnell abgeschlossen war.

Mobilität:

Wie mobil ein 730 Gramm schweres 10 Zoll-Tablet sein kann, liegt wohl im Auge (oder vielmehr in der Tasche) des Betrachters. Für den Fall, dass man es mitnehmen möchte, wird eine Stoffhülle mitgeliefert, die vielleicht nicht gerade den aktuellsten modischen Trends entspricht, aber immerhin ihren Zweck erfüllt und das Gerät schützt.

Fazit:

Das Acer Iconia A500 Tablet ist ein gutes Mittelklasse-Tablet, das vor allem durch den niedrigen Preis Interesse auf sich ziehen könnte. Der Verkaufspreis wird Anfangs bei 499 Euro liegen, wenn der Straßenpreis aber entsprechend niedriger ausfällt, kann man für wenig Geld ein sehr leistungsstarkes und solide verarbeitetes Tablet bekommen – vorausgesetzt, man kann mit dem schwachen Display und dem kleinen Akku leben. Fest steht aber auch beim Acer Iconia A500: Die Benutzung von Honeycomb Tablets macht so langsam wirklich Spaß.

Unsere Bewertung zum Acer Iconia A500

Verarbeitung und Haptik: 4/5
Display: 2/5
Software: 4/5
Kamera: 3/5
Hardware und Performance: 5/5
Gesamt: 4 von 5

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