Amazon Kindle Fire: Erste Reviews erscheinen im Netz

Morgen ist es so weit: In den USA beginnt die Auslieferung von Amazons Kindle Fire. Das von vielen als iPad-Killer prophezeite Tablet soll vor allem durch seinen Preis und Integration der Amazon-Dienste Punkte sammeln. In der vergangenen Nacht ist das Embargo für die Reviews gefallen und entsprechend fanden sich in den letzten Stunden erste Tests des Kindle Fire im Netz.

Wie bereits im Rahmen der Vorstellung vor einigen Wochen berichtet, handelt es sich beim Kindle Fire um einen Mix aus der Hardware des BlackBerry PlayBook und einem stark modifizierten Android 2.3 als Betriebssystem.

Durch diese Modifikation gelingt es Amazon, eine durchgängig einheitliche Oberfläche für die eigenen Dienste zu schaffen. Auf Magazine, Bücher, Musik, Videos, etc. kann direkt vom Startbildschirm über ein an Cover-Flow erinnerndes Karussell zugegriffen werden. Vom klassischen Android-Home-Screen ist nichts übrig geblieben.

Sowohl Engadget als auch The Verge und Gizmodo berichten über Performance-Probleme in einigen Situationen. So sind Ruckler beim Scrollen oder Umblättern keine Seltenheit, aber auch bei der Texteingabe hatten die Tester mit Verzögerungen zu kämpfen.

Die Integration der verschiedenen Amazon-Dienste konnte hingegen überzeugen. Egal ob Dokumente, Videos oder Musik auf dem rund 6,5 GByte großen lokalen Speicher liegen oder irgendwo in Amazons Cloud gespeichert sind, der Zugriff ist kinderleicht. Aktuell gibt es nur eine WiFi-Variante des Kindle Fire, so dass vor längeren Offline-Zeiten der vergleichsweise geringe Speicher schnell zum Nadelöhr werden kann.

Das Kindle Fire verfügt standardmäßig über einen Zugang zu Amazons eigenem Appstore. Dieser bietet jedoch nicht dieselbe Auswahl wie Googles App-Market. Hinzukommt, dass laut Blogger Robert Scoble nicht alle Android-Apps auf dem Fire lauffähig sein sollen, da Amazon eine Reihe von Programmierschnittstellen von Android deaktiviert habe. Ob das jedoch die typische Klientel des Kindle Fire, die, wenn überhaupt, nur Anwendungen aus Amazons Appstore laden, wirklich interessieren wird, steht auf einem Blatt.

Einig sind sich viele Tester, dass das Kindle Fire für rund 200 US-Dollar kein schlechtes Tablet ist. Speziell im direkten Vergleich zu anderen Tablets in der Preisklasse, etwa dem Nook Color, bietet es viele Vorteile.

Gleichzeitig sind sich die US-Reviewer aber auch einig darüber, dass Amazons Tablet eben kein iPad-Killer ist. Dafür fehlt es am nötigen Feinschliff der Hard- und Software. Gleichzeitig ist die Zahl der verfügbaren Anwendungen noch zu gering. Möglicherweise ist Amazons Plan hier, über kurz oder lang Entwickler vom eigenen Angebot zu überzeugen und sich so von anderen (Android-)Tablets abzugrenzen.

Derzeit wird das Kindle Fire nur in den USA für 199 US-Dollar angeboten.

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