Kindle Fire: Kostet Amazon in der Herstellung 209,63$, wird aber für 199$ verkauft

Christopher Göbel
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Bereits vor der Vorstellung des Amazon Kindle Fire war klar, dass Amazon den größten Teil seiner Einnahmen mit dem verkauften Inhalt aus dem eigenen Ökosystem verdienen würde und deshalb den Preis seines Tablets stark drücken könne. Doch das, was nun die Marktforscher von iSuppli herausgefunden haben, überrascht — denn Amazon verkauft das Kindle Fire unter dem Herstellungspreis. Kann das gutgehen?

Kindle Fire: Kostet Amazon in der Herstellung 209,63$, wird aber für 199$ verkauft

Als Amazon am vergangenen Mittwoch den Preis für sein Tablet “Kindle Fire” bekanntgab, war die technik-affine Welt verblüfft — Amazon hatte mit dem vorgestellten Verkaufspreis von 199 US-Dollar die bis dato kolportierten 250-300 US-Dollar doch glatt nochmal stark unterboten. Doch wie schafft Amazon es, sein Produkt für einen solch günstigen Preis anzubieten?

Laut den Berechnungen von iSuppli kosten die einzelnen Bauteile 191,65 Dollar, zusammen mit den Kosten für die Fertigung kommt man auf einen Gesamtpreis von 209,63 Dollar. Natürlich sei jetzt dahingestellt, ob die Zahlen von Dritten wirklich stimmen, eine grobe Richtung geben sie aber sicherlich vor. Zumal in der Statistik noch einige Posten wie Logistik, Hard- und Softwareentwicklung, Werbung und Support (und, und, und) fehlen. Es ist aber weniger das Weglassen von Bauteilen wie Kamera, Mikros oder Speicherkarten-Slots, die den günstigen Preis hervorrufen, sondern vielmehr die Quersubventionierung durch Amazon.

Amazon setzt den Preis für das Kindle Fire bewusst niedrig an, um sich eine mögliche weite Verbreitung der Hardware zu sichern und den Kunden langfristig an Amazon zu binden. Dank des enormen Content-Angebots (Apps, eBooks, Musik, …) und dem Cloud-Service kann sich Amazon auch eine berechtigte Hoffnung machen, den Preis — und noch mehr — wieder reinzuholen.

Dem Kunden könnte das einen großen Vorteil bieten, schließlich bekommt er seine gewünschte Hardware zu einem günstigen Preis. Dies setzt allerdings voraus, dass er sich langfristig an einen Anbieter bindet, was dazu führen kann, dass schnell der Gedanke der Zensur aufkommt, sobald es einen bestimmten Content bei dem jeweiligen Dienstleister nicht gibt — siehe Apple, die ebenfalls einen großen Teil der Einnahmen nach dem Verkauf des eigentlichen Gerätes durch iTunes und Co erzielen, dafür allerdings bestimmte Software ihren Kunden vorenthalten.

Was ist euch grundsätzlich lieber – Unabhängigkeit, dafür allerdings auch höhere Gerätepreise; oder günstige Hardware mit Bindung an einen Anbieter? Eure Meinung bitte in die Kommentare.

 

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