Asus Eee Pad Transformer: erstes Review bei engadget.com

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Die Kollegen von engadget.com (wer sonst) haben eines der in Großbritannien bereits ausgelieferten Vorbesteller-Tablets von Asus in die Finger bekommen und es einem ausführlich Test unterzogen. Da wir uns in Deutschland wohl noch mindestens bis Ende Mai werden gedulden müssen, bevor wir den Netbook-Tablet-Hybriden unter unsere Fittiche nehmen dürfen, lesen wir uns also derweil durch, was die US-Redakteure zum Transformer zu sagen haben.

Asus Eee Pad Transformer: erstes Review bei engadget.com

Ein bisschen fühle ich mich wie ein im Zoo eingesperrtes Raubtier, dass durch die Gitterstäbe seines Käfigs all die leckeren Kinder anstarrt, aber einfach nicht zu Greifen bekommt: Die Kollegen von engadget.com haben ein Asus Eee Pad Transformer in der Redaktion auf Herz und Nieren getestet — und mir/uns bleibt nur, mit wässrigem Mund ihren Berichten zu folgen.

Nun denn, Jammern bringt nichts — schauen wir uns an, wie das Tablet mit der andockbaren Tastatur abschneidet:

Hardware

Von außen betrachtet wirkt der Transformer laut engadget eher gewöhnlich — keine ins Auge fallenden Besonderheiten (außer der Docking-Tastatur natürlich), eine zurückhaltende, dunkelbraune Farbgebung und eine angenehm texturierte Rückseite zeichnen das Slate aus. Pluspunkte gibt es für die Positionierung des Unlock/Power-Buttons und der Lautstärkewippe: Links oben verortet sind sie für die linke Führhand des Nutzers immer gut und intuitiv zu erreichen.

Das Transformer-Slate ist breiter als zum Beispiel das XOOM oder das iPad 2 — eine Notwendigkeit, die sich aus der dockbaren Tastatur ergibt. Dadurch verliert das Eee Pad aber natürlich etwas an Kompaktheit; leichter als das Motorola-Tablet ist es aber dennoch.

Was allerdings fehlt, ist eine LED, die zum Beispiel über eingegangene Nachrichten informiert, wenn der Bildschirm des Transformer ausgeschaltet ist. Lediglich auf dem Keyboard gibt es einen hinterleuchteten Button, der aber ausschließlich über den Ladezustand des Gerätes Auskunft gibt.

Akku-Laufzeit

Es scheint, als bewahrheiten sich die Versprechungen, die Asus im Vorfeld zur Laufzeit des Transformer gemacht hat: Engadget hatte das Gerät zwar insgesamt zu kurz in der Redaktion um spezifische Tests des Akkus durchzuführen; der Verbrauch bei der Test-Benutzung fiel aber insgesamt sehr positiv aus. So dürften 5 Stunden Laufzeit bei regulärer Benutzung oder Video-Wiedergabe durchaus realistisch sein, und eine Standby-Zeit (mit aktiviertem Google Mail) von 30 Stunden scheint ebenfalls möglich.

Einen doppelten Nutzen erfüllt das Keyboard-Dock übrigens beim Schauen von Videos: Nicht nur versorgt es das Slate mit Strom, indem es den Akku wieder auflädt und so die Laufzeit verlängert, es ermöglicht auch eine bequeme Haltung des Gerätes und die stufenlose Anpassung des Blickwinkels des Bildschirms — eben wie bei einem Note-/Netbook.

Das Keyboard

Das Alleinstellungsmerkmal des Asus Eee Pad Transformer ist zweifellos sein andockbares Keyboard. Das verfügt zusätzlich noch über zwei USB 2.0-Anschlüsse und einen SD-Karten-Slot und macht so erstmals aus einem eher auf Medien-Konsum ausgerichteten Tablet ein Gerät, mit dem man theoretisch arbeiten kann. Oder umgekehrt: Als Netbook gibt das Transformer dem Nutzer die Möglichkeit, bei Bedarf auf winzige Trackpads und gedrängte Tastaturen zu verzichten und den Desktop oder das Internet per Fingerzeig zu bedienen.

Im engadget-Test gab es allerdings Probleme mit den USB- und SD-Ports sowie mit der Erkennung des Docks: Das Transformer weigerte sich zuweilen, eingesteckte Datenträger oder die Tastatur wahrzunehmen — hier muss von Asus wohl softwareseitig noch nachgebessert werden. Wenn sie aber funktionierte, dann überzeugte die Kombination aus Tablet und Keyboard auf ganzer Linie: Die US-Kollegen hatten das Gefühl, “ein Stück Zukunft unter den Fingerspitzen zu haben.” Ich glaube zu wissen, was sie damit meinen …

Display, Kamera und Software

Das 10.1 Zoll-IPS-Display des Transformer wird den Erwartungen ebenfalls gerecht: Satte Farben, hohe Leuchtkraft und weite Betrachtungswinkel lassen den Screen des XOOM im direkten Vergleich alt aussehen. Anzumerken ist aber, das auch das Display des Transformer massiv spiegelt, sobald die Umgebung zu hell wird — an einen Nutzung im Freien bei sonnigen Wetterverhältnissen ist leider nicht wirklich zu denken.

Schlechte Nachrichten gibt es bezüglich der Kamera: Bei Fotos ist die Verzögerung des Auslösers viel zu groß — fast 2 Sekunden vergehen zwischen Tippen des Auslösers und der tatsächlichen Aufnahme; jedes sich bewegende Motiv ist in dieser Zeit schon fast am anderen Ende der Stadt angelangt. Darüber hinaus waren alle Fotos über- oder unterbelichtet.

Noch schlimmer ist die Video-Aufnahme: Den Kollegen von engadget gelang kein brauchbarer Film, da die Software Artefakte am laufenden Band produzierte und das Ergebnis mit lachhaften 8 Bildern pro Sekunde über den Screen ruckelte. Auch wenn meines Erachtens die Kamera nicht das wichtigste Element eines Tablets/Netbooks ist, hoffen wir, dass es sich bei diesen Problemen um per Software-Update behebbare Phänomene handelt und Asus sich der Sache zügig annimmt.

Suboptimal ist in vielen Bereichen leider auch die Bedienung und die Software — und das liegt nicht unbedingt am Transformer sondern an Android 3.0 Honeycomb, das eben immer noch nicht richtig fertig wirkt. Engadget schreibt lang und viel über diese Probleme, die sich in Verzögerungen, Stocken, Lags, schwieriger Texteingabe und teilweise fehlenden oder seltsamen Funktionalitäten hinter bestimmten Honeycomb-Features (Suche, kürzlich verwendete Apps) äußern. Obwohl die Redakteure mit dieser Kritik absolut richtig liegen, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, da es sich um ein Problem von Android 3.0 Honeycomb und nicht um einen Mangel des Transformer handelt.

Asus selbst hat zum Teil eigene Widgets und Software in das OS gepackt, die sich durchweg gut einfügen und funktionieren: Drei prominete Widgets auf dem Desktop zeigen Wetter, E-Mail-Count und Datum an, der Asus WebStorage erweitert den Speicherplatz des Transformer in die Cloud und die Musik-App überzeugt auf ganzer Linie.

Wir hoffen auch hinsichtlich der Software, dass — in diesem Fall durch Google — das Android Tabelt-OS seine Kinderkrankheiten bald durch Updates verliert und die grundsätzlich gute Hardware nicht nur des Asus Transformer vernünftig unterstützen kann.

Aber machen wir uns nichts vor: Mit dem iPad 2 (vermutlich nicht einmal mit dessen Vorgänger) werden die Android-Tablets in Sachen Bedienbarkeit und “Poliertheit” trotz großer Namen wie Samsung, LG, Asus und HTC in den nächsten Monaten zumindest noch nicht konkurrieren können — nicht, wenn der Unterbau unfertig ist. Aber zumindest ist er da und bis zum Sommer dann hoffentlich auch soweit verbreitet, dass seitens Google mit effektivem Bugfixing begonnen werden kann.

, Bilder und Videos: engadget.com

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