Werbung im Spiel - Fluch oder Segen?

Leserbeitrag
8

 

In der heutigen Zeit begleitet uns die Werbung auf Schritt und Tritt. Im Fernsehen gar nicht mehr weg zu denken, tummeln sich Werbebanner auch schon lange im Internet auf vielen Websites. Doch auch fern ab des Eigenheims wird man sich nicht lang vor Werbung hüten können. An den Straßenwänden kleben Plakate, in den Fußgängerzonen wird man andauernd mit ungewollten Flyer ausgestattet und auch auf Autos findet sich Reklame.

Wenn die Werbung doch schon TV und Internet beherrscht warum dann nicht auch Reklame in ein Medium einbinden, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut?

 

Werbung in Spielen nervt!

Und wirklich kann man immer häufiger beobachten, dass Videospiele dazu benutzt werden, um, mag es noch so eine unpassende Stelle sein, Werbebanner zu platzieren. Warum auch nicht? Schließlich wird in vielen Sportspielen schon lange Reklame mit eingebunden. Jedoch muss man da fairerweise sagen, dass diese das ganze Szenario, wie zum Beispiel in einem Fußballstadion, erst realistisch machen. In einem actiongeladenen Shooter dagegen nervt die Werbung sicher, oder? Und tatsächlich. In einer Online-Umfrage von Computer Bild Spiele stellte sich heraus, dass 58% von der Werbung genervt seien, 21% sei es egal, 11% hätten die Reklame nicht bemerkt und nur 10% fanden Gefallen daran.

Reklame in Spielen ist  nicht wirkungsvoll

 

Mit Millionenaufwand sollen auch zukünftig Spieler beim Zocken mit Werbung berieselt werden. Doch hat die Spiele-Reklame überhaupt die gleiche Wirkung wie im TV? Eine Studie des englischen Unternehmens Bunnyfoot hat 120 erwachsene Personen mit Hilfe des Eye-Tracking-Verfahrens getestet. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Bei Sportspielen wie NBA Live wurde wenigstens eine Aufmerksamkeit für die Spiele festgestellt, bei Rennspielen wie Project Gotham Racing wurde die Werbung erst gar nicht wahrgenommen.

 

 

 

Nein, Werbung in Spielen ist sehr wirkungsvoll!

 

Anderer Ansichten ist Dr. Christoph Klimmt. Er behauptet, dass Werbung in Videospielen einen sehr hohen Effekt erzielen, da man sich im Spiel öfters an ein und der selben Stelle und somit der gleichen Werbung vorbei bewegt. Zudem nimmt man Reklame in Spielen intensiver wahr, als im TV. Somit können sich Experten nicht einig werden

 

Außerdem behauptet er, dass die Werbung schädlich für Kinder sei, da sie Spielinhalte und Werbung nicht voneinander unterscheiden könnten.

 

Barack Obama: Wahlkampf per Videospiel

 

Spiele werden für Werbung umgebaut

Markus Frank, director Sales und Marketing Microsoft Massive (Marktführer in Sachen Werbung in Spielen zusammen mit IGA) gibt zu, dass fertige Spiele extra für dynamische Werbung umgebaut worden sei. Heute seien die Werbeanbieter direkt in die Spieleentwicklung eingebunden. Mit sogenannten ”heat maps”, in denen location aus der Vogelperspektive gezeigt werden, erklären die Entwickler, welche Laufwege der Spieler geht, wo er sich beispielsweise deckt um somit die Werbung möglichst an Stellen zu platzieren an denen sich der Spieler häufig aufhält.

 

Datenschutz!?

Die Unternehmen (insgesamt vier Unternehmen werben in Spielen. Microsoft (Massive), IGA World Wide, Double Fusion und Google) halten an der Werbung fest, ob die Spieler es wollen oder nicht. Denn sie können sich noch einen Vorteil verschaffen, der alles andere als offensichtlich ist. Ist nämlich die (gehen wir mal von einer) Konsole während dem Spielen mit dem Internet verbunden, können die Werber dank eines ausgefeilten Messverfahrens ziemlich genau herausfinden, welche virtuellen Plakate wie oft angesehen wurden. Zusammen mit der Mac-Adresse der Konsole werden diese Daten dann beispielsweise bei Massive abgespeichert. Dann kann sogar festgestellt werden ob der Spieler nach dem Betrachten der Reklame, die Website der jeweiligen Firma besucht hat. Zwar versichert Massive, dass das Unternehmen keine Rückschlüsse auf Personen zieht. Andererseits weiß die Firma, mit welcher Konsole welche Werbung gesehen wurde. Der Weg zum Persönlichkeitsprofil ist nicht weit, zumal die Spiele-Industrie auch registriert, was und wie oft jemand spielt. Wer also die Datensammlung per Werbung verhindern will, sollte offline spielen.

Umsatz trotz allem Zweifel gigantisch

 

In diesem Jahr investiere die Werbebranche bereits 600 Millionen US-Dollar in sogenanntes In-Game-Advertising. 2014 sei ein Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar zu erwarten.

 

Neue Artikel von GIGA ANDROID

GIGA Marktplatz