Erstes iPad-Magazin auf Html5-Basis kommt aus Berlin

Marie van Renswoude-Giersch
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Nicht gerade auf sanfte Art üben die Macher des Aside Magazins Kritik zu Apples Zulassungsregeln für den App Store. Aus diesem Grund haben sie ihr iPad-Magazin auch nicht als App herausgebracht. Stattdessen basiert Aside auf Html5 und lässt sich direkt im Browser öffnen. Diesen Ursprung auszumachen, fällt beim Lesen der Web-App allerdings schwer. Gestensteuerung, interaktive Features und das angepasste Layout für Hoch- und Querformat lassen hier eine native App vermuten.

Die Vorteile von Web-Apps gegenüber nativen Apps liegen auf der Hand: Sie lassen sich plattformübergreifend nutzen, beanspruchen wenig Speicherplatz auf Smartphone oder Tablet und sind nicht an die strengen Richtlinien für Apples App Store gebunden. Für die Berliner Herausgeber Nico Engelhardt und Johannes Ippen scheint letzterer Punkt besonders wichtig. So sprechen sie in einem Vorwort ihres Magazins von den “puritanischen Regeln, die Steve Jobs persönlich macht”. Aside ist nun das erste iPad-Magazin das sich diesen Regeln entzieht und den App Store komplett umgeht. Es ist mit der modernen Web-Technologie Html5 gestaltet und bietet dadurch auch die Vorteile nativer Zeitschriften-Apps. Interaktive Inhalte, wie eingebettete Film-Trailer, Bilder-Slideshows, direkt abspielbare Musiktitel und ein mit dem Finger um 360 Grad drehbares Flughörnchen findet man beispielsweise in der ersten Ausgabe. Die Herausgeber weisen zudem darauf hin, dass sämtliche Artikel direkt für das iPad gelayoutet und drehbar sind und die Schriftdarstellung TrueType nutzen. Mit senkrechten und horizontalen Wischbewegungen navigiert man sich durch das Magazin, ein Inhaltsverzeichnis ermöglicht das Springen zu einem bestimmten Artikel.

Bisher handelt es sich bei Aside nur um eine Demo-Ausgabe, die allerdings neben den interaktiven Inhalten auch schon ein paar unterhaltsame Lifestyle-Artikel bietet. Für die Zukunft sind weitere Funktionen, wie eine Offline-Version und ein virtuelles Zeitschriftenregal geplant. Zudem dürfte das Magazin kostenpflichtig werden und soll wahlweise auch an ein Abonnement geknüpft werden.

Auf dem iPad erreicht man Aside über die Adresse www.asidemag.com. Über die Menüzeile des Browsers wird die Seite zum Home-Bildschirm des iPads hinzugefügt. Das Magazin ist dann per Klick auf das “App-Icon” erreichbar.

Weitere Themen: html5, iPad, Apple

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