iPad 2-Lieferzeiten: Erdbeben sorgt für Flash-Knappheit

Flavio Trillo
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Im Schatten der humanitären Katastrophe hat das Erbeben in Japan auch weltweit erhebliche ökonomische Konsequenzen. Einige Unternehmen fuhren ihre Produktion stark herunter oder schalteten die Maschinen komplett ab. Dies geschah teils zum Schutz der Mitarbeiter, teils auch um kostbaren Strom zu sparen. Auch Toshiba stellte seine Fertigung in Iwate ein, wodurch wiederum die Verfügbarkeit von Flash-Speicher für das iPad 2 bedroht ist.

Unter anderem führen Ausfälle in der Infrastruktur des Landes zu erheblichen Lieferschwierigkeiten bei den Elektronik-Herstellern, was sich bereits in stark sinkenden Aktienkursen der jeweils betroffenen Unternehmen sowie des Nikkei niederschlug. Die Folge: Preise für NAND-Flash-Speicher, DRAM und LCD-Komponenten werden innerhalb der nächsten Wochen steigen, prophezeien die Beobachter bei iSuppli.

Wegen zuletzt gut gefüllter Lager bei den Produzenten dürfte der Effekt eigentlich zeitlich verzögert eintreten. Die Angst vor Knappheit wird aber durch täglich neue Schreckensmeldungen geschürt und der Markt reagiert schon jetzt mit Verteuerungen. Für Apple könnte sich Japan als Nadelöhr darstellen. Selbst wenn der Großteil der Komponenten des iPad nicht aus dem Inselstaat kommt, wird sich die Produktion des iPad 2 verzögern, wenn das Unternehmen nicht auf einen anderen Hersteller für Flash-Speicher ausweicht.

Aktuell betragen die Lieferzeiten für das iPad 2 in den USA vier bis fünf Wochen – was allerdings zum Großteil auf die starke Nachfrage zurückzuführen sein dürfte. Ein Apple-Sprecher wollte sich gegenüber macnews.de zu den Details der Lieferzeiten und ihrer Gründe nicht äußern. So bleibt nur die Spekulation und das Abwarten, mit welcher Verzögerung der Tablet-Rechner hierzulande die ersten Kunden erreicht.

Eine nüchterne und realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen dieser Ereignisse ist ebenso notwendig wie legitim. Bei solchen Überlegungen versteht sich jedoch gleichzeitig von selbst, dass trotz aller Frustration über ein zu spät ausgeliefertes iPad 2 das echte Leid der Menschen in Japan nicht vergessen werden darf. Eine unnötige Panik vor Asien-Importen, die vermeintlich verstrahlt und gefährlich seien, ist darüber hinaus nicht nur unbegründet, sondern könnte einer baldigen Heilung der japanischen Wirtschaft schaden und damit auch den Menschen, die dort leben.

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