iPad als Fotolabor: Top-Apps unter 3 Euro für Bearbeitung, Tilt Shift, Retouche

Manche Apps wollen eine umfassende Bildbearbeitung ermöglichen, manche bieten nur einen einzigen Effekt – obwohl das iPad noch jung ist, wird mit der Auswahl im App Store jeder glücklich. Je nach Bedarf kann der Tablet-Nutzer auf kleine oder große, billige oder teuere Anwendungen zurückgreifen. RAW-Bearbeitung lassen wir in dieser Übersicht außen vor, dafür kosten die Apps maximal 2,39 Euro.
Basis sollte ein gutes Bild, ein schönes Motiv sein. In der Nachbearbeitung lässt sich jedoch auch ein weniger gelungenes Foto retten: Hier die Schattenpartien aufgehellt, da ein störendes Objekt retouchiert. Als Beispielbild haben wir bewusst ein Foto mit hohen Kontrasten (helle Berge, zu dunkle Hütte) ausgewählt, entstanden vor ein paar Wochen in Tirol.
Photoshop Express und Photogene
Mit dem iPhone/iPad-Programm Adobe Photoshop Express* von Fotospezialist Adobe kommen wir leider nicht weit. Die App ist kostenlos (und deshalb hier doch erwähnt) und leistet Basisfunktionen wie Zuschneiden, Kontrast- und Farbeinstellungen, Schärfe und ein paar Spielereien (Rahmen, Farbeffekte). Die Parameter werden durch Wischen oder Tippen von links nach rechts über das gesamte Display gewählt. Das gefällt. Gradiationskurven oder Schattenaufhellung gibt es nicht, deshalb greifen wir lieber auf Photogene for iPad
* zurück.

TouchRetouch HD

*: Über das Kabel einen Pinselstrich gezogen, auf die Filmklappe geklickt, und das Kabel ist weg. Nicht ganz perfekt (siehe Detailausschnitt unten), aber schon überzeugend. Einmal nachkorrigieren (nochmaliges Anpinseln des falschen Schornsteins) reicht für unsere weitere Verwendung.
Tolle Sache, für 79 Cent. Wie für manch andere Apps auf dieser Seite gibt es von Touch Retouch eine eigenen App für das iPhone*.
Mit dem Effelt lässt sich etwas Unsinn treiben (das Bild wurde mit der iPad-Kamera geschossen):
TiltShift Generator for iPad

* (2,39 Euro) ziehen wir den Effekt (Blur Type linear) mit zwei Fingern schräg über das Bild. Die Größe des Schärfebereichs und die Stärke der Unschärfe kann neben weiteren Parametern verändert werden.
Für Tilt Shift eignen sich in erster Linie Fotografien von erhöhten Standorten. Hier noch ein Beispiel aus Straßburg, links das Original, rechts das mit TiltShift Generator bearbeitete Foto (anklicken für größere Ansicht):
100 Cameras in 1 for iPad

* (2,39 Euro) eine schöne Lösung bereit. Das geladene Bild kann durch 100 (?) Effekte gewischt werden, und bei jedem Effekt können mehrere Parameter (darunter meist “yin” und “yang”) verändert werden. Achtung bei dem Klick auf “Add effect”, gegebenenfalls werden hierbei vorhandene Einstellungen ersetzt.
ColorBlast! HD

* (1,59 Euro) werden Fotos schwarz/weiß beziehungsweise getönt. Mit dem Finger kann ein Bereich wieder farbig gemalt werden. Diese Farbe kann über einen Regler verändert werden.
Für eine gute Auswahl bieten sich einfarbige Objekte an: Das erste Werkzeug, der große Pinsel, wählt die Bereiche aus, über die man malt – allerdings nur, wenn sie die Farbe haben, mit der man den Auswahlprozess begonnen hat. Setzt man den Finger erneut an, lässt sich eine weiterer Ton auswählen. Eine interessante Lösung ohne umständliche Maskenerstellung. Zugegeben, bei unserem Motiv passt das nicht so ganz.
Wer sich zurück ins reale Fotolabor sehnt, der kann mit Palm Lab for iPad* (1,59 Euro) die Chemikalien zwar nicht riechen, aber wird doch an den Entwicklungsprozess erinnert: Eine Spielerei, bei der sich im Entwicklungsbad plätschern lässt (nicht ganz so gut wie in Koi Pond
*), und die dem Foto eine Tönung oder Zeichnung verpasst – vorausgesetzt, der Bildentwickler nimmt das Foto rechtzeitig aus der Wanne. Nicht unbedingt eine Emfpehlung wert, aber originell.
Fazit
Fotospielereien, aber auch ernsthafte Nachbearbeitung funkioniert auf Apples Tablet Computer mit den richtigen Apps schon recht gut – und auf unserem iPad 2 flüssig. Zoomen und verschieben der geöffneten Bilder wie man es von iOS allgemein gewöhnt ist, bieten viele Anwendungen. Ebenso gibt es häufig die Option, die Bildgröße beim Import anzupassen, so dass auch Besitzer des Vorgängermodells mit geringerer Leistung glücklich werden können. Vor lauter Möglichkeiten sollte man das Ergebnis noch im Blick haben. Wir haben es mit den Effekten etwas übertrieben…
Sebastian Trepesch









