Prognose: iPad 2 im Höhenflug

Matthias Schleif
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UBS-Prognose
Auf Grundlage aktueller Abverkaufszahlen haben die Analysten der Schweizer Investmentbank UBS mal wieder ihre Einschätzungen nach oben korrigiert: Fast 38 Millionen iPad könne Apple voraussichtlich in 2011 absetzen. Dass davon auch der Softwaremarkt profitiert, wird nicht zuletzt am Beispiel EA-Games deutlich.

Vergessen wir nicht, dass es diesen Markt ohne Apple gar nicht geben würde, aber ein gutes Geschäft machen damit beileibe nicht alle Beteiligten. Blackberry-Hersteller RIM und Handheld-Spezialist HP, die ja schon vor Ewigkeiten Compaq wegen ihres iPaq gekauft hatten, erwirtschaften wohl bereits rote Zahlen mit dieser Geräteklasse, ganz abgesehen von der angeblichen Kannibalisierung des PC-Markts. Für alle, deren Absatzzahlen noch geringer ausfielen, sei es nahezu unmöglich, technische Weiterentwicklungen profitabel umzusetzen, analysieren die Banker.

Zwar würden die Elektronikmärkte und Webshops immer häufiger eigene Tablet-Verkaufsbereiche einrichten, aber in diese komme man eben deutlich einfacher rein (sell-in) als raus (sell-through), die suggerierte Vielfalt kommt nicht in den Wohnzimmern an. Dies hänge ursächlich sicher auch mit den grossen Ähnlichkeiten unter den iPad-Konkurrenten zusammen, wie Maynard Um von UBS hinzufügt. Und wer schonmal ein Dell Streak 7 neben ein Samsung Galaxy Tab gelegt hat, weiß, wie Recht der Mann hat.

UBS-Tabelle
Wenn alles so läuft, wie UBS es sich vorstellt, werden also in 2012 90 Millionen Tablets verkauft werden, 53 Millionen davon von Apple. Die von UBS dazu erstellte Übersicht (s.Tabelle) weist für keinen anderen Hersteller einen zweistelligen Betrag aus; einzig Samsung wird die Chance eingeräumt, bis zu 7 Millionen Geräte in 2012 abzusetzen.

Aufgrund der in 2011 bisher verkauften 14 Millionen iPads schätzen sie die Gesamtverkaufszahlen auf eben die genannten 38 Millionen mit Marktanteil von 63 Prozent. Diesen Marktanteil beziffert UBS 2012 zwar nur noch mit 58%, da aber voraussichtlich dennoch 13 Millionen mehr iPad verkauft würden sollte das zu verschmerzen sein. Und wer weiß, vielleicht müssen die Analysten ja zwischendurch mal wieder nach oben korrigieren.

Als Nebeneffekt schiebt Apple mit diesem Boom vor allen Dingen die Softwareindustrie an, wie sich dem Interview mit EA-Games CEO John Riccitiello entnehmen lässt, das AppleInsider geführt hat. Im Gegensatz zu den klassischen Spielekonsolen, deren Absatz drastisch eingebrochen ist, hätten die iOS-Spiele richtig Gewinn gebracht. Warum das trotz der schwächeren Hardware möglich ist, begründet Riccitiello mit der Plattformvielfalt und sozialen Netzwerken. Habe man früher wie selbstverständlich hingenommen, ausschliesslich am PC oder an der Konsole spielen zu können, würde heute Plattformunabhängigkeit bevorzugt und sehr bald schon vorausgesetzt.

Sicher eine Entwicklung, die das Web mit seinen Browserspielchen begünstigt hat. Heute hätten auch die sozialen Netzwerke, beziehungsweise die dort eingebundenen Spielchen ihren Anteil an der Entwicklung, so der CEO.
Sieht man sich nochmal die Verkaufszahlen des iPad und die enormen Umsätze des App-Shop in kürzester Zeit an, so ist die etwa 500 Prozent Wachstumsrate bei den iOS-Spielen, die Flurry Analytics ausgerechnet haben, wohl kaum ein Wunder.

Das iPad steche dabei mal wieder besonders heraus, denn im Gegensatz zu einer etwa 10- bis 20-fachen Leistungssteigerung bei den Spielkonsolen in 7 oder 8 Jahren habe das iPad 2 in nur einem Jahr eine neunfache Leistungssteigerung hingelegt. Ob auch diese Analysten sich noch nach oben werden korrigieren müssen, wird man dann sehen.

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