Bald ist iPad 3: Was ist jetzt, Wettbewerb? Wir wollen Konkurrenz!

Ralf Bindel
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Das Amazon Kindle Fire hatten wir selbst als möglichen iPad-Killer angekündigt. Nun ist es da und die ersten Testberichte auch. Viele sind voller Häme über die schlechte Qualität. Was ist eigentlich los mit dem so genannten Wettbewerb? Er soll doch auch Apple beflügeln!

Bald ist iPad 3: Was ist jetzt, Wettbewerb? Wir wollen Konkurrenz!

Es ist ein Kreuz. Da ist das iPad seit fast zwei Jahren auf dem Markt, die dritte Version steht in wenigen Monaten auf dem Programm und es ist kein ernst zunehmendes Konkurrenzprodukt im Laden.

Gut, es kann sein, dass das alles noch kommt und der iPad-Killer schon in der Schublade liegt. Ein Gerät mit besserer Ausstattung, mehr Anschlüssen, Flash, individualisierbarer Software ohne Apple-Restriktionen, geschmeidigem Alltagsverhalten, langer Laufzeit, einem akzeptablen Design und zu einem günstigen Preis. Das kann doch nicht so schwer sein. Sogar eine leicht veränderte Kopie würde doch reichen, vielleicht mit einem blauen Rand.

Nicht einmal das Amazon Kindle Fire, das wir selbst ein bisschen gefürchtet hatten, kommt dem iPad nahe. Wovon ist denn da die Rede? Alles wirkt eben ein bisschen billig, lässt sich nicht so flüssig bedienen, erfülle gerade seinen Zweck, nämlich den Zugang zu den Amazon Books, Music und Movies. Für knapp 200 US-Dollar sollten wir eigentlich auch nichts anderes erwarten.

Ebenso beim Barnes & Nobles Nook, dem zweiten neuen Tablet-Computer. Auch das kleiner und günstiger als das iPad, für 250 Euro, aber ebenso schlecht und recht, wie es für diesen Preis eben gerade sein kann.

Während Walt Mossberg, der bekanntlich ein Apple-Freund ist, für das Wall-Street-Journal noch eine diplomatisch-zurückhaltende Kritik übt, zieht Marco Arment, Entwickler von Instapaper, ordentlich vom Leder: Die Nutzung des Fire sei frustrierend und unangenehm, es fühle sich sogar nach Arbeit an. Das Fire sei keine iPad-Alternative oder gar ein Wettbewerber, in jedem Fall sei es eine schlechte Version eines wasauchimmer.

Wer will das schon hören von einem Gerät, das für den reinen Content-Genuss geschaffen wurde? Also ist von dort, was 300 Dollar weniger als das iPad kostet, auch nichts Neues, Innovatives oder gar Qualitätsvolles zu erwarten. Und wenn, dann viel eher das Gegenteil von Konkurrenz, eher Bestätigung des Apple-Monopols.

Denn hat man einmal einen der anderen Tablet-Computer Samsung und Sony in der Hand gehabt, und steht selbst als gewachsener Apple-Sympathisant der Apple-Kundenbindungs- und Rendite-durch-Nutzungspolitik auch skeptisch gegenüber, hätte sogar gern Flash, weil der geliebte, amerikanische TV-Serien-Streaming Channel nix anderes kann, dann weiß man trotzdem nach ein paar Android-Streicheleinheiten, warum man bei seinem iPad bleiben will und das Ecosystem Apple-iOS, so geschlossen es auch ist, immer noch das Beste ist.

Ja, es ist traurig. Aber wahr. Gern hätte ich echte Konkurrenz, schon allein für die abzusehenden nächsten Apple-Höhenflüge mit dem iPad 3. Das kann dann auch Siri und Siri wollen bekanntlich alle. Klar gibt es auch schon Konkurrenz. Wurde aber zerkloppt, von einem wahnsinnigen CEO namens Apotheker. Das einzige wirklich alternative System ist webOS, das hätte was werden können.

Und kann es vielleicht auch noch, wer weiß, wenn die Nachfolgerin Withman klug genug dafür ist, aber es sieht zur Zeit eben gar nicht danach aus. Die User-Ratten sollen das sinkende HP-Server-Schiff verlassen. Dabei wäre es so einfach. Gepaart mit ein paar vernünftigen Entwicklerwerkzeugen könnten webOS-basierte Tablets dem iPad das Wasser reichen. Denn wahre Schönheit kommt von innen und es gibt auch am iOS einiges zu verbessern. Allerdings nicht, wenn die treibende Konkurrenz ein Betriebssystem ist, das in 18000 Varianten auf dem Markt ist.

Im Ernst. Es ist ein Jammer, dass Dell, HP, Lenovo, Motorola, RIM, Samsung und Sony keinen echten iPad-Gegner bauen können. Und das sage ich nicht allein. Wir wollen gar nicht, dass Apple dieses Feld allein beackert. Wir brauchen das Bessere als Feind des Guten, sonst setzt der Multimilliardär seine dumme Gedanken um – und dann haben wir den Salat, wenn er nur noch von der Adobisierung lebt oder es genauso macht, wie Amazon. Strengt Euch mal an, rettet webOS, das wäre zumindest ein Anfang! Aber beeilt Euch, bald ist iPad 3.

Anhang:

Der Vergleich zwischen iPad 2 und Kindle Fire:

Walt Mossberg und das Kindle Fire:

Die Begutachtung von The Verge:

Foto: So many Apples, von gimpbully, Flickr

 

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