iPad 3: Die Rückkehr der iSight

Sven Kaulfuss
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Apple besinnt sich nicht nur bei der eigentlichen Namensgebung des neuen iPads auf alte Errungenschaften des Marketings zurück und streicht offiziell die Nummerierung, auch mit dem neuen iPad (3) hält eine längst vergessen geglaubte Bezeichnung wieder Einzug: Ab sofort gibt es im Apple-Portfolio wieder eine iSight.

iPad 3: Die Rückkehr der iSight

Im iPad 2 heißt sie noch schlicht „Rückkamera“, im neuen iPad dagegen erhält die rückwärtige Kamera nicht nur einen enormes, technologisches Update, sondern darf sich fortan (wieder) „iSight“ nennen.

Die neue Kamera mit fünf Megapixeln orientiert sich an Funktion und Ausstattung am Pendant im iPhone – Autofokus, Gesichtserkennung, ein Objektiv mit fünf Linsen und eine Blende von f/2,4 und Full-HD-Videoaufnahmen versprechen eine echte Verbesserung im Vergleich zum Vormodell. Doch was hat es mit der Bezeichnung auf sich?

Die originale iSight war einst Apples erste FireWire-Webcam. Vorgestellt wurde die Aluminium-Röhre im Jahr 2003 – zusammen mit iChat AV für Mac OS X. Technisch war auch diese Kamera seinerzeit herausragend: FireWire, Autofokus und die schnelle Bildwiederholrate mit 30 Bildern pro Sekunde überzeugten nicht nur den Kunden, auch Fachmagazine wie die c't zeigten sich begeistert.

Zum Unmut vieler Anwender wurde die Produktion der originalen iSight im Juni 2006 eingestellt. Bei den Lötstellen verwendete Apple Blei, was nach EU-Kriterien ein Verkaufsverbot nach sich zog. Einen bleifreien Nachfolger gab es nicht, stattdessen wandelte sich die iSight und mutierte zum integralen Bestandteil der Macs (MacBook, MacBook Pro, MacBook Air, iMac) und des LED Cinema Displays. Da Drittanbieter nur USB-Webcams im Portfolio hatten, die selten den Geschmack der Mac-User trafen, avancierte die originale iSight zum Liebhaberobjekt – exorbitante Preissteigerung im Gebrauchtmarkt inbegriffen.

Ab dem Jahr 2010 verabschiedete sich Apple jedoch sukzessive vom Markenbegriff iSight, denn mit FaceTime hielt eine neue VoIP-Software auf den Macs und nicht zuletzt unter iOS Einzug. Das iPhone 4 war das erste Gerät mit einer FaceTime-Kamera – fortan die offizielle Bezeichnung der Frontkamera. Es folgten äquivalent der iPod touch und die Mac-Modelle, deren Webcam nun ebenso FaceTime-Kamera genannte wurde – teilweise mit dem Zusatz HD, gleichbedeutend für die hohe Auflösung.

Mit der Vorstellung des neuen iPads erlebt der Begriff iSight überraschend nun eine Wiedergeburt und steht nicht mehr für eine Webcam, sondern ersetzt den allgemeinverständlichen Begriff der Rückkamera.

Apropos: Auf der amerikanischen Seite zum aktuellen iPhone findet der Begriff „iSight“ auch schon Verwendung – eine Umbenennung die die deutsche Seite noch vorenthält. Hier spricht Apple schlicht von einer „8 Megapixel Kamera“.

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