iPad-3-Spekulation: Der Teufel steckt im Detail

Flavio Trillo
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Es ist fünf vor zwölf, in iPad-Präsentations-Events gerechnet. Die angespannte Stimmung bei Beobachtern, Medien und Fans macht sich langsam bemerkbar. Wie in einer Art Übersprunghandlung versuchen Manche, den verfügbaren Quellen so viele Informationen wie nur möglich zu entlocken. Dabei geraten sie bisweilen auf Ab- und Holzwege. Ein kleines Sammelsurium des Irrsinns.

iPad-3-Spekulation: Der Teufel steckt im Detail

Wer genau hinsieht, entdeckt mehr als der beiläufige Beobachter. Der Teufel steckt im Detail und in diesem Fall hat er sich gleich mehrfach manifestiert: Die Einladung Apples zu einem Event am 7. März macht nicht nur ungeduldig, sie regt auch die Frontallappen gleich mehrerer Wartender dazu an, tiefere Bedeutung an den unmöglichsten Orten zu vermuten.

Quasi als Zeitvertreib, bis Tim Cook endlich auf der Bühne zu sehen ist, fassten die Kollegen von Cult of Mac ihre Kaffeesatz-Exegese in einem kleinen Diagramm zusammen. Eine „bedächtige Analyse“ des Fotos, das der Einladung beiliegt, bringt demnach folgendes ans Tageslicht:

Gelesen im Uhrzeigersinn, angefangen von oben links:

  • Wassertropfen stehen für wasserdichtes Design.
  • Weichgezeichnete statt scharfe Symbole deuten auf Abwesenheit eines Retina-Display.
  • Drei Finger im Display stehen eindeutig für den Namen „iPad 3“.
  • Der auf dem Rand ruhende Daumen deutet auf berührungsempfindliche Blende.
  • Merkwürdiger Lichtreflex steht für LED-Integration in der Einfassung.
  • Glänzender Rand bestätigt Vermutungen, dass weiterhin ein Glas-Display verwendet wird.
  • Bronzefarbener Rand könnte auf farbige Rückseite hindeuten.
  • Das Wort „you“ enthält drei Buchstaben und folgt auf drei Wörter.
  • Grauer Hintergrund deutet auf ausschließlich graue Smart Covers fürs iPad 3.
  • Grauer Rand widerspricht der Bronze-Theorie und könnte eine Glas-Rückseite wie beim iPhone 4 und 4S andeuten.
  • Tiefe des Schattens unter dem iPad bestätigt Berichte über dickeres Gehäuse.
  • 10 Worte in der Einladung minus 7 (auf dem Kalender-Symbol) macht 3.
  • Schwarzes iPad im Bild bestätigt, dass es kein weißes iPad geben wird.
  • Diagonale Linie deutet auf mögliches Dreiecks-Design.
  • Drei App-Symbole bestärken Vermutungen zum Namen „iPad 3“.
  • Leerer Startbildschirm deutet auf ein Fehlen vorinstallierter Apps.
  • Abgerundete Ecken der Einladung stehen ganz klar für abgerundetes Design.

Man sieht also — es ist ganz einfach, sich eine große Menge Informationen aus einem unscheinbaren Bild zusammenzuklauben. Doch damit nicht genug! Vor unterhaltsamer Spinnerei macht auch Joshua Topolsky von The Verge nicht Halt.

Er hat ein vollständiges Tafelbild vorbereitet, das eindeutig und ohne jeden Zweifel die vielseitigen Verbindungen zwischen den Ereignissen der vergangenen Wochen belegt. Als das Video erstellt wurde, wusste man noch nichts von dem Event am 7. März, doch das darf man geflissentlich übersehen.

Andere sehen in der Einladung für die Presse vielmehr eine Andeutung dessen, was mit der PC-Industrie als Folge der iPad-Präsentation passieren wird. Das ungeübte Auge sieht nur einen Finger, der auf einem Display ruht. „Eingeweihte“, wie Twitter-User @axian erkennen jedoch sofort, dass sich dahinter eine Kurve versteckt, die weltweite Verkaufszahlen von PCs auf der Zeitachse abbildet. Die Punkte, an denen iPad 1, 2 und vermutlich 3 vorgestellt werden, markieren starke Einbußen der übrigen Branche.

Aber nicht alle Ergüsse, die das Internet zu dem iPad-Event hergibt, sind freiwillig komisch. Analyst Avi Greengart gab sich die Blöße mit der Behauptung, er könne der Einladungsgrafik eine höhere Pixeldichte, mithin den Retina-Status des sagenumwobenen iPad 3 entnehmen.

Doch stellt sich das als Trugschluss heraus. So gibt Brian Lam in einer Twitter-Meldung zu bedenken, dass Apple die Screenshots aller seiner Produktbilder nachträglich einfügt.

Man sieht also, dass die Anspannung unmittelbar vor der Apple-Veranstaltung im Buena Yerba Center in San Francisco mannigfaltige Blüten trägt. Nicht alle sind glaubwürdig, aber viele sind dafür umso unterhaltsamer.

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