Kein LTE für das neue iPad in Österreich, Deutschland, Schweiz

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iPad 3 mit LTE
Offiziell funkt die dritte iPad-Generation auch über die vierte Mobilfunkgeneration LTE. Inoffiziell unterstützt das iPad 3 – oder das “neue iPad” – LTE nur in Nordamerika. Und das wird bis auf Weiteres auch so bleiben.

Für Apple sind die USA das Maß aller Dinge. Besonders im Bezug auf iPhone (und iPad) waren sie das schon immer.

Werfen wir zunächst einen Blick zurück und erinnern uns an das Debakel mit dem Tethering. Für den Rest der Welt war Tethering keine große Sache. Tethering war bzw. ist im Grunde eine Standardfunktion, welche im Grunde jedes Featurephone und jeder Provider bietet. Doch weil das Mobilfunknetz von Apples wichtigstem US-Partner AT&T seit Jahren gegen den Zusammenbruch kämpft und iPhone-Tethering wohl der Todesstoß für dieses Netz gewesen wäre, musste das iPhone lange ohne Tethering-Funktion auskommen – auch ausserhalb den USA.

Mit MMS war es dieselbe Geschichte. Offiziell waren die multimedialen Kurznachrichten zu ressourcenhungrig für das magerer AT&T-Netz. Also musste auch der Rest der iPhone-Welt lange auf MMS verzichten.

Apples US-Mobilfunkpartner könnten ja schlechter dastehen, als die eigentlich stabileren und besseren ausländischen Provider und das darf natürlich nicht sein.

Das alles scheint sich jetzt mit LTE im iPad 3 irgendwie zu wiederholen. Auf dem neuen Kontinent funken AT&T, Verizon und Co. auf anderen LTE-Frequenzen als beispielsweise wir Europäer. Und anstatt das iPad 3 wirklich “World Ready” zu machen, fokussiert man sich in Cupertino wieder nur auf seine US-Partner.

So sieht das wohl auch der CEO von 3 Österreich gegenüber Futurezone.at: “Apple fängt in den USA zu denken an” – und in den USA bleibt der Gedanke dann wohl auch stecken.

So war die Überraschung zunächst groß als Apple-SVP Phil Schiller mit dem “neuen iPad” das erste Gerät von Apple mit LTE vorstellte. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße, denn leider unterstützt der verbaute Funkchip nur die (US-)LTE-Frequenzen von 700 MHz bzw. 2100 MHz. LTE ist also nicht gleich LTE.

Österreichische Mobilfunkprovider waren eine der ersten in Europa, die LTE-Netze und -Geräte anboten. Hier  flitzen die Bits und Bytes offiziell seit Juli 2011 über den 2600-MHz-Frequenzbereich, im September sollen dann noch die 800-MHz-Frequenzpakete folgen.

In Deutschland setzt man bei LTE auf 800 MHz (reguliert) bzw. im städtischen Raum auf 1800 bzw. 2600 MHz.

Erst vor wenigen Tagen konnte die Versteigerung der LTE-Frequenzen in der Schweiz abgeschlossen werden. Noch nicht bestätigten Quellen zufolge funken leider auch die Schweizer Eidgenossen “Apple-inkompatibel”  über 800 MHz sowie 1800 Mhz und 2600 MHz.

In den Surf-Genuss von LTE-iPads werden wir also in absehbare Zeit nicht kommen. Bleibt aber immernoch HSPA+ mit ansich eigentlich immernoch beeindruckenden 21 Mbit/s (die es aber auch erst einmal zu erreichen gilt)

Klar, ein großer Markt ist leichter zu bedienen als mehrere kleinere Märkte, doch wenn Apple schon das “neue iPad” in Europa “… mit LTE” anpreisen muss, sollte das “neue iPad” auch die europäischen LTE-Frequenzen unterstützten.

Es wäre allgemein sehr zu begrüßen, wenn Apple die US-amerikanischen Provider nicht mehr als Maß aller Dinge ansieht, denn das sind sie schlicht nicht.

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Weitere Themen: LTE, Apple


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