Neues iPad: Keine Goldgrube für den Schwarzmarkt

Florian Matthey

Die Veröffentlichung eines neuen Apple-Produkts ist üblicherweise eine Zeit des Goldrausches für den Schwarzmarkt mit Elektronik-Artikeln. Mit dem neuen iPad scheint das Ganze allerdings nicht so gut zu funktionieren: Strengere Zoll-Behörden und eine weitreichende Verfügbarkeit machen den Schwarzhändlern einen Strich durch die Rechnung.

Neues iPad: Keine Goldgrube für den Schwarzmarkt

Die Nachrichtenagentur Reuters bietet einen Einblick in die Welt der Apple-Schwarzhändler: Sie bezahlen “Helfer” dafür, sich am Tag der Veröffentlichung eines neuen Produkts in den USA und anderen Ländern in die Warteschlange vor einzelnen Läden zu stellen. Diese Art der Arbeitsteilung ist nötig, weil Apple jedem nur den Kauf von maximal zwei iPads auf einmal erlaubt.

Im Anschluss verschicken die Händler die iPads entweder im Gepäck einzelner Händler oder per Kurier einzeln ins zollfrei zugängliche Hong Kong, wo sie Studenten und andere Helfer entgegen nehmen, die sie wiederum einzeln an andere Orte Chinas verbringen. Dort ließen sich Apple-Produkte in der Vergangenheit mit viel Gewinn verkaufen.

Das Ganze funktioniere nun aber nicht mehr richtig: Zum einen seien die chinesischen Zollbehörden deutlich strenger geworden: Sie hätten nach der Veröffentlichung des neuen iPad gezielt nach dem jüngsten Apple-Produkt gesucht. Auch hätten sie in den USA ansässige Unternehmen, die dort Produkte einkaufen und an Kunden in China verschicken, darauf hingewiesen, dass sie bei Apple-Produkten besonders streng sein würden. Deshalb nähmen einige dieser Unternehmen gar keine iPad-Bestellungen entgegen.

Am wichtigsten sei aber die Tatsache, dass eine entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren eines Schwarzmarktes mit hohen Gewinnmargen nicht mehr bestehe: Beim neuen iPad bestehe einfach keine Markt-Knappheit. Zum einen habe es Apple geschafft, genügend Exemplare herzustellen, auch habe Apple das neue iPad schon zu Beginn in vielen Ländern veröffentlicht – am 16. März war es nicht nur in Ländern wie den USA und Deutschland, sondern auch schon in den asiatischen Ländern Japan, Hong Kong und Singapur zu haben. Der Schwarzmarkt-Preis ist in China dementsprechend niedrig.

Weitere Themen: Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz