iPad mini: eine Vision aus München

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Sie heißen Peter, Paul, Anna oder Melanie; die treuen Apple-Anhänger, die mit dem iPhone telefonieren und am MacBook Pro ihre Bilder sortieren. Und die allertreuesten ordnen sich schön brav in die lange Reihe ein, die Stunden vor Eröffnung eines neuen Apple Stores entsteht. Oder auch dann, wenn in den bereits existierenden neue Produkte vorgestellt werden – wie eventuell bald schon das neue iPad mini.

iPad mini: eine Vision aus München

Eine Nacht im kommenden Herbst

München, Rosenstraße 1: Joseph, der bayerische Kumpel von ebengenannten Apple-Anhängern Peter, Paul und Anna, zieht sich seinen Schlafsack über beide Ohren. Noch eine ganze Zeit muss er warten, bis um neun endlich der Apple Store öffnet, erster Frost hatte sich bereits einige Nächte zuvor angekündigt, gerade in der Morgendämmerung ist es besonders kalt.

Aus dem Zelt vor ihm weht in warmen Schwaden Kaffeeduft in seine Richtung. Den Zeltbewohner, Herrn Schmitt, ein ältlicher Mediengestalter, kennt der Sepp bereits aus ähnlichen Wartenächten an ebendieser Stelle; er ist komplett ausgerüstet mit Schlafsack, Taschenlampe und Gaskocher. Um in der Schlange nicht zu weit nach hinten zu rutschen, hat er sein Klappzelt mit praktischen Rollen ausgestattet.

Noch etwas weiter vorne versucht sich gerade ein kleines Grüppchen vorzudrängeln; ganz junge Kerle, die typischen PC-Fuzzis, die nur zum Prahlen in der Schule ein iPhone haben; sie waren bislang noch nie gesehen, in diesen legendären Warteschlangen in der Rosenstraße. Doch die Macianer halten zusammen, schließen auf, kein Durchkommen mehr für die Bande. Bis auf ein paar empörte Rufe geht es ganz friedlich vonstatten, eine große Gemeinschaft eben, sie alle lieben den Mac und dessen Besitzer – noch.

8:45 Uhr

Ein leichter Nieselregen hat sich eingestellt und lässt die Wartenden enger zusammenrücken. Einige teilen sich brüderlich den Schirm – ob gewollt oder ungewollt kann man nicht so genau sagen, in Anbetracht der Bevölkerungsdichte vor der gläsernen, großen Ladentür; die Schlange hat sich mittlerweile verdoppelt.

Die schläfrige Ruhe ist dahin, eine fiebernde Bewegung rollt wellenförmig durch die Menge, auch Schmitts Zelt ist längst abgebaut, dieser nutzt es jetzt als Regencape. Längst sind die Lichter im Inneren des Stores an, schneiden durch das vorherbstliche Mittelgrau eine helle Bahn, beleuchten die Gesichter der wackeren Warteschlangenmitglieder, die schon deutlich energischer aus der Wäsche schauen.

8:50 Uhr

Das komplette Team ist nun hinter den Glasscheiben angetreten. Gerade formieren sie sich an beiden Seiten des Eingangs und gewähren der, mittlerweile schon sehr ungeduldigen Meute einen Einblick in die „appeligen“ Hallen: Nichts steht mehr am alten Platz. Die Tische im unteren Bereich sind zu einer großen Fläche zusammengeschoben, in gerader Linie zum Eingang. Kein iPod, iPad, iPhone mehr zu sehen, ebenso kein MacBook, kein Mac Pro. Nur in der Mitte der Tische erhebt sich ein kleines Gebilde, verdeckt durch ein goldenes, glänzendes Tuch.

8:58 Uhr

Ein Mitarbeiter, heute passend zum Event im weißen T-Shirt mit angebissenem Apfel in Gold, begibt sich langsam mit dem Schlüssel zum Eingangstür. Alle anderen Mitarbeiter setzen winkend zum Gruß an, die vordersten halten jeweils ein neues iPad mini hoch erhoben in der Hand.

Sepp hat mittlerweile Schmitt überholt, versucht gerade an Paul vorbeizukommen. Dieser vergisst jedoch die macianische Etikette und rammt dem Drängler seinen Ellenbogen in die Rippen.

9:00 Uhr

Die Türen öffnen sich. Von hinten drücken die Zuspätkommer den Pulk in der Mitte zusammen, da der Eingang bei der stattlichen Breite der wartenden Truppe zum Nadelöhr wird. Sepp konnte sich inzwischen gegen seinen Widersacher durchsetzen steht jetzt nah bei Melanie, die bereits einen Tag früher gekommen war und sich so einen Platz an vorderster Front sichern konnte. Ihre zaghaften Versuche die Position zu bewahren, erwidert Sepp mit einem herzhaften Biss in die Schulter.

Noch halten die Apple-Mitarbeiter Stellung. Wenige Sekunden später erlischt das Hauptlicht, mehrere Spots beleuchten das goldene Tuch auf den zusammengeschobenen Tischen. Es wird gelüftet und enthüllt eine vergoldete Sonder-Edition des neuen iPad minis.

9:01 Uhr

Der goldene iPad mini ist nicht mehr zu sehen, vielmehr türmen sich darüber die kräftigsten Besucher. Nur Beine ragen aus der rangelnden Masse heraus, wenige Köpfe, darunter auch der vom Joseph. Schmitt hat die Gunst der Stunde erkannt, schlängelt sich an der Seite vorbei und entreißt mit letzter Kraft dem vordersten Apple-Mitarbeiter das hochgehaltene iPad mini.

Das Apple-Store-Team tritt die Flucht an.

9:30 Uhr

Sepp sitzt inzwischen mehr oder weniger unbeschadet in der U-Bahn. Die Sonder-Edition konnte er nicht ergattern. Dafür ist er an Schmitt vorbeigekommen, der sich an der nächsten Straßenecke eine kleine Pause gönnen wollte, das Gerät der Begierde zärtlich sanft in den Händen haltend. Zu sanft; ohne seinen Schritt zu verlangsamen, konnte es sich Joseph einfach schnappen.

Daheim angekommen erwacht Sepp aus seinem kurzen U-Bahn-Schlaf, steht auf, greift neben sich – ins Leere. Ein paar Meter weiter vorne sieht er gerade noch einen schlaksigen Körper im nächsten Hauseingang verschwinden, in der Hand ein kleines Paket mit dem Apple-Logo darauf.

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iPad Mini

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