iPad mini: Gedanken zum Verkaufsstart

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Heute stehen sie vor den Apple Stores: Fans der Kultmarke und „Schwarzmarktspekulanten“, die versuchen werden in den Anfangstagen durch überzogene Wiederverkaufspreise ein Geschäft zu machen. Der Erfolg des iPad mini scheint demnach vorprogrammiert.

iPad mini: Gedanken zum Verkaufsstart

iPad mini: Erfolgsfaktor Software

Ein Sonderangebot ist das iPad mini augenscheinlich nicht. Selbstbewusst veranschlagt Apple einen Startpreis von 329 Euro. Artverwandte Tablets wie das Google Nexus 7 oder auch der Kindle Fire HD von Amazon sind schon für knapp 200 Euro zu haben – ein gewaltiger Unterschied. Doch worin gründet das gesunde Selbstvertrauen Apples, warum ist man überzeugt, mit dem iPad mini trotz alledem das bessere Angebot dem Kunden machen zu können?

Vergleichbar sind iPad mini, Google Nexus 7 und Kindle Fire HD nur bedingt bei näherer Betrachtung. Die beiden Kontrahenten bieten jede Menge Tablet fürs Geld: Besseres, weil hochauflösendes Display, identische Kapazitäten beim Einsteigermodell (16 GB) und vergleichbare Arbeitsgeschwindigkeit. Der größte Nachteil allerdings: Es sind Androiden, keine iPads.

Das Totschlagargument eines Fanboys? Keinesfalls, denn hinter dieser Aussage verbirgt sich eine ungeschönte Wahrheit. Mittlerweile können auch Android-Nutzer auf 700.000 Apps zugreifen, ein Gleichstand zum App Store von Apple. Doch nur ein Bruchteil dieser Anwendungen sind speziell für Tablets konzipiert. Dem stehen aktuell 275.000 native iPad-Apps gegenüber – Programme die das größere Display tatsächlich nutzen und nicht nur aufgeblasene Smartphone-Apps sind. Ein haushoher und nicht wegzudiskutierender Vorteil der iOS-Plattform, der für den Erfolg des iPad minis mitentscheidend sein wird.

Spiegel-Online-Kollege und früherer Autor des beliebten Mac MAGAZINs Matthias Kremp fasst es treffend zusammen: „Mehr Tablet fürs Geld bekommt man anderswo, mehr iPad gibt es nirgends.“

Zielgruppenanalyse: Wer kauft sich ein iPad mini?

Ein oft geäußertes Vorurteil in Kommentaren und Foren: Derlei „Spielzeuge“ kaufen sich doch eh nur verblendete Apple-User. So schreibt beispielsweise „Jack“: „Fakt ist, dass sich Appleprodukte an die wenden, die schon mindestens ein Apple Gerät haben. Gerade das kleine iPad ist hier an die gerichtet, die bereits ein iPhone und/oder einen Mac zu hause stehen haben aber bislang kein Tablet brauchten oder für die das große Gerät einfach zu teuer war.“

Dem widerspricht die Statistik, allein im letzten Quartal verkaufte Apple 26,9 Millionen iPhones und 14 Millionen iPads – ein Zuwachs von jeweils 58 und 26 Prozent. Würde man „Jacks“ Aussage folgen, müssten altgediente Apple-User wie unsereiner zwischenzeitlich ein ganze Armada von iPhones und iPads in den heimischen vier Wänden horten – eine unrealistische Annahme.

Vielmehr ist es doch so, dass allen voran iPhone und iPad Markenbotschafter von Apple sind und täglich neue Kundenkreise erobern. Nur so sind diese beeindruckenden Wachstumszahlen der letzten Jahre zu erklären, wenngleich das Bestandskundengeschäft für Apple nicht weniger wichtig ist. Eben diese überzeugten Bestandskunden finden sich in vorderster Reihe beim Verkaufsstart des iPad mini und ergänzen ihre bisherige Apple-Sammlung. Für ein strategisches Wachstum darüberhinaus sind jedoch Neukunden entscheidend.

Diese findet Apple in Familien, Frauen, Bildungseinrichtungen und Kraftfahrern. Zwar mag das iPad mini nicht das billigste Tablet am Markt sein, engagierte Eltern finden in Apples Mini-Tablet jedoch eine preiswerte und komfortable Alternative zu Netbooks und Co. Die Frau des Hauses freut sich zudem über die integrierte „Handtaschen-Kompatibilität“ des iPad mini – sein großer Bruder war oftmals zu ungelenk und daher nur beschränkt mobil nutzbar.

Schulen und Universitäten werden das iPad mini ebenso freudig erwarten. Es bietet dieselben Vorteile wie das bisherige, größere iPad zu einem besseren Preis. Schon dieses Modell gefiel den Bildungseinrichtungen und wurde in großen Stückzahlen erworben. Apple dürfte seine Stellung mit dem iPad mini im Bildungsmarkt deshalb noch weiter ausbauen.

Nicht wenige iPhones finden ihre Bestimmung als Navigationsgerät im Automobil. Wirklich komfortabel ist der verhältnismäßig kleine Bildschirm aber nicht hierfür. Die Mobilfunkvariante des iPad mini verspricht eine echte Alternative zu sein. Der 7,9-Zoll-Bildschirm ist ein guter Kompromiss zwischen dem zu kleinen Display des iPhones und des zu großen des bisherigen iPads. Kompatible Autohalterungen werden nicht lange auf sich warten lassen.

Plan B: iPad mini für 229 Euro

Die Vorzeichen stehen gut, dass das iPad mini ein Erfolg wird. Vor allem in den ersten Monaten nach Verkaufsstart dürfte das größte Problem für Apple wiederholt die Verfügbarkeit, nicht die eigentliche Nachfrage sein. Doch was passiert, wenn eben diese Nachfrage widererwarten in zwei, drei Monaten nachlässt? In diesem Fall hat Apple sicherlich noch einen Alternativplan in der Hinterhand.

Nein, eine Preissenkung wird es nicht geben. Dieses Instrumentarium verwendet Apple so gut wie nie – einzige Ausnahme, die Vorstellung einer neuen Revision oder aber eine Währungsanpassung. Denkbar ist jedoch die Erweiterung nach unten. Zuvor wurde darüber spekuliert, dass Apple sein kleinformatiges Tablet mit anfangs acht Gigabyte Kapazität vorstellt – Startpreis 249 Euro. Wie wir heute wissen, entschied sich der Hersteller dagegen.

Apple könnte jedoch sich dazu veranlasst sehen, eben jenes Modell doch noch in den Markt zu lancieren. Beim derzeitigen Preisschema würde man das iPad mini für 229 Euro anbieten und somit die Konkurrenz (Google Nexus 7, Kindle Fire HD) enorm unter Druck setzen – eine strategische Entscheidung.

Im Moment ist dies im Hause Apple freilich nur ein Planspiel, denn freiwillig wird man nicht auf höhere Einnahmen durch höhere Verkaufspreise verzichten wollen.

Bilderquellen: Apple

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Weitere Themen: Nexus 7, Amazon Kindle Fire HD, iPad mini Wi-Fi + Cellular (4G): Gewinnspiel (Gewinner), Apple


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