Kindle Paperwhite 2015 im Test: für die Abendsonne wie für den Nachtzug

Sebastian Trepesch
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Was ist das – er bringt Spannung, Spaß und kann im Dunklen leuchten?! Im Sommer seinen beliebtesten E-Book-Reader aktualisiert. Wir haben einen Blick auf den neuen Kindle Paperwhite geworfen.

Kindle Paperwhite 2015 im Test: für die Abendsonne wie für den Nachtzug

Ist der Sommer doch noch nicht vorbei? Gegen Ende der Woche soll es nochmal richtig warm und sonnig werden. Auf der Wiese liegen und ein Buch lesen – welch Abwechslung, wenn man die meiste Zeit vor einem Computerbildschirm hockt.

Wenn es denn kein gedrucktes Buch sein soll: Die E-Book-Reader sind augenfreundlich und auch im Sonnenlicht gut zu lesen. Das haptische Gefühl, die Übersicht, sie können mit einem Druckwerk nicht mithalten – besonders im Vergleich von Zeitungsausgaben. Und doch gibt es Vorzüge, die man in vielen Situationen nicht missen möchte: viel Inhalt auf kleinem Raum mit wenig Gewicht – besonders beim Reisen praktisch. Außerdem: Integrierte Nachschlagwerke, Notizfunktion. Und bei dem Kindle Paperwhite: die integrierte Beleuchtung. Besonders praktisch beim Camping, im Nachtbus, im Massenschlafraum des Schullandheimes etc.

Kindle Paperwhite 2015: angenehme Verbesserungen

Die erste Generation des Kindle Paperwhite hatten wir ausführlich getestet. Zweite und jetzige dritte Generation brachten jeweils einige Verbesserungen.

Das Display löst jetzt mit 300 dpi auf – das gibt ein noch schärferes Bild und ermöglicht eine dünne Schriftart. Amazon hat Bookerly extra für Bildschirme entwickelt, „eine warme, zeitgemäße und von Hand abgestimmte Schrift für beste Lesbarkeit in jeder Größe“, so der Hersteller. Mein Eindruck: schlank, übersichtlich, sehr gut zu lesen. Eine intelligente Zeichensetzung mit verbesserten Zeichenabständen, Blocksatz etc. führt Amazon parallel dazu ebenfalls ein. Bookerly inklusive neuer Rendering Engine ist ein Fortschritt, man nutzt sie gerne als Standard auf dem Gerät.

Die einstellbare Beleuchtung ist heller und noch gleichmäßiger als bei unserem Vergleichsmodell (Paperwhite 1. Generation). Der minimale Schatten am unteren Rand stört nicht.  

Das Gehäuse ist noch weitgehend identisch zur ersten Generation, die Schriftzüge auf der Hardware sind dezenter ausgeführt. Die Rückseite bietet eine angenehme Griffigkeit, geladen wird selten, und über Mikro-USB.

Technische Daten

  • Display: beleuchteter 6 Zoll Touchscreen, ePaper-Technologie mit 16 Graustufen
  • Maße: 16,9 x 11,7 x 0,91 Zentimeter
  • Gewicht: 205 Gramm (3G-Modell: 217 Gramm)
  • Speicherplatz: 4 GB (offiziell: „Platz für Tausende Bücher“)
  • Akkulaufzeit: mit Licht (Stufe 10) 21 Stunden am Stück, ohne WLAN
  • Unterstützte Formate: Kindle, Kindle Format 8, PDF, TXT, ungeschützte MOBI, PRC. Nach Konvertierung: HTML, DOC, DOCX, JPEG, GIF, PNG, BMP
  • Preis:

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Das Ökosystem von Amazon ist durchdacht – man kann sich zum Beispiel Dokumente per Mail auf den Kindle schicken. Die Einrichtung erfolgt über das Portal des Versandhändlers. Amazon setzt auf seine eigenen Buchstandards – geschützte Dateien von anderen Buchhändlern lassen sich leider nicht nutzen. (Ungeschützte) ePub-Formate müssen erst am Rechner konvertiert werden. Ganz klar: Amazon will die Kunden an den eigenen Store binden. Über die Kindle-Apps können die Einkäufe auf iPad, iPhone und Android-Geräten gelesen werden. 

Amazons erfolgreichstes Produkt: Kennst du nicht, wetten?

Ausführungen des Kindle Paperwhite 2015

Vier Variationen des neuen Kindle Paperwhite bietet Amazon an. Neben dem WLAN-Modell gibt es eine Ausführung mit WLAN + Mobilfunk (3G) . Um die Sim-Karte, Tarif etc. muss man sich aber keine Gedanken machen: Alles ist vorbereitet, Zusatzkosten fallen nicht an, Bücher können gratis aus dem Amazon Store heruntergeladen werden, auch im Ausland. Die Empfangsqualität ist im Vergleich zum iPhone mäßig. Aber um zwischendurch mal ein Buch zu laden, reicht es völlig. 

Beide Modelle gibt es mit und ohne „Spezialangebote“, heißt: Bildschirmschoner mit Werbung. Wer das nicht möchte, zahlt für seinen Kindle 20 Euro mehr.

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Kindle Paperwhite 2015 im Test: Fazit

Wer bereits einen Kindle Paperwhite besitzt, für den lohnt sich ein Neukauf trotz angenehmerem Schriftbild eher nicht. Ein eingefleischter E-Book-Fan wird sein bisheriges Modell aber gerne weitervererben und sich ein neues zulegen. Neukunden müssen sich der Bindung an Amazon bewusst sein, erhalten aber mit dem Kindle Paperwhite ein benutzerfreundliches Top-Gerät. 

Was dem Kindle Paperwhite allerdings noch fehlt: der Staub- und Spritzwasserschutz für das Lesevergnügen am Strand. Die Konkurrenz ist da  bereits fortschrittlicher.

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