B&N Nook mit Farbdisplay fordert Amazons Kindle heraus

Tizian Nemeth
5

Der neue Nook von Barnes & Nobles* hat einen evolutionären Sprung gemacht: Vom E-Book-Reader mit 3,5 Zoll-Touchdisplay unterhalb des 6 Zoll E-Ink-Bildschirms zum farbenfrohen Vollbildschirm mit Touch-Funktion. Und damit noch nicht genug, können Anwender auch Apps nutzen und Videos ansehen. Damit fordert B&N Amazon mit seinem Kindle heraus, den nächsten Schritt zu tun.

Der neue Nook* verwendet für die Darstellung ein LC-Farb-Display mit einer Auflösung von 1024 mal 600 Bildpunkten. Das Touch-Display stammt von Hersteller LG. Dank einer speziellen Beschichtung sollen die Spiegelungen auf dem Display minimiert werden. Ob man Texte, Bilder und Videos auf dem Display auch im grellen Sonnenlicht noch gut erkennen kann, müssen erste Erfahrungsberichte aber erst noch aufklären.

Das Gerät wiegt 450 Gramm und hat im Inneren einen 8 Gigabyte Flash Speicher und eine integrierte WiFi-Antenne. Den Speicher kann man aber über die integrierte MicroSD-Schnittstelle jederzeit erweitern. Auf eine 3G-Version allerdings, wartet man vergebens. Schade eigentlich: Ein Reader, mit dem man unterwegs nur Medienkonserven verwenden kann und die aktuellen Nachrichten außen vor bleiben, verschenkt viel Potential unserer Meinung nach.


Basis für den Nook ist Googles Android-Betriebssystem, dennoch bleibt das neue Modell vor allem ein E-Reader. Anders als beim Vorgänger, bei dem der Anwender das Gerät über das kleine 3,5 Zoll-Touchdisplay bedient hat, steht dem Nook-Besitzer nun der ganze Bildschirm zur Eingabe zur Verfügung.

Auch beim Buchangebot weiß B&N zu beeindrucken: Mittlerweile sollen sich 2 Millionen Bücher im Angebot befinden – mit Conde Nast ist zudem einer der größten Publisher mit an Bord. An Formaten beherrscht der Reader EPUB (mit und ohne DRM) sowie PDF Bilder kann man im JPEG, GIF, PNG und BMP-Bildformat auf dem Nook verwenden. MP3s und AACs gibt der E-Reader ebenfalls wieder, neben dem Kopfhöreranschluss finden Klänge über einen eingebauten Monolautsprecher den Weg ans Ohr. Bei den Videos spielt er nach Angabe des Herstellers “die gebräuchlichsten” Video-Formate außerhalb von Flash – eine Eigenschaft, die der E-Reader mit den iOS Geräten teilt.


Bei den Apps ist der Nook allerdings wählerisch: Auch wenn er auf Android basiert, bislang hat das Gerät keine Anbindung an den Android Market. Also wird es zumindest in naher Zukunft nur speziell für den Nook entwickelte Anwendungen geben, die Anwender über den Shop von B&N beziehen können.

Natürlich haben die Entwickler auch auf die Anbindung an Facebook und Twitter nicht verzichten wollen. So können Anwender ihren Freunden mitteilen, was sie gerade lesen und ihre Gedanken öffentlich dazu äußern.

249 US-Dollar soll der neuen Nook kosten. Damit liegt er unter dem Preis, den B&N beim Verkaufsstart des Vorgängers ohne Farbe haben wollte. Der farbige Nook ist auch günstiger als die aktuelle Version aus dem Hause Amazon. Für den Kindle DX* verlangt der Online-Buchhändler 379 Dollar. Gut dafür bekommt man eine 3G-Anbindung, aber man verzichtet auf Farbe – eine Entscheidung, die jeder für sich treffen muss. Wir sind uns aber sicher: Mit dem neuen Nook fordert B&N den Kontrahenten Amazon nicht nur heraus, sondern fordert ihn nachgerade zu weiteren Entwicklungsschritten heraus.

via Gizmodo

Weitere Themen: Amazon

Neue Artikel von GIGA

GIGA Marktplatz
}); });