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Jenseits des iPads: Amazon investiert in den Kindle

Thomas J. Weiss
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Was als Nettigkeit gemeint gewesen sein mag, lässt sich durchaus auch als Überheblichkeit verstehen: Als Steve Jobs das iPad vorgestellt hat, ließ er es sich nicht nehmen, Amazon für die Vorarbeit und den Kindle zu danken, gerade so, als referiere ein Evolutionsforscher über den Quastenflosser: “We’re gonna stand on their shoulders and go a bit further.” Dabei will der Online-Buchhändler seinen E-Book-Reader durchaus selbst weiterentwickeln und hat dafür nicht nur eingekauft, sondern sucht nun auch 50 neue Entwickler.

Letzte Woche bereits hat der führende Online-Buchhändler die Firma Touchco aufgekauft und die Mitarbeiter in das Team integriert, das für die Entwicklung des Kindle verantwortlich zeichnet. Nun hat Amazon zudem rund 50 Stellenanzeigen veröffentlicht: Gesucht werden Mitarbeiter für die Entwicklung von Hardware, unter anderem ein “Hardware Display Manager”, der sich mit dem LCD-Geschäft und den führenden Anbietern auf diesem Markt auskennt.

Bislang zeichnet sich der Kindle durch ein E-Ink-Display aus, das für eine gute Lesbarkeit bei langer Batterielaufzeit verspricht. Im Gegensatz zum kommenden iPad kann man mehrere Tage lang Bücher lesen, ohne an die Steckdose zu müssen. Die Entwicklung allerdings scheint in eine andere Richtung zu gehen: In Sachen Technik nähert sich Amazon Apples Tablet an, obwohl dies dem derzeitigen Verständnis eines E-Book-Readers keinesfalls entspricht. Ein Stellenanzeige deutet auf eine Anbindung ans WLAN hin, eine andere darauf, dass der Anbieter ein Software Development Kit für die Entwicklung von Kindle Apps zur Verfügung stellen könnte.

Um sich nicht nur mit Apple sondern auch mit klassischen E-Book-Readern messen zu können, müsste Amazon auf Dauer allerdings auch ein Gerät mit E-Ink-Display im Angebot behalten, meint AppleInsider und beruft sich auf Analysten. Aus eins mach zwei – das könnte manches Stellengesuch des Unternehmens erklären. Steve Jobs indes dürfte sich klar sein, dass die Vorherrschaft auf dem Segment der elektronischen Bücher alleine mit der Vorstellung des iPads nicht entschieden ist. In einem Urvieh wie dem Kindle steckt noch einiges an Potential – mit Amazon und damit einem Buchhändler mit Tradition im Rücken.


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