LG G Pad 8.3 im Test: Tablet-Flunder mit Featuritis

Andreas Floemer
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Mit dem LG G Pad 8.3 bringt der südkoreanische Elektronik-Gigant sein erstes Tablet seit knapp drei Jahren auf den Markt. Das neue Modell kann sich auf dem Papier mit aktuellen Modellen der Mitbewerber messen – vor allem der Preis von unter 300 Euro ist attraktiv. Ob sich LGs G Pad auch in der Praxis gut schlägt, fassen wir in unserem Testbericht zusammen.

LG G Pad 8.3 im Test: Tablet-Flunder mit Featuritis

LG hatte es in den letzten Jahren nicht sonderlich leicht, sich auf dem Android-Sektor zu behaupten. Zwar tröpfelten alljährlich eine gewisse Anzahl Mittelklasse- und Einsteigergeräte aus den Fabrikationshallen der Südkoreaner, aber so richtig gut lief das Geschäft im Unterschied zum großen Mitbewerber aus den selben Gefilden – namentlich Samsung – nicht. Seit den Vorstellungen des Nexus 4 (Test) im Jahr 2012 und dem letztjährigen Nexus 5 (Test), die LG in Kooperation mit Google fertigen durfte, sowie dem LG G2 (Test) geht es allmählich wieder leicht bergauf. Das untermauern auch die jüngsten Geschäftszahlen.


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Nicht nur auf dem Smartphone-Sektor will LG es wieder wissen, auch der Tablet-Acker Markt wird nach gefühlten Ewigkeiten wieder bestellt. Das letzte Modell der Südkoreaner liegt schon eine Weile zurück und konnte 2011 weder in Sachen Preis (UVP 800 Euro), noch Hardware oder Software überzeugen – Honeycomb lief auf dem Optimus Pad eher instabil, auf dessen Hauptkamera mit 3D-Aufnahmemöglichkeit muss ob ihrer Sinnlosigkeit dieser Funktion nicht weiter eingegangen werden.

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Das LG G Pad 8.3 wurde im Vorlauf der IFA 2013 mit einem Teaser angekündigt, in dem impliziert wurde, dass das Gerät in vielen Belangen perfekt sei. Demnach sollte es über die richtige Größe und ein geringes Gewicht verfügen, äußerst mobil und nicht zu dick sein. Darüber hinaus sollte das Tablet die Fähigkeit besitzen, sich leicht mit anderen Geräten verbinden zu lassen; ein Full HD-Display und eine ordentliche Arbeitsgeschwindigkeit rundeten, so LG, das Paket ab. Dass das Äußere sich in der Tat sehen lassen und optisch wie seitens seiner Verarbeitung mit der Konkurrenz mithalten kann, konnten wir bereits im Zuge der IFA 2013 feststellen – hier unser Hands-On (Einige weitere Vergleichsvideos mit anderen Geräten finden sich am Ende des Artikels):

Das LG G Pad 8.3 im Video


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Optik, Haptik und Verarbeitung

Wenn man jemandem das LG G Pad 8.3 optisch beschreiben möchte, kann man es grob als eine Mischung aus Nexus 7 (2013) (Test) und Apples iPad mini darstellen. So ist es mit 8,3 Millimetern in etwa so flach wie das Nexus 7 (2013) (8,6 mm) und hat das gleiche Display-Seitenverhältnis von 16:10, wodurch es sehr gut dazu geeignet ist, Filme zu konsumieren. Was Größe und Ansatzweise die Gehäusematerialien anbelangt, so soll es sich mit Apples iPad mini mit 7,9 Zoll IPS-Screen messen, schließlich verfügt das G Pad über ein 8,3 Zoll in der Diagonale messendes Full HD-IPS-Display und ist – zumindest rückseitig – aus gebürstetem Aluminium hergestellt, wodurch es eine gewisse Wertigkeit erhält. Zum Vergleich: das Nexus 7 besteht an der Rückseite vollständig aus Polycarbonat. Auch bei den Abmessungen von 216,8 x 126,5 x 8,3 mm (G Pad 8.3) gegen 200 × 134,7 × 7,2 mm (iPad mini) gibt es vage Ähnlichkeiten, zudem ist Apples Tablet auch im 8-Zoll-Segment verortet – aber lassen wir besser Vergleiche von Äpfeln und Birnen.

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Die Verarbeitung des G Pad ist rundherum gelungen. Die Übergänge zwischen den zum Einsatz kommenden Materialien sind beim Herübergleiten mit der flachen Hand nur minimal wahrzunehmen, auch Spaltmaße gibt es kaum. Das Aluminium endet im nicht auf der Rückseite, sondern fasst abgerundet auch die Seiten bis hin zu Power-Button und Lautsprecherwippe ein. In die Metall-Rückseite sind zwei Löcher für die Stereo-Lautsprecher gefräst, die im Porträtmodus gehalten linksseitig zu finden sind, oder im Querformat an der Rückseite unten. Positiv fällt auf, dass sie dank der Positionierung – egal wie man das Tablet hält – im Grunde nie verdeckt sind. Ganz ohne Polycarbonat kommt das G Pad aber auch nicht aus: Ober- und unterhalb des Alu-Rückens befinden sich jeweils Kunststoff-Elemente. In das auf der Oberseite sind die 5 MP-Kamera, eine Audiobuchse, IR-Blaster und micro SD-Kartenslot eingelassen, auf der Unterseite sitzt lediglich mittig ein micro USB-Port.

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In Bezug auf Griffigkeit und Haptik ist das Aluminium ein zweischneidiges Schwert: Einerseits fühlt sich das Gerät in der Hand in der Tat hochwertiger an als schnödes Polycarbonat, andererseits ist es beim ersten Hochnehmen kalt und gewöhnungsbedürftig. Das Material mit der Zeit aber warm und angenehmer für die Hand und fühlt sich dann auch beinahe wie Kunststoff an. Was bei der Nutzung indes negativ auffiel war die Beinahe-Unmöglichkeit, das Tablet von einem flachen Tisch aufzunehmen, wenn es mit dem Display nach unten lag – dies ist neben dem Material auch der eigentlich positiv zu bewertenden abgerundeten Form anzulasten. Auch die Tatsache, dass Fingerabdrücke in der schwarzen Version auf dem Geräterücken recht gut sichtbar blieben und sich selbst mit einem Mikrofasertuch nur sehr schwer entfernen ließen, gereicht uns zu milder Kritik.

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Kommen wir zur Vorderseite, die vom 8,3 Zoll in der Diagonale messenden IPS-Display dominiert wird. Ober- und unterhalb des Screens sind jeweils circa zwei Zentimeter breite Flächen zum Greifen des Tablets zu finden, die sich beim Spielen ideal als Griff erweisen. Am oberen Teil sind ein Helligkeitssensor sowie die Frontkamera untergebracht. Die sogenannten Bezel, also die Streifen zwischen Display und Gehäuserand, sind seitlich sehr schmal, sodass man beim seitlichen Greifen nicht umhin kommt, auch das Display zu treffen. Das wirkt sich jedoch nicht negativ auf die Bedienung aus.

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Eine finale Beobachtung zum Gewicht und zur Ausbalancierung: Nimmt man das G Pad 8.3 hochkant in die Hand, merkt man, dass die Gewichtsverteilung nicht optimal ist. Die Oberseite erscheint schwerer als der untere Part des Tablets – es ist praktisch kopflastig. Im Querformat fällt dies indes nicht weiter auf, auch im täglichen Gebrauch wirkt sich dies nicht negativ aus, sollte aber erwähnt werden.

Das Display des LG G Pad 8.3

Beim Display setzt LG auf hauseigene IPS-Technologie. LG ist als Display-Experte bekannt und liefert bekanntermaßen auch andere Hersteller, beispielsweise Apple, mit Panels – entsprechend hoch darf man seine Erwartungen ansetzen. Die werden nicht enttäuscht.

Das G Pad 8.3 verfügt über ein Full HD-fähiges Display mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.200 Pixeln und 273 ppi – diese Pixeldichte kommt zwar nicht ganz an die des Nexus 7 (2013) heran, welches die gleiche Bildauflösung besitzt, jedoch ein Display mit einer 7 Zoll-Bilddiagonale verbaut hat und somit eine Pixeldichte von 323 ppi erreicht. Der Screen des G Pads macht aber trotzdem eine sehr gute Figur und steht in Sachen Qualität dennoch auf einer Stufe mit dem kleineren Nexus-Tablet.

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Die hohe Qualität manifestiert sich in der sehr guten Farbwiedergabe, die zum Teil sogar als ausgewogener als beim aktuellen Nexus 7 ist. Während bei IPS-Displays generell Probleme mit der Darstellung von Schwarztönen zu beobachten sind, kann das Schwarz beim LG-Tablet als nahezu tiefschwarz angesehen werden – im direkten Vergleich mit dem Nexus 7 schneidet es eindeutig besser ab, während das Schwarz beim Gerät von ASUS und Google tendenziell in ein dunkles Anthrazit wandert. Der Weißton ist beim G Pad 8.3 hingegen leicht „verwaschener“ als beim Nexus 7. Generell ist festzustellen, dass die Helligkeit sowohl bei der automatischen Helligkeitsregelung als auch bei der Maximalhelligkeit eine Nuance dunkler ist als beim Nexus-Tablet, wobei man dies im normalen Gebrauch, ohne direkte Vergleichswerte zu besitzen, nicht wahrnimmt. Als WLAN-Tablet wird das G Pad wohl überwiegend in geschlossenen Räumen verwendet, im Freien lässt es sich aber auch brauchbar nutzen – sofern man direkte Sonneneinstrahlung vermeidet, dann ist nämlich kaum etwas auf dem Bildschirm zu erkennen.

Eine ebenso gute Figur gibt das Display des G Pad 8.3 auch bei der Blickwinkelstabilität ab: selbst aus spitzeren Winkeln können Inhalte bestens erkannt werden. Weder Verfärbungen noch verblassende Farben, wie sie beispielsweise beim Sony Xperia Z1 (Test) wahrzunehmen sind, kommen zum Tragen. Man kann den Display mit dem tollen Screen des kleinen Geschwisterchens LG G2 vergleichen, freilich mit niedrigerer Pixeldichte. Die ppi-Zahl von Smartphones und Tablets lässt sich jedoch ohnehin nur bedingt miteinander vergleichen, schließlich hält man Tablets aufgrund der größeren Displaydiagonale weiter vom Gesicht entfernt als Smartphones.

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Das Display des G Pad kann trotz seiner weniger hohen Gesamthelligkeit als eines der besten Full HD-Screens auf dem Markt betrachtet werden, es hat sich nicht nur bei Auflösung und Farbwiedergabe, sondern auch in Bezug auf Touchscreen-Empfindlichkeit bewährt. Berührungen des Displays werden ohne wahrnehmbare Verzögerung vom Finger auf das Display übertragen, wodurch die Bedienung eine wahre Freude ist.

Hardware und Performance des LG G Pad 8.3

LG positioniert das G Pad 8.3 zwischen dem Nexus 7 und dem Samsung Galaxy Tab 8.0, was Größe und Ausstattung angeht. So kommt als Prozessor ein 1,7 GHz Snapdragon 600-Quad Core-Chip zum Einsatz, der von einer Adreno 320-GPU und 2 GB RAM unterstützt wird. Diese Kombination ist beispielsweise auch im HTC One (Test) und der europäischen Version des Samsung Galaxy S4 (Test) zu finden und entsprach dem technischen Nonplusultra des ersten Halbjahres 2013.

Mittlerweile wurde der 600er durch das Snapdragon 800-SoC als Flaggschiff-Chipsatz ersetzt und in zahlreichen Geräten verbaut – bald steht bereits das 805er-Modell auf dem Plan, das aber aktuellen Informationen zufolge wohl erst ab Mitte dieses Jahres in ersten Geräten verbaut sein wird. Der Snapdragon 600 leistet indes auch noch sehr gute Dienste, wie man beispielsweise an den beiden letztjährigen Smartphone-Topmodellen Samsungs und HTCs sowie auch dem hier im Test befindlichen LG G Pad 8.3 sehen kann.

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Auf dem Bild: links Nexus 7 (2013), rechts LG G Pad 8.3

LG G Pad 8.3 Nexus 7 (2013)
Display 8.3 Zoll HD-IPS (1.920 x 1,200 Pixel, 273 ppi) 7 Zoll Full HD-IPS (1.920 x 1.200 Pixel, 323 ppi)
OS-Version Android 4.2.2 Jelly Bean Android 4.4.2 KitKat
Prozessor 1,7 GHz Snapdragon 600 1,5 GHz Qualcomm Snapdragon S4 Pro
Arbeitsspeicher 2 GB RAM 2 GB RAM
ROM 16 GB 16 GB bzw. 32 GB
Kamera vorn 1,3 MP 1,2 MP
Kamera hinten 5 MP BSI 5 MP
Akkulaufzeit laut Hersteller keine Angabe 9 h
WLAN Wi-Fi a/b/g/n Wi-Fi a/b/g/n
NFC nein ja
Akku 4.600 mAh 3.950 mAh
Sonstiges Speicher per microSD-Karte erweiterbar, Miracast, SmartShare, QShare, IR-Blaster Qi-Wireless; Stereo-Lautsprecher; LTE (optional)
Abmessungen 216,8 x 15 x 8,3 mm 200 x 114 x 8,65 mm
Gewicht 338 g 290 g

Wir haben das G Pad 8.3 gegen das 2013er Nexus 7 und das Sony [link id=2142207]Xperia Z Ultra in verschiedenen Benchmarks antreten lassen. In diesen zeigt sich recht deutlich, dass es gegen Sonys Phablet/Tablet, das mit einem Snapdragon 800-SoC ausgerüstet ist, keine Chance hat – in allen Disziplinen ist das G Pad unterlegen. Im Vergleich mit dem Nexus 7 (2013) sieht das Ganze etwas anders aus. So steht das Google-Tablet beim Antutu RAM-Wert im Bereich „Operation“ besser dar, während beide Geräte beim Geschwindigkeitswert nahezu gleichauf sind. Im CF-Bench hat das G Pad mit Abstand die Nase vorn, während im Grafikbenchmark GFXBench überraschend das nominell schwächere Nexus 7 ein Stück weiter vorne liegt – möglicherweise aufgrund einer neueren Android-Version.

Benchmark LG G Pad 8.3 Nexus 7 (2013) Sony Xperia Z Ultra
Antutu 4.0.1 Total 25657 20118 34298
Antutu UX (Mulitask/Dalvik) 5055/2682 3301/1457 6465/3573
Antutu CPU (integer/float) 2589/3005 2248/2017 3116/3395
Antutu RAM (Operation/Speed)  1296/1553 1106/1486 1354/2477
Antutu GPU (2D/3D)  1239/6173 1597/5277 1639/9732
Antutu IO (Storage/Database)  1396/660 1024/605 1872/675
CF-Bench 1.3 Overall  28230 15244 34542
CF-Bench Java 26934 7906 32078
CF-Bench Native  30174 26253 38240
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
694 Frames
12,0 fps (GFXBench 3)
872 Frames
16 fps
1285 Frames
23 fps

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So viel zu den synthetischen Messwerten, die natürlich über die Alltagsperformance nicht viel aussagen. Kommen wir zu subjektiveren Eindrücken: Im Allgemeinen läuft auf dem G Pad 8.3 alles rund. Der Wechsel von Homescreen zu Homescreen geht flüssig vonstatten, wie auch das Öffnen des App-Drawers und der Benachrichtigungsleiste. Dieser positive Eindruck ändert sich allerdings mit der Zeit: Je intensiver man mit dem Tablet arbeitet, sich der Arbeitsspeicher füllt und eine Reihe der vielen Software-Features aktiviert hat, desto mehr sind gelegentlich Mikroruckler und kleine Denkpausen zu verspüren, die den Gesamteindruck dennoch wenig trüben. Beim Scrollen durch lange Texte oder Webseiten sind keinerlei Aussetzer wahrzunehmen. Auch das Starten von Apps und Games läuft zügig.

Rechenintensive Games wie Riptide GP2, Dead Trigger 2, Table Top-Racing und Real [link id=2470163]Racing 3 liefen sauber und ruckelfrei, ohne zu murren. Bei Casual Games wie Angry Birds, Dots oder dem derzeit angesagten Flappy Bird muss man sich erst Recht keine Sorgen machen.


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Die Kamera im LG G Pad 8.3

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Zwar sieht das Fotografieren mit Tablets etwas albern aus, dennoch gehört eine rückseitige Knipse mittlerweile zum Standard – auch das G Pad 8.3 besitzt daher eine Kamera, die mit 5 MP-Sensor und Autofokus, aber ohne LED-Licht daherkommt. Die Bildqualität ist für eine Tablet-Kamera akzeptabel, entspricht aber genau dem, was man erwarten kann. Die Cam ist für „Notschnappschüsse“ ausreichend, wenn wirklich keine andere Kamera zur Hand ist. Zwar sind die Resultate der Aufnahmen recht farbecht, von Schärfe kann aber kaum die Rede sein. Die Details der Aufnahmen sind verwaschen, was sich sowohl bei normalen Schnappschüssen wie auch bei Makros manifestiert. Nutzt man den HDR-Modus der Kamera-App, wird dieser Effekt leicht abgemildert. Die Leistung der HD-Frontkamera ist ebenfalls nicht berauschend, reicht aber für Videochats aus.

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Die Kamera-Software bietet eine Fülle an Modi: außer dem erwähnten HDR-Modus sind zwei Panoramafunktionen, ein Modus für Serienaufnahmen, eine sogenannte „Beauty-Shot“- sowie eine „Time-Catch-Shot“-Funktion mit von der Partie. Beauty-Shot soll die Gesichtshaut heller und weicher aussehen lassen, während mit der Time-Shot mehrere Bilder zu einem zusammengefügt werden können, um beispielsweise einen Bewegungsablauf festzuhalten.

Beispielfotos

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Die Software

Das LG G Pad 8.3 lag uns noch mit der Android Version 4.2.2 vor. Android 4.2, die zweite Ausformung von Jelly Bean, wurde von Google im Herbst 2012 vorgestellt – man kann also mit Fug und Recht von einer veralteten Android-Version sprechen. Wie Kollege Frank in seinem Test zum LG G2 bemerkte, scheint der südkoreanische Hersteller sich auf Seite der Software den Landsleuten von Samsung Konkurrenz machen zu wollen. Denn wie in Samsungs TouchWiz-UX scheint LG sich bei der Gestaltung der hauseigenen Nutzeroberfläche zum Motto gemacht zu haben:„Nicht kleckern, sondern klotzen.“ So hat man, wie beim Geschwistergerät LG G2 auch das G Pad 8.3 mit Software-Features nur so vollgepackt.

Einige Elemente gemahnen stark an TouchWiz – beispielsweise kann man eine Art Eye-Tracking aktivieren, sodass das Display aktiviert bleibt, auch wenn man es nicht berührt und Videos stoppt, wenn man seinen Blick vom Screen abwendet. Ferner ist auch die Benachrichtigungsleiste dermaßen mit Funktionen überfüllt, dass sich manch ein Nutzer erschlagen fühlen dürfte. Denn außer einer nach links und rechts wischbaren Leiste mit allerlei Systemfunktionen wie Bluetooth, WLAN, diversen Extras LGs wie Quick Memo und Co., hat LG eine weitere Reihe mit sogenannten QSlide-Anwendungen, die man in kleinen Fenstern auf dem Homescreen platzieren kann, sowie Helligkeits- und Lautstärkeregler und – sofern aktiviert – auch eine Fernbedienung und QPAir-Aktivierung untergebracht. Dank dieser Fülle an Funktionen bleibt standardmäßig kaum noch Raum für die eigentlichen Benachrichtigungen.

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Der Feature-Reichtum endet nicht in der Benachrichtigungsleiste, sondern setzt sich durch das ganze System fort. Auf dem Homescreen lassen sich, wie bereits erwähnt, kleine Fenster-Apps wie Rechner, Notiz-Block, Datei-Manager, Kalender und mehr anzeigen und beliebig anordnen – selbst die Transparenz der Apps lässt sich beinahe bis zur Unsichtbarkeit reduzieren. Überdies hat der Nutzer durch die Funktion „Zur Seite gleiten“ die Option, bis zu drei Anwendungen durch eine Geste von der linken Display-Seite auf den Screen zu ziehen. Der Mehrwert erschließt sich dem Tester jedoch nicht, schließlich hat man schon durch den Multitasking-Button die Möglichkeit, auf zuletzt genutzte Anwendungen zuzugreifen. Abgesehen von der Redundanz der Funktion funktioniert die native Android-Multitasking-Option zuverlässiger und intuitiver.

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LG lässt den Nutzern umfangreiche Optionen, die Oberfläche nach eigenen Wünschen zu konfigurieren: So sind unter anderem App-Icons, die auf dem Homescreen liegen, optisch beliebig anpassbar – hierfür stellt LG eine Reihe an eigens gestalteten Designs zur Verfügung. Ob dies notwendig ist, sei dahingestellt. Ferner kann der Nutzer, wie bei TouchWiz, System-Schriftart und -größe auswählen und hat zudem die Möglichkeit, etwas unglücklich als „Telefonschema“ übersetzte Themes zu wechseln. Standardmäßig wird nur ein weiteres, visuell wenig ansprechendes Theme angeboten. Darüber hinaus besteht sogar die Option, die Onscreen-Buttons zu konfigurieren. LG hat jedoch vergessen, die Android-Standard-Anordnung zu integrieren – statt eines Multitasking-Buttons findet man hier immer noch die obsolete Menü-Taste. Diese Art der Individualisierung dürfte bei manch einem mit Sicherheit ankommen, für Android-Puristen und Einsteiger ist sie hingegen entweder befremdlich oder überfordernd.

Eines der Software-Highlights, das auch andere Hersteller möglichst sofort in ihre Geräte bringen sollten, ist die sogenannte Knock-On-Funktion. Dank dieser kann das Gerät mithilfe eines Doppel-Tapps aufs Display aus dem Standby aktiviert werden – auf die gleiche Weise kann der Screen ausgeschaltet werden, wenn man eine freie Stelle auf dem Homescreen doppeltappt, der sonst obligatorische Griff zum Power-Button wird somit überflüssig. Auch wenn die Funktion zu Beginn einen etwas unzuverlässigen Eindruck machte, so war dies nicht auf fehlerhafte Software zurückzuführen, sondern auf ein schlechtes Tap-Timing des Testers. Je häufiger man den Knock-On-Tap ausführt, desto besser klappt es. Mit der Zeit passierte es gar, dass der Tester diese Aktion gar auf Tablets und Smartphones durchgeführt hat, die diese Funktion nicht besitzen.

Auch wenn LG seinem G Pad eine Fülle an aus unserer Sicht redundanten Funktionen, die teils unlogisch, wenig praktikabel und zum Teil – mit Verlaub – sinnfrei sind, so sind einige Features durchaus ein Volltreffer. Diese zu finden ist allerdings schwer genug, der Hersteller sollte bei Software-Features besser nach der Devise „Weniger ist mehr“ verfahren. Vermutlich klappt es dann auch schneller mit den Betriebssystem-Updates.

Speicher und Konnektivität

LG bietet sein G Pad 8.3 global in nur einer Variante an, die über 16 GB internen Speicher verfügt, effektiv stehen dem Nutzer 11,04 GB davon zur Verfügung. Wer mehr möchte, kann dank des integrierten micro SD-Kartenslots bis zu 64 GB nachrüsten. Wie es sich gehört, werden die darauf abgelegten Daten vom System erkannt und können über die jeweiligen Player abgespielt werden. Selbst MKV-Dateien werden unterstützt, doch das gehört wohl mittlerweile zum guten Ton. App2SD unterstützt das G Pad jedoch leider nicht.

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Was die weitere Ausstattung anbelangt, so glänzt das G Pad 8.3 mit dem bereits erwähnten IR-Blaster, WLAN nach maximal dem n-Standard und WiFi-Direct sowie Bluetooth 4.0. Positiv hervorzuheben ist zudem die Integration eines Vibrationsmotors, der im Nexus 7 (2013) schmerzlich vermisst wird. Nach einem Modell mit mobilem Funkmodul wie LTE- oder UMTS sucht man leider vergebens, obwohl das 8,3-Zoll-Tablet mit Sicherheit auch unterwegs eine sehr gute Figur machen würde. Zieht man allerdings in Betracht, dass LG keine sehr positiven Erfahrungen mit ihrem Tablet-Business sammeln konnten, hatte man sich vermutlich für die etwas sicherere Variante entschieden, nur ein Modell anzubieten, um den Markt zu sondieren und zu sehen, ob es sich überhaupt lohnt, solche Produkte anzubieten. Um mit dem Tablet unterwegs dennoch ins mobile Internet zu gelangen, hat LG seinem Tablet eine sogenannte Qpair-Funktion verabreicht. Mit diesem Feature kann man das Gerät mit einem Smartphone schnell koppeln und per Tethering ins Netz gelangen. Allerdings muss auch auf dem Gegenstück die Qpair-App installiert und im Hintergrund aktiv sein – Voraussetzung ist Android-Version 4.1. Ansonsten kann man aber natürlich auch die seit Android 2.2 standardmäßig integrierte Betriebssystem-Funktion zum WLAN-Tethering verwenden.

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Ebenso schade, aber zu verschmerzen ist das Fehlen einer kabellosen Auflade-Option per Qi Wireless, die hier und dort schon in manchen Geräten zu finden ist. So mag der Autor dieses Feature beim Nexus 5 und Nexus 7 (2013) nicht mehr missen. Auch NFC ist nicht an Bord – ebenfalls ein noch zu ertragender Verlust.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das LG G Pad im Grunde alles an Bord hat, was ein gutes WiFi-Tablet an Bord haben sollte. Eine Modellvariante mit mobilem Funkmodul wäre dennoch wünschenswert.


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Multimedia, Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

In Sachen Multimedia muss das G Pad sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken. So spielt es Musik und Videos – auch MKV-Dateien – sowohl vom lokalen Speicher als auch aus Netzwerkquellen reibungslos ab. DLNA und Miracast werden unterstützt, ein im Test verwendeter NAS-Speicher im hauseigenen WLAN-Netzwerk wurde problemlos erkannt, Medien-Dateien angezeigt und wiedergegeben. Vor- und Zurückspulen geht nahezu ohne Wartezeit vonstatten. Nicht nur zum Ansehen von Videos oder Filmen kann das G Pad 8.3 genutzt werden, auch zum Lesen von Texten im Browser, in Play Books, der Kindle-App oder anderen Medien ist es durchaus zu gebrauchen. Die Größe des Displays lädt geradewegs dazu ein.

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Möchte man mit dem Tablet Filme ansehen oder Musik hören, sollte man allerdings einen Kopfhörer benutzen. Die verbauten Stereo-Lautsprecher sind zwar relativ laut, dem Gerät fehlt es aufgrund seiner geringen Dicke jedoch an Klangkörper, sodass der Sound etwas blechern klingt. Zur Not kann man dies zwar ertragen, ein Headset ist aber die bessere Wahl.

Was den Akku anbelangt, zeigt sich eine der Stärken LGs, denn die Laufzeit kann sich durchaus sehen lassen. Mit seinem 4.600 mAh-Energiespeicher kommt man bei durchschnittlicher Nutzung inklusive dem Abruf von Mails, Browsen, Facebook, YouTube-Videos schauen und dem eigentlichen Zocken eines Spiels über zwei Tage und, je nach Nutzungsart, sogar mehr. Bei voller Displayhelligkeit und kontinuierlicher Wiedergabe eines Videos kommt man pi mal Daumen auf etwa sechs Stunden, bis es wieder an die Steckdose muss – wenn der Autohelligkeitsmodus des Displays aktiviert ist, entsprechend länger. Liegt es nur auf dem Schreib- oder Couchtisch, verbraucht es so gut wie keine Energie, sodass eine Woche Standby-Betrieb im Raum des Möglichen liegt.

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In Bezug auf die Alltagstauglichkeit kann sich das G Pad 8.3 durchaus sehen lassen. So macht es Spaß, mit dem schlanken, kompakten Tablet zu hantieren. Die Verarbeitung ist ordentlich, auch die Größe ist ideal – vor allem, wenn dem Nutzer ein 7-Zoller zu klein und ein 10-Zoll-Tablet zu groß ist. Akkulaufzeit und Display laden zum Zocken, Surfen und Lesen von E-Books gleichermaßen ein. Auch wenn LG sein Modell nur als WiFi-Version anbietet und somit in erster Linie ideal für die Couch konzipiert wurde, hilft das QPair-Feature auch bei Außeneinsätzen dank der komfortabel bedienbaren Tethering-Funktion.

Fazit

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Ein abschließendes Fazit zu ziehen fällt nicht leicht, denn das G Pad hinterlässt beim Tester gemischte Gefühle. Einerseits handelt es sich um ein tolles Tablet, das dank seines hochwertigen wie ansprechenden und obendrein schlanken Designs mit seinem dünnem Rahmen sowie guten Display zu gefallen weiß. Selbst bei der hochwertigen Alu-Rückseite des G Pad 8.3 kann LG punkten, beim kleinen Bruder LG G2 war uns das glatte Plastik noch Kritik wert. Was die Leistung angeht, so landet es nur im oberen Mittelfeld, was in erster Linie der teils trägen Software anzulasten ist.

Wo wir schon beim größten, allerdings umstrittenen Kritikpunkt angelangt sind: der Software. Mal ganz abgesehen von der veralteten Android-Version ist die von LG entwickelte Nutzeroberfläche weder schön, noch konsistent. Zwar dürften sich über die Ästehtik des LG-UI die Geister scheiden, jedoch ist nicht allzu viel von Stock-Android übrig geblieben. LGs Ansatz erschlägt den Nutzer mit einer Fülle von Funktionen – sowohl in den Einstellungen als auch auf dem Homescreen. Wer auf ein großes Arsenal an Funktionen Wert legt und sich durch nahezu unendliche Weiten an Funktionen wuseln möchte, mag mit dem G Pad glücklich werden, Android-Einsteiger dürften sich aufgrund dieses Feature-Überflusses aber womöglich etwas verloren fühlen.

Abgesehen von der „Featuritis“ ist das G Pad 8.3 allerdings ein gutes Gerät, das viel zu bieten hat. Sofern LG ein Software-Update nachschiebt und an diversen Stellen nachbessert, wird es gar noch besser. Wer auf der Suche nach einem Tablet mit 8 Zoll-Displaydiagonale ist, sollte das Modell aus dem Hause LG durchaus in Betracht ziehen – es wird mitunter bereits zum Preis von 250 Euro bei einigen Händlern angeboten.

Unsere Wertung zum LG G Pad 8.3

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Software: 3/5
  • Performance: 4/5
  • Multimedia und Audio: 4/5
  • Kamera: 3/5*
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 5/5

Gesamt: 4,3/5

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* Anmerkung: Die Kamera-Wertung fließt bei Tablets nicht in die Gesamtnote mit ein.

Pro

  • Schönes Design und gute Verarbeitung
  • Tolles Display
  • Interner Speicher per microSD-Karte erweiterbar

Contra

  • Software zu überladen
  • Sporadisches Stottern
  • Keine LTE-Version verfügbar


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Vergleichsvideos mit anderen Geräten

LG G Pad 8.3 vs. Nexus 7 (2013)

LG G Pad 8.3 vs. Apple iPad mini (2012)


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