Marktanalyst: Honeycomb hat keine Chance gegen iPad 2

Daniel Kuhn
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Über Android 3.0 „Honeycomb“ wurde bereits sehr ausführlich berichtet – nicht immer nur positiv. Jetzt wird das Tablet-Betriebssystem auch von Marktanalysten genauer unter die Lupe genommen. Trip Chowdhry ist so einer und er hat Honeycomb keine besonders positive Zukunft vorhergesagt: Es sei von Geeks für Geeks entwickelt worden.

Marktanalyst: Honeycomb hat keine Chance gegen iPad 2

Trip Chowdhry, Marktanalyst bei Global Equities Research hat sich Googles Tablet-OS genauer angeschaut. Sein vernichtendes Urteil: Honeycomb ist gegen das iPad2 (sic!) zum Scheitern verurteilt. Es sei von Geeks für Geeks entwickelt worden und daher für Normalanwender zu kompliziert.

Wie kommt er zu diesem negativen Ergebnis? Es ist ja nicht so, dass der Nutzer nach dem Starten mit einer Linux-Kommandozeile begrüßt wird. Was soll also so schlecht an Android 3.0 sein? Folgende Kritikpunkte werden von Chowdhry angeführt:

  • Die Akkulaufzeit ist unbeständig
  • Der Akku läuft im Standby-Modus nur 10 bis 12 Stunden verglichen mit 30 Tagen beim iPad
  • Das Motorola Xoom kann manchmal einfrieren und abstürzen
  • Automatischer Textumbruch funktioniert nicht korrekt im Webbrowser

Abgesehen davon, dass sich mindestens die Hälfte der Punkte auf die Hardware bezieht, ist uns immer noch nicht ganz klar, warum Honeycomb für Geeks sein soll. Honeycomb ist zwar noch nicht vollständig ausgereift — das ist kein Geheimnis — aber wenn die Installation eines alternativen Browsers (für funktionierenden Textumbruch) den Anwender bereits überfordert, sollte man das Problem vielleicht nicht bei der Software suchen.

Chowdhry gibt die Schuld abschließend Googles Ursprung als Web-Unternehmen. Dienste wie Google Mail und Google Voice funktionierten als kostenlose Produkte wunderbar, selbst wenn sie fehlerhaft sein sollten. Nutzer würden hingegen nachtragend reagieren, wenn sie ein teures Gerät wie das Motorola Xoom kaufen und dieses dann ständig abstürzt. Aus diesem Grund sieht er keine Zukunftsperspektive für Honeycomb.

Wieviel ist dran an den Vorwürfen? Wir können uns kein Urteil erlauben, weil wir das Xoom noch nicht (bzw. nur kurz) in der Hand hatten. Dass es Ecken und Kanten bei einem nagelneuen System gibt, liegt auf der Hand. Sollte Google aber mit einer ähnlichen Geschwindigkeit das Tablet-Android weiterentwickeln wie die Version für Smartphones, kann man guter Dinge sein, dass die Benutzererfahrung bei Android-Tablets recht schnell die von Apple-Produkten überbietet. Und die Hardware? Nicht vergessen sollte man, dass nach dem Xoom auch das Optimus Pad von LG und die zwei neuen Tablets von Samsung sich anschicken, im Tablet-Markt mitzumischen. Dass diese Firmen — genau wie etliche andere — das Xoom und auch das iPad 2 technisch schlagen wollen, kann niemand bezweifeln.

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