Samsung Galaxy Note 8.0: Das S-Pen-Tablet im Test

Das Galaxy Note 8.0 hat nach seiner Vorstellung auf dem MWC im Februar nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst: ein “Plastikbomber” mit großen Rand um das Display und eine Bildschirmauflösung, die in Zeiten von Smartphones mit 1080p-Display von einigen als zu gering eingestuft wurde. Doch wie schlägt sich das Gerät denn im wirklichen Leben? Diese Frage versuche ich jetzt zu beantworten.

Samsung Galaxy Note 8.0: Das S-Pen-Tablet im Test

Galaxy Note 8.0: Die Spezifikationen

  • Display: 8 Zoll WXGA (1280 x 800 Pixel, Pixeldichte: 189 ppi)
  • Prozessor: 1,6 GHz Exynos-Quad-Core Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher:  16/32 GB (erweiterbar)
  • Maße: 210,8 x 135,9 mm
  • Gewicht: 338 Gramm
  • Akku: 4600 mAh
  • Betriebssystem: Android 4.1.2/Jelly Bean
  • Kameras: Hinten 5 MP, vorne 1,3 MP
  • Verbindungen: 3G (optional), WiFi 802.11 a/b/g/n (2,4 und 5 GHz), IR-Port, Wi-Fi Direct, AllShare Cast, Bluetooth 4.0, USB 2.0)

Erster Eindruck und Hardware

Wie Ihr im Unboxing-Video von Jens sehen könnt, fällt sein erster Eindruck vom Note 8.0 eher nüchtern aus. Ich hingegen kann mich diesem Eindruck nicht anschließen: Mit 338 Gram ist das Tablet überraschend leicht und trotz des Randes um das 8 Zoll Display lässt es sich im Hoch- und Querformat sehr gut dauerhaft mit einer Hand halten (kommt natürlich auf die Handgröße an). Die Verarbeitung ist, wie man es von anderen Galaxy-Geräten kennt, sehr gut. Die Spaltmaße sind gering gehalten und lediglich durch die große Rückfläche aus Kunststoff kommt es bei erhöhtem Druck auf das Gehäuse gelegentlich zu kleinerem Knarzen und Knacken.

Natürlich sorgt das verbaute Material dafür, dass das Tablet etwas “billig” wirkt. Zwar ist die komplette Vorderfront verglast, aber die Rückseite besteht aus Kunststoff und zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an. Der graue Rand des Geräts wirkt von weitem vielleicht wie ein Metallrahmen, besteht aber auch aus Kunststoff. Er wertet das Design etwas auf und beschwert das Gerät nicht zusätzlich, wie es bei einem Metallrahmen der Fall wäre.

Bildergalerie Galaxy Note 8.0 Hardware

Was auch zu schade ist: Weder SIM-, noch MicroSD-Karte lassen sich ohne Hilfsmittel einsetzen oder herausnehmen. Die zugehörigen Slots liegen etwas zu weit im Gehäuse, um sie mit den Fingern benutzen zu können. Da die beiden Karten aber nicht zu oft gewechselt werden, sollte das kein größeres Problem darstellen.

Der S-Pen ist sehr leicht, stabil und wirkt auch gut verarbeitet. Er sitzt fest in einem Einschub an der Unterseite des Tablets, lässt sich aber dennoch gut herausnehmen. Mit ihm lassen sich beim Note 8.0 nicht nur Apps und das System bedienen, endlich ist es auch möglich, die Zurück- und die Menü-Taste damit zu bedienen.

Leistung

Das Note 8.0 wird mit einem 1,6 GHz Quad-Core-Prozessor und 2GB RAM ausgeliefert. Diese Hardware sorgt im Zusammenspiel mit dem von Samsung angepassten Android 4.1.2-System für eine absolut flüssige Bedienung. Es gibt keine Ruckler und keine nennenswerten Verzögerungen im System und bei der Benutzung von Apps. Auch die Performance bei Spielen und grafikintensiven Anwendungen überzeugt. Mit der Leistung darf man sehr zufrieden sein.

Bildergalerie Galaxy Note 8.0 Benchmark

Display

Im Note 8.0 ist ein LCD-Panel verbaut. Das Display löst mit 1280×800 Pixeln auf, was eine Pixeldichte von 189ppi bedeutet. In Bezug auf Helligkeit gibt es nichts zu meckern und auch die Blickwinkelstabilität ist sehr gut. Nun zur Auflösung. Ist WXGA auf bei 8 Zoll zu wenig? Jein. Die meiste Zeit während der Benutzung geht die Auflösung absolut in Ordnung. Egal, ob beim Spielen, dem Anschauen von Fotos oder dem Schauen von Videos, es stört nicht. Lediglich wenn die angezeigten Grafiken sehr klein werden oder es zum Lesen von längeren Texten in kleinerer Schriftgröße kommt, stören die auftretenden Treppeneffekte und strengen die Augen an.

Galaxy Note 8.0 Blickwinkel

Software

Auf dem Note 8.0 läuft beim Kauf Android 4.1.2 mit der TouchWiz-Oberfläche, die in der 3G-Version an die eines Galaxy-Smartphones erinnert. Neben Telefon- und SMS-App sind zahlreiche zusätzliche Apps und Features mit an Bord, das Nutzungserlebnis verbessern. Dazu gehören verschiedene Gesten, Smart Stay (Bildschirm bleibt an, solange man ihn betrachtet) und der Multi-Window-Mode(Zwei Apps parallel auf dem Bildschirm nutzen). All diese Features funktionieren sehr gut und lassen sich je nach Bedarf an oder ausschalten. Für fortgeschrittene Nutzer gibt es außerdem zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, um das System an die eigenen Wünsche anzupassen. Anfänger können eine vereinfachte Homescreen-Oberfläche mit den wichtigsten Schnellzugriffen nutzen und sich mit der Hilfe-App durch das System führen lassen.

Bildergalerie Galaxy Note 8.0 Software

Eine Übersicht der Samsung-Apps, die vorinstalliert sind:

  • A Note HD
  • ChatOn (Chatprogramm)
  • Dateimanager
  • Flipboard (News-App)
  • Game Hub (Zugriff auf zahlreiche Spiele)
  • Group Play (Screen- und Dateisharing über WLAN)
  • Hilfe (Anleitungen für zahlreiche Tabletfunktionen)
  • Learning Hub (mobile Lernplattform)
  • MP3-Player (Musikspieler)
  • Music Hub (Musik-Store)
  • Paper Artist (Malprogramm)
  • Polaris Office
  • Readers Hub (E-Book-Zugriff)
  • S Note (Notizprogramm)
  • S Planner (Kalender)
  • Samsung Apps (App-Store)
  • Smart Remote (IR-Fernbedienung)
  • Video Hub (Film-Store)
  • Video-Player
  • Weltuhr

Ich muss zugeben, dass ich kein Freund der Samsung-App-Politik bin. Die obige Auflistung zeigt, wie viele Apps bereits vorinstalliert sind. Zwar sind bereits viele wichtige Apps, die Nutzer normalerweise manuell nachinstallieren müssen, mit dabei, aber diese Masse von Apps ist auch komplett verwirrend für Anfänger. Der Nutzer weiß nicht, wofür welche App dient und hat Angst davor, in den zahlreichen Stores ungewollt irgendetwas zu kaufen. Dazu kommt noch die Redundanz: Google Now und S-Voice, Readers Hub/Learning Hub und Play Books, Video Hub und Play Movies, Samsung Apps und Play Store, A Note HD und S Note. Viele Apps sind in Bezug auf die Funktion doppelt vorhanden und lassen sich nicht deinstallieren. Das ist kein typisches Note 8.0-Problem, sondern eines der gesamten Galaxy-Serie. Wer diese vorinstallierten Apps entfernen möchte, dem bleibt nichts Anderes übrig, als das eigene Gerät zu rooten.

Der S-Pen

Was gibt es zur S-Pen-Benutzung zu sagen? Die Unterstützung für den kleinen Stift nimmt einen wichtigen Bereich im System ein. So kann automatisch ein Notizfeld geöffnet werden, wenn der Stift herausgenommen wird und Apps wie S-Note unterstützen Schrifterkennung. Letztere funktioniert ausgesprochen gut und erleichtern die Arbeit mit dem Tablet ungemein, vor allem, wenn viel mit mathematischen Formeln gearbeitet wird.

Schrifterkennung
Screenshot

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den S-Pen kann außerdem aus jedem Bildschirm heraus ein Screenshot eines mit dem Stift ausgewählten Bereichs angelegt und direkt geteilt werden. Weiterhin können eigene Stiftgesten angelegt werden, mit denen von überall aus Befehle schnell ausgeführt werden können. Sehr angenehm.

Schnellgesten

Kamera und Audio

Das Note 8.0 kommt mit zwei Kameras, die beide nicht für gute Fotos zu gebrauchen sind. Die Frontkamera ist für Videotelefonie völlig ausreichend, aber die Rückkamera (sie hat keinen LED-Blitz)  ist eigentlich überflüssig. Die Bilder sind, sobald das Umgebungsbild nicht absolut perfekt ist, unscharf, verwaschen und dunkel. Die mit maximal 720p aufgenommenen Videos sehen nicht viel besser aus. Ich habe das Note 8.0 eine Woche lang als Hauptgerät benutzt und mein Nexus 4 Zuhause gelassen und muss sagen, dass die Möglichkeit, brauchbare Fotos zu schießen, das Einzige war, was ich vermisst habe. Es waren immer mehrere Versuche nötig, um ein akzeptables Bild einer Szene zu bekommen. Die Ergebnisse reichen nur für die nötigsten Schnappschüsse aus.

Bildergalerie Galaxy Note 8.0 Kamera

Die beiden Stereo-Lautsprecher auf der Unterseite des Geräts leisten gute Arbeit, sind aber nichts Besonderes. Je nachdem, wie man das Tablet hält, kommt es im Querformat immer wieder vor, dass die Hand einen der Lautsprecher abdeckt, was ziemlich störend sein kann.

Galaxy Note 8.0

Telefonfunktion

Wer im Besitz der 3G-Version des Tablets ist, kann diese natürlich zum Telefonieren und Schreiben von SMS benutzen. Das funktioniert wie bei einem Smartphone ohne Probleme. Möchte man das Tablet als Telefonersatz nutzen, so empfehle ich die Nutzung eines Bluetooth-Headsets, denn es telefoniert sich auf Dauer schlecht mit einem 8 Zoll-Gerät am Ohr.

Akku

Angetrieben wird das Note mit einem 4.600 mAh Akku, der nicht wechselbar ist. In meiner Nutzung des Notes als Smartphoneersatz kam ich mit automatischer Helligkeitseinstellung, einigem Spielen, dem Schauen von Videos und Surfen im Internet auf etwas über einen Tag Akkulaufzeit. Das ist ein Wert, den ich mir für ein Smartphone wünschen würde.

Fazit

Das Note 8.0 hat mich positiv überrascht: Die Größe ist Samsung wirklich perfekt gelungen. Neben dem S-Pen punktet es mit gute Hardware und zahlreichen Features, die man bereits von anderen Geräten der Galaxy-Serie kennt und die bereits gut ausgereift sind.

Negativ zu bewerten sind lediglich das Material des Tablets, die nicht zu gebrauchende Kamera und eventuell die Displayauflösung.

Natürlich ist der Preis der Geräts nicht gerade gering. Aber da es im Bereich der Tablets mit Stylus momentan keinerlei ernstzunehmende Konkurrenz für Samsung gibt, ist das Note 8.0 für all jene zu empfehlen, die ein Tablet für alles (Telefonieren, Spielen, Arbeiten, usw.) in angenehmer Größe suchen.

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