Wie recycling- und reparaturfreundlich sind Tablets? Gar nicht!

Naja, so ganz stimmt das natürlich nicht. Zumindest manche Tablets sind relativ einfach zu reparieren, so zum  Beispiel das Google Nexus 7 (2013). Das Fraunhofer Institut hat jetzt aber die Reparaturfreundlichkeit allgemein getestet und ist zu keinem sonderlich guten Ergebnis gekommen.

Wie recycling- und reparaturfreundlich sind Tablets? Gar nicht!

Das Institut hat 21 Geräte getestet und dabei Schlüsse gezogen, die größtenteils so zu erwarten waren. Aber schön ist es trotzdem, dies noch einmal bestätigt zu haben. Es ging dabei um die Recycling- und Reparaturfreundlichkeit der kleinen Computer. Die Studie steht auch im Zusammenhang mit der Debatte um geplante Obsoleszenz.

Es zeigt sich, dass bei Reparierbarkeit große Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten bestehen. Viele Geräte auf dem Markt lassen sich kaum oder schlecht reparieren, ohne dass es zu Beschädigungen kommt. Allgemein gilt:

“Je hochwertiger und robuster ein Gerät ist, umso komplizierter lässt es sich demontieren. Eine aufwändige Demontage des Gerätes erschwert wiederum sowohl die Reparatur, als auch den Recycelvorgang.” (Bei dem Zitat haben wir Rechtschreibfehler mit übernommen.)

Zwickmühlen bei der Zielerreichbarkeit

Außerdem scheint es nicht so einfach möglich zu sein, alle Ziele zu erreichen. Schrauben sind gut, um später Reparaturen vorzunehmen, Plastikhalterungen sind aber für die Wiederverwertung besser und eine Verklebung eignet sich am ehesten dafür, um eine flache Bauforum zu erreichen. Ein Dilemma. Überhaupt ist es durch den engen Verbund verschiedener Materialien schlecht möglich, nicht-erneuerbare wertvolle Materialien wiederzuverwerten. Angesichts der knappen Rohstoffe auf unserer Erde und der katastrophalen Arbeitsbedingungen in vielen Ländern, in denen zum Beispiel seltene Erden gewonnen werden, ist dies mehr als nur ärgerlich.

Der Akku ist bei fast allen Geräten nur sehr schwer zu entnehmen. Inwiefern dies für den Nutzer ein Nachteil ist, wird ja auch bei Giga immer wieder heftig diskutiert. Hier soll es noch eine Nachfolgestudie vom Fraunhofer Institut geben, wie viele Ladezyklen ein Akkumulator zum  Beispiel mitmacht. Für die Reparatur wäre es natürlich besser, wenn dieser leichter zu entnehmen wäre (wie zum Beispiel bei vielen Laptops).

Große Unterschiede bei einzelnen Modellen

Die Austauschbarkeit von defekten Einzelteilen hängt extrem vom jeweiligen Tablet ab: Wenn das Touchpanel mit dem LCD-Display verklebt ist, lassen sich diese Komponenten natürlich nicht mehr einzeln austauschen.

Untersucht wurden Apple iPad Mini, Samsung Galaxy Tab 2, Asus Google Nexus 7, Lenovo Ideatab A2107A, Kindle Fire HD, Huawei Media Pad 7, Apple iPad 4, Samsung Galaxy Note 10.1, Acer Iconia A510, Asus Transformer TF300TG, Asus Memo Pad Smart ME301T, Samsung Google Nexus 10 GT‐P8110 und Acer Iconia W700. Leider gibt es keine Informationen darüber, wie die Tablets im Einzelnen abgeschnitten haben. Das war laut Golem kein Kriterium beim Test des Instituts. Ihm ging es eher darum, zu zeigen, wie die Reparaturfreundlichkeit bei Tablets allgemein aussieht und durch was sie beeinflusst wird:

“Wir führen die Geräte mit Klarnamen nur in einer Liste auf, da es nicht unsere Absicht war, einzelne Geräte miteinander zu vergleichen, sondern nur aufzuzeigen, welche Designunterschiede generell feststellbar sind.”

Quelle: Studie, via Informationsdienst Wissenschaft und Golem

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