Xiaomi Mi Pad Test - Das Plastik iPad Mini mit dem Tegra K1

Der Hersteller Xiaomi geriet in den letzten Monaten immer mehr ins Rampenlicht. Bekannt ist der Hersteller vor allem in China, hier ist man der Top-Smartphone-Hersteller, sogar vor Samsung und Apple. Den Erfolg möchte man auch bald auf internationaler Ebene fortführen, darum hat man niemand anderen als Hugo Barra (ehemaliger Google Mitarbeiter) mit an Board geholt. Es war auch nur eine Frage der Zeit, bis Xiaomi ein Tablet vorstellt und so zeigte man im Juni 2014 das Mi Pad. Mit einem iPad mini ähnlichen Design und den Materialien vom iPhone 5C ist das Tablet in China für gerade mal 200€ erhältlich. Wer sich das Tablet hierzulande kaufen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen und auf Drittanbieter bei Ebay oder Ähnliches ausweichen, die das Tablet importieren, und zusätzlich Zollgebühren bezahlen. Dann liegt der Preis bei ca. 320€. Für etwas weniger bekommt man aber in Kürze auch in Deutschland das neue Nvidia Shield Tablet, welches ebenfalls mit dem neuen Tegra K1 Prozessor ausgestattet ist. Wie sich dieser Prozessor im Test macht und was das Mi Pad sonst kann, zeigen wir euch in diesem Mi Pad Test.

Testgerät: Xiaomi Mi Pad 16GB weiß
Software: Android 4.4.2 MIUI-UI

Xiaomi Mi Pad Test Video und Bilder

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Auf den ersten Blick denkt man sich sofort – nicht noch so ein iPad mini Klon. Doch es kommt anders. Statt einer wertigen Rückseite aus Aluminium setzt Xiaomi auf einen glänzenden Kunststoff. Ähnliches wird auch beim iPhone 5C verwendet. So kommt auch das Mi Pad in verschiedenen bunten Farben. Selbst Samsung hat es bereits gelernt und verbaut keine glänzenden Oberflächen mehr. Das Mi Pad hat uns erneut erinnert warum. Es fühlt sich schmutzig an, rutscht leicht aus den Händen und Fingerabdrücke bleiben wie auf einem Magneten haften. Ein weiterer negativer Nebeneffekt ist die Anfälligkeit für sehr feine Kratzer. Xiaomi hätte hier besser getan, wenn man zumindest einen matten Kunststoff oder synthetisches Leder wie Samsung beim Galaxy Note 3 (Test) verwendet hätte.

Xiaomi Mi Pad Test-8

Mit einer Bauhöhe von 8,5mm und einer Dicke von 360 Gramm ist das Mi Pad auch etwas dicker als sein Vorbild. Durch die rutschigen Materialien ist es auch nicht ganz so leicht, das Tablet in einer Hand zu halten.

Von den Anschlüssen findet man auf der Unterseite einen Micro-USB 2.0 Anschluss mit OTG-Unterstützung, auf der linken Seite den microSD Slot und auf der Oberseite den Audio-Anschluss. Die Tasten für den Stand-by und die Lautstärkeregelung sitzen fest im Gehäuse auf der rechten Seite.

Für drahtlose Verbindungen unterstützt das Mi Pad wichtige Standards wie Wifi a/b/g/n und sogar ac, Bluetooth 4.0 und Wifi-Direkt. Einstellungen für den Standort sind zwar vorhanden, allerdings erfolgt hier die Positionsbestimmung nicht über ein GPS-Signal, sondern das WiFi-Netzwerk. Sonstige Schwächen sind uns aber bei den Signalen nicht aufgefallen.

Nicht optimal werden die Lautsprecher auf der Rückseite unten verbaut. Dort können sie leicht von der Hand verdeckt werden, wenn man z.B. Spiele im Landscape-Modus spielt. Die Lautstärke ist dennoch verwunderlich gut. Etwas besser gelöst hat das Nvidia mit dem Shield Tablet. Dort wurden die Lautsprecher direkt auf der Vorderseite integriert und der Sound kommt so direkt zum Nutzer.

Xiaomi Mi Pad Test-4

Bei den Kameras setzt man auf der Rückseite auf eine 8-Megapixel-Kamera und auf der Vorderseite auf eine 5-Megapixel-Kamera. Die Kameras unterstützen Full-HD Videos und die Bildqualität ist dabei Ordnung. Vor allem die Frontkamera schneidet im Vergleich zu anderen günstigen Tablets im Test gut ab.

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Display

Auf der Vorderseite findet man unter einem Gorilla Glass 3 ein 7,9 Zoll großes IPS-Display und drei touchsensitive Tasten für Home, Optionen und Zurück, die beispielsweise beim Spielen im Landscape Mode etwas störend sein können. Gleich wie das Retina Display des iPad mini löst das Mi Pad mit 2048 x 1536 Pixel auf. Durch die hohe Pixeldichte von 326ppi wirkt das Display sehr scharf. Die Betrachtungswinkel sind gewohnt gut, doch bei der Kalibrierung scheint man eher auf wärmere Farben zu setzen, was man vor allem bei weißen Hintergründen erkennen kann.

Xiaomi Mi Pad Test-1

Nicht ganz so überzeugt hat die Helligkeit. Denn trotz 100% Display-Helligkeit wirkt die Darstellung nur durchschnittlich hell. Der Außeneinsatz wird somit etwas erschwert und man sollte sich wohl ein etwas schattigeres Plätzchen suchen, wenn man damit im Freien arbeiten möchte.

Performance & Wärmeentwicklung

Jetzt kommen wir zum Wohl spannendsten Teil des Mi Pad Tests – der Performance. Das Mi Pad ist das erste erhältliche Tablet, das mit einem Tegra K1 Prozessor ausgestattet wurde. Vom Tegra K1 gibt es zwei Versionen. Eine Dual Core Version, die leistungsstärker sein sollte und 64-Bit unterstützt, und die Quad Core Version, die sowohl im Nvidia Shield Tablet als auch im Mi Pad verbaut wird. Zusammen mit 2 GB Arbeitsspeicher sollte das Mi Pad eine ordentliche Performance an den Tag legen und den Qualcomm Snapdragon 801 Prozessor alt aussehen lassen. Die große Frage dabei ist, ob das Gerät dabei nicht zu heiß wird, wie man das von anderen Tegra 3 und 4 Tablets kennt.

Mi Pad vs. Z2

Im Test lösen wir auf und es zeigte sich, dass das Tablet bei uns im Test max. 40 Grad warm wurde. Ein Wert, der nicht abnormal hoch ist. Das Sony Xperia Z2 Smartphone mit dem QSD801 Prozessor kann hier schon einmal etwas heißer werden. Den Wert erreichten wir beim Spielen von Modern Combat 5. Hier wird der Prozessor und die 192 GPU-Kerne besonders beansprucht. Dafür lässt sich das Spiel auch flüssig und mit sehr vielen Effekten auf dem Mi Pad spielen. Gesamt konnten wir bei dem Gerät eine gute Gaming Performance feststellen, wie wir in dem folgenden Video zeigen. Leider sind aber nicht alle Spiele, wie z.B. Real Racing 3, für den Prozessor angepasst und zeigen eine vergleichbar schlechte Grafik:

(Link zum YouTube-Video)

In den Benchmarks sieht es ebenfalls gut aus für das Mi Pad und den Tegra K1. Es kann locker mit einem Snapdragon 801 Prozessor mithalten und übertrumpft ihn dabei sogar, wie wir es in einem Benchmark-Vergleich zwischen dem Xperia Z2 und dem Mi Pad zeigen:

(Link zum YouTube-Video)

Im täglichen Gebrauch läuft es allerdings nicht immer ganz so gut. Denn trotz der guten Benchmarkwerte zeigten sich immer wieder kleinere Lags in der MIUI-Oberfläche.

Akkulaufzeit

Interessant wird es auch bei der Akkulaufzeit. Hier verpasst Xiaomi dem Mi Pad einen 6700mAh großen Akku, der laut Angaben von Xiaomi für eine Laufzeit von bis zu 8h sorgen soll. Wie immer haben wir unseren üblichen Akku-Test durchgeführt und ein Video bei voller Display-Helligkeit und verbunden Wlan in Schleife wiedergegeben. Dabei erreichten wir einen Wert von 8:46h. Der Wert ist also in Ordnung und Xiaomi scheint die Komponenten gut aufeinander abgestimmt zu haben. Hier hätte man also locker ein helleres Display verbauen können – zumindest in Anbetracht des Energieverbrauchs.

Software

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Für alle Android Enthusiasten ist MIUI ein Begriff. MIUI-ROMs gibt es bereits seit Android Froyo (2.2). Mit der Zeit hat sich einiges getan und so basiert die neueste Version auf der aktuellen Android 4.4.2 KitKat Version. Je nach Importeur sind keine Google Services installiert. Es ist allerdings auch kein Problem diese selbst zu installieren. So bekommt man ohne große Umwege Zugang zum Google Play Store.

Vom Design erinnert die Oberfläche sehr an iOS 7. Man mag es oder eben nicht. Gesamt wirkt die Oberfläche dadurch aber aufgeräumt und bietet einige Optionen wie z.B. zum Verändern der Effekte beim Wischen durch die Homescreens uvm. Wie eingangs erwähnt, läuft die Oberfläche aber nicht immer butterweich und zeigte bei uns hin und wieder kleine Lags beim Wischen durch die Screens oder beim Öffnen der Einstellungen.

Mehr Eindrücke von der einfachen MIUI Oberfläche findet ihr im Video-Test des Mi Pad.

Fazit

Xiaomi Mi Pad
Befriedigend
76%
08/2016
Preis: 320€ Im Test des Xiaomi Mi Pad fällt vor allem die gute Performance und Akkulaufzeit auf. Nicht gefallen hat das verwendete Material und das etwas zu dunkle Display.
Vorteile– Performance
– Akkulaufzeit
– Oberfläche
Nachteile– Glossy Kunststoff
– Display etwas zu dunkel

Für einen Preis von ca. 200€ in China kann das Mi Pad im Test vor allem wegen der Performance überzeugen. Weniger gefallen hat uns allerdings das glossy Kunststoffgehäuse. Für einen Importpreis von über 300€ sollte man sich eher das neue Nvidia Shield Tablet ansehen, welches den gleichen Prozessor, Lautsprecher auf der Vorderseite, einen Stylus und interessantes optionales Zubehör für nur ca. 290€ bietet. Wer noch unterwegs surfen möchte, kann für rund 370€ die LTE-Version mit 32GB Speicher kaufen.

Haptik / Verarbeitung 6 Display 7 Akkulaufzeit 9 Performance 9 Konnektivität 7 Software 8 Preis / Leistung 7

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