Sonntag 07.02.10
Meinung
Liebe Spieleentwickler: Steckt euch eure Intro-Cutscenes sonstwohin!

Wo wir uns früher durch tausend englischsprachige Textboxen klicken mussten, um zu verstehen, warum der schwarze Magier mit dem verwunschenen Kristall das Mana der alten Weisen in andere Sphären transportieren kann (häh?), gibt es heute deutsche Sprachausgabe in jedem Spiel. Das ist so sehr zum Standard geworden, dass das Wort "Sprachausgabe" an sich schon völlig archaisch klingt. Und natürlich spricht auch nix dagegen, wenn ein Entwickler Bock darauf hat, Unmengen Heu an die Grafikkühe in seinen Renderfarmen zu verfüttern, nur damit wir während des Spiels ab und zu den Controller beiseite legen können und uns ein paar "Ooohs" und "Aaaahs" entweichen, weil die Render-Poren unseres Helden so schön im Morgentau glitzern. Super Sache, das.

Was mir aber - und jetzt entschuldigt meine blumige Formulierungsweise - tierisch auf die Tulpe geht, sind Intro-Movies. Warum zur Hölle soll ich mir den Kram angucken müssen, bevor ich auch nur einen Schritt mit meinem Charakter gegangen bin?
Liebe Entwickler: Lasst mich doch erst mal das Gameplay antesten, um zu sehen, ob es mir überhaupt gefällt, bevor ihr sämtliche Nebendarsteller mit ihrer gesamten Kindheitsgeschichte vor mir Revue passieren lasst. Am Anfang interessiert mich die Story sowieso noch nicht, da ich noch keine Beziehung zu den Figuren aufgebaut hab und mir daher so ziemlich alles, was da passiert, komplett am Allerwertesten vorbeigeht. Meistens hab ich ja noch nicht mal einen Plan davon, was genau da gerade passiert. Wenn ich zwischendurch mal eine Stunde Zeit zum Spielen hab, trau ich mich schon gar nicht mehr, ein neues Game anzufangen, weil ich dann meist 50 Minuten lang nur mit Videos angucken beschäftigt bin. Wieso lasst ihr den Spieler die Vorgeschichte nicht einfach selber zocken?
Prominentes, aktuelles, und besonders schlimmes Beispiel für den Intro-Movie-Wahn: Bayonetta. Ohne Zweifel ein sehr gutes Spiel, das ab "Kapitel 1" auch eine Menge Spaß macht. Aber eigentlich müsste sich neben jeden Spieler, der das Game zum ersten mal einlegt, einer der Entwickler setzen, ihm die Hand halten und ihn alle fünf Minuten vertrösten: "Nur noch eine gaaanz kurze wirre Sequenz, in der du kein Wort verstehst, und dann geht's richtig los! Ehrlich!".
Natürlich wäre das dreist gelogen.
Denn nicht genug damit, dass man hier ein komplettes "Prolog"-Kapitel spielen muss, bevor das "eigentliche Spiel" beginnt. Und auch nicht genug, dass dieser Prolog größtenteils aus einem langweiligen Tutorial besteht und alle 5 Minuten von einer weiteren Cutscene unterbrochen wird - nein, er hat auch noch ein neun unerträglich lange Minuten dauerndes Intro-Movie mit sinnfreien Dialogen:
Aha, das war also das Prolog-Intro. Und jetzt bitte festhalten, hier kommt der Gag: Das war gar nicht der Beginn des Spiels! Denn der Prolog hat noch einen eigenen Prolog. Bevor ihr also das Intro-Video zum Prolog-Level seht, müsst ihr den Prolog-Prolog spielen, der offenbar irgendeine Art von Vor- oder Rückblende darstellt, oder vielleicht auch nur den Fiebertraum eines Entwicklers. Ach, und der hat natürlich auch noch mal je ein kurzes Intro- und Outro-Movie:
Wie ihr seht, kämpft man hier auf einem herabfallenden Uhrturm gegen irgendwelche Monster, während eine Stimme aus dem Off - der man nicht zuhören kann, weil man alle Hände damit zu tun hat, Monster zu verkloppen - seltsames Zeug labert, das vermutlich erst nach 10 weiteren Spielstunden ansatzweise Sinn ergibt. Ich weiß nicht, was die Entwickler mir damit sagen wollen, dass das Tutorial erst lange nach dem ersten überstandenen Kampf kommt. Vielleicht soll es suggerieren, dass ich ohne Anleitung nie und nimmer von alleine auf die coolsten Moves gekommen wäre. Allerdings bekommt man sämtliche Angriffs-Combos zusätzlich noch in jedem Ladebildschirm angezeigt und kann sie dort üben. Und glaubt mir - wenn man die ungepatchte PS3-Version spielt, hat man dort sehr, sehr lange Zeit zum Üben.
Wie dem auch sei... wir haben also den Prolog-Level mit dem Prolog-Tutorial, das Prolog-Intro, den Prolog-Prolog, das Prolog-Prolog-Intro und das Prolog-Prolog-Outro. Und weil Platinum Games damit noch lange nicht alles zur Vorgeschichte des Spiels gesagt haben, gibt es - wie könnte es anders sein - noch ein weiteres Prolog-Prolog-Prolog-Intro-Movie vor dem Titelbildschirm:
Himmel hilf.
Aber das war er jetzt wirklich - der komplette Story-Beginn von Bayonetta? Jawoll. Und ich hab zwar alles überstanden, aber nichts verstanden. Eine Stunde Zeit ist vergangen und meine Lust aufs Spiel ebenfalls.
Schönen Dank auch.




13.02.10
Also manche leute haben probs, unfasbar. Aber man merkt richtig was mit GIGA passiert ist, ohne Moss kein kompetentes Personal.
Das muss sein, wegen stimmung und so.
wenn ich mir ein spiel zulege, ann weiß ich sowieso grob, was mich a erwartet. da raste ich schon nicht aus, wenn ich mal 10 min warte.
im gegenteil, da wird sich ein getränk, 3 teelichter auf den tichgestellt, lautsprecherboxen an, fenster verdunkelt und GENOSSEN!
13.02.10
Du in deinem Beitrag hingegen brauchst viiiiel zu lange bis du mal zum Punkt kommst.
"Wie ihr seht, kämpft man hier auf einem herabfallenden Uhrturm gegen irgendwelche Monster, während eine Stimme aus dem Off - der man nicht zuhören kann, weil man alle Hände damit zu tun hat, Monster zu verkloppen - seltsames Zeug labert, das vermutlich erst nach 10 weiteren Spielstunden ansatzweise Sinn ergibt"
Was ist denn nun das Problem? Videosequenzen oder Off Stimmen während man spielt?
Und wenn Storyparts erst später Sinn ergeben ist doch auch nicht Grundsätzlich schlecht.
Die Begründung: "Warum zur Hölle soll ich mir den Kram angucken müssen, bevor ich auch nur einen Schritt mit meinem Charakter gegangen bin?"
halte ich auch für komisch. Willst du jetzt doch eine Turtorial Mission vor dem Intro um zu schauen wie sich das Spiel spielt bevor du irgendwas zur Story erfährst?
Und was macht es eigentlich für einen Unterschied ob ich man ein Introvideo mit Sprachausgabe schaut bevor man loslegen kann oder eine Ingamesequenz in der man sich durch Texttafeln klickt bevor man loslegen kann?
Ausserdem, wenn man erst mal mit Gameplay loslegt hat man doch gar keine Möglichkeit zu erfahren was überhaupt los ist und versteht erstmal gar nicht warum man z.b. gerade kämpft. Also genau die Situation die im Text Bemängelt wird.
Überhaupt bedeutet ein Intro doch nicht Automatisch das Zeug gelabert wird welches man nicht versteht.
Ich fänds scheisse wenn man in Star Wars: KOTOR erst mal vom Schiff flieht bevor im typischen Star Wars Vorspann erzählt wird was eigentlich los ist.
12.02.10
10.02.10
Ich bin angehender Game Developer (Artist) und muss mir um sowas dementsprechend sehr viele Gedanken machen.
Da ich Zocker bin und nicht nur Entwickler (bzw. Künstler die manchmal zuviel künsteln) stehe ich oft vor Konflickten. Vom Developer aus gesehen sind großartige Eingansszenen natürlich ein Must Have, vom Spieler aus, könnte es auch ruhig etwas weniger opulent sein. Um es kurz zu halten: Es sollte immer über ESC die Möglichkeit des Überspringens geben. Das würde allen weiterhelfen.
liebe Grüße,
eure [.Akita.Inu.]
dazu meinte keth noch:
Ohne Zweifel ein sehr gutes Spiel, das ab "Kapitel 1" auch eine Menge Spaß macht.
mal vernünftig lesen...
über das spiel an sich regt keth sich also nicht auf ...
08.02.10
Für alle die MGS2 durchgespielt haben werden ein ähnliches Negativbeispiel am Ende vorfinden. Es ist zu viel Story auf zu lange Zeit, die man wirklich nur überstehen muss.
Trotzdem bin ich vollsten dafür, dass Intros, Outros und ähnliches Pflicht sind. Am Anfang ist ein gutgemachtes Video doch gut, wenn es schon auf das Spiel einstimmt.
Man legt eine Disc von einem heiß erwartetem Spiel ein und dann sieht man, bevor es ja eigentlich richtig los geht, noch einen richtig coolen "Intro-Trailer". Mir gefällt diese zusätzliche Spannung.
Trotzdem sollte man es wirklich nicht übertreiben, sonst macht es das danach kaputt.
MfG.
08.02.10
Zu Bayonetta:
Dich nerven diese langen Intros und die Story interessiert dich null. Wieso drückst du sie dann nicht einfach weg?! Wenn man sich für die Story interessiert sind die Intros relativ aufschlussreich, vlt nicht direkt am Anfang, aber das kommt dann schon...
Und wieso solltest du bei dem Kampf auf dem fallendem Uhrturm der Stimme aus dem Off nicht zuhören können? Wenn dir kämpfen und zuhören gleichzeitg zu stressig sein sollte, hör halt mit kämpfen auf, da hat man keine Energieanzeige und kann folglich auch nicht sterben.
Ich hab beim Aufbau von Bayonetta eigentlich recht wenig zu kritisieren (die Charakter, außer Bayonetta, sind wirklich irgendwie unsympathisch, ich denke aber, das sollte auch so sein), aber ich setz mich auch nicht wegen nur einer Stunde vor die Konsole, kann shcon sein, dass ich dann anders darüber denken würde.
Allgemein finde ich ich nur Intros nervig, die eine Art trailer sind und nichts zur Story beitragen. Irgendwie mag ich Intros und Cutscenes, da kann die Story besser rübergebracht werden.
08.02.10
Tut mir leid, aber wer würde ein Spiel spielen, welches kein Intro Movie hat...das kommt doch garnicht rüber, man weiß nicht, was man macht, warum man überhaupt das macht, was man macht etc.
Außerdem sind die Cutscenes bei Bayonetta so dermaßen gut gelungen..das hätte ich mir stundenlang angucken können. Und die Idee, dass man während des Inros kämpfen kann finde ich auch sehr gut, da man in dem part ja nicht sterben kann. Mann könnte also auch einfach stehen bleiben und sich die Off-Stimme anhören.
Intros stimmen einen einfach auf das Spiel ein, zeigen schonmal was abgeht etc. und wenn man erst später erfährt, was mit dem Intro gemeint war ist das auch gut. Wäre ja langweilig, wenn man gleich durch das Intro alles kapieren würde, dann müsste man das Spiel ja eigentlich garnicht mehr spielen.
Und Cutscenes müssen auch sein!! ich freu mich immer richtig auf die ^^
07.02.10