Wo Michael Bay draufsteht, ist Gigantomanie drin. Überall. Ob im Film – den Beweis gibts in Armageddon, Bad Boys 2 oder eben Transformers zu begutachten. Oder in der ungeschönten (lies: effektfreien) Realität. Denn wenn Herr Bay eine Premiere ausrichtet, dann wird geklotzt, niemals gekleckert. So wie in Berlin: Zum Start von Transformers 3 ließ sich die gesammelte Darstellerriege blicken, samt Bumblebee und Shockwave – und uns.

Transformers 3 - Die besten Bilder der Deutschlandpremiere

„Als Michael mir den Edelschlitten gezeigt hat, den ich im Film fahren sollte, bin ich fast ausgeflippt. Dummerweise hatte ich zum Zeitpunkt des Drehs nicht mal einen Führerschein – aber hey, ich durfte wenigstens drin sitzen“, scherzt eine bestens auffgelegte Rosie Huntington-Whiteley. Ihre gute Laune dürfte nicht von ungefähr kommen, schließlich ersetzt die Freundin von Jason Staham die wegen derber Hitler-Vergleiche entlassene Megan Fox. Michael Bay gilt in Hollywood als „Starmaker“ – wenn er dich für seinen Film auserwählt, hast du’s geschafft. Das galt für Will Smith (Bad Boys), Ben Affleck (Armageddon) und eben La Fox. Rosie hat angesichts ihrer filmischen Zukunft also durchaus gut lachen.


Es ist brütend heiß in Berlin an diesem Samstag. Auf den Straßen schlängeln sich die Wagen der Schwulenparade Christopher Street Day durch die Häuserschluchten, am Potsdamer Platz laufen die letzten Vorbereitungen zum großen „Transformers 3„-Startschuss am Abend. Nur einen Steinwurf davon entfernt, sitzt die komplette Crew des dritten Megaereignisses, scherzt, feixt und freut sich über die kühle Brise aus der Klimaanlage des Ritz Carlton Hotels.

Gekommen sind sie fast alle: Regisseur Michael Bay, Rosie Huntington-Whiteley, John Malkovich, Tyrese Gibson, Josh Duhamel, Patrick Dempsey, Shia Labeouf und Produzent Lorenzo di Bonaventura. Letzterer ist jedes Mal mit dabei, wird aber weder auf Pressekonferenzen angesprochen, noch am roten Teppich erkannt. Angereist ist er dennoch und gut gelaunt obendrein.

Eine Frage gibt’s dann doch – wie das so sei, am Set eines Michael Bay zu stehen und die Kontrolle behalten zu müssen, wollen wir wissen: „Ehrlich gesagt, fühlt es sich an, als würde man einen riesigen Zug ins Rollen bringen, der dann unaufhörlich davon donnert. Da muss man schon irgendwie mithalten. Aber – unter uns – das ist mir sogar lieber. Es gibt Filme, da sitzt du am Set und denkst: ‚Oh Gott, ich will sterben – wie langsam kann man einen Film drehen‘.“

Nun, das wird ihm mit seinem Langzeitpartner Bay sicher nicht passieren. Wie auch wir in unserer Transformers 3 Filmkritik schon festgestellt haben, dröhnt und kracht es in „Dark of the Moon“ wieder an allen Ecken und Enden. Dieses Mal sogar in einer zusätzlichen Dimension, obwohl der Regisseur dies eigentlich nie wollte.


Auf die Frage, wie sich der Dreh in 3D für Michael Bay angefühlt hat, der dies bisher strikt abgelehnt hatte, antwortet dieser sogar entwaffnend ehrlich: „Es war eine absolute Qual. Allein die technischen Vorraussetzungen zu schaffen, hat uns viele Nerven gekostet. Denn 3D-Kameras sind noch nicht so flexibel, wie eine gewöhnliche Kamera. Aber ich denke, es hat sich letzten Endes gelohnt, weil man nun noch besser in diese Welt eintauchen kann. Wenn sich Bumblebee zu Sam herunterbeugt, schafft das eine völlig neue Nähe zum Publikum.“

Und die Actionszenen? „Ich musste meinen Stil reduzieren – weniger Schnitte, dafür längere Einstellungen. Ein großer Kritikpunkt war ja, dass man in den Szenen mit vielen Transfformers kaum erkennen konnte, was passiert. Durch den Einsatz der 3D-Kameras musste ich darauf achten, größere Winkel und Panoramen zu filmen.“

Wir kommen natürlich nicht umhin, die eine Frage zu stellen: Wie hat der Film Megan Fox‘ Abgang verkraftet? Geantwortet wird, nun ja, eigentlich gar nicht – stattdessen weicht Shia Labeouf charmant aus: „Rosie ist nicht nur wunderschön, sondern auch – was uns alle überrascht hat – eine tolle Schauspielerin und mindestens so gut, wie jede andere Darstellerin, mit der ich bisher gearbeitet habe. Sie hat das Team großartig unterstützt.“

Michael Bay grätscht hinein und ergänzt: „Rosie kam kurz vor der letzten Kussszene zu mir und meinte: ‚Michael, soll ich meine HighHeelS vor dem Kuss ausziehen? Ich bin in ihnen viel größer als Shia.‘ Und ich erwiderte: ‚Bloss nicht, lass sie an! Das gibt allen Männern da draußen Hoffnung“ – alles lacht. Trotz Hitze, trotz Fragenmarathon, trotz des bevorstehenden Laufs über den roten Teppich. Nervosität? Nirgends zu spüren. Wie auch; in Bays Kopf spielen sich schließlich längst die Vorbereitungen zum nächsten Großereignis ab: „Wir schreiben derzeit eifrig am Skript von Bad Boys 3.“ Na dann…

Mehr Bilder gibt’s in unserer Bildergalerie.

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