DayZ-Report: Dean Hall über die Zukunft des Zombie-Phänomens

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 DayZ ist grausam. Es ist die misanthropische Schreckensvision einer Welt, in der nur noch das Überleben zählt. Keine Hoffnung, kein Vertrauen und keine Gnade. Wie wohl die Menschen hinter so einem harten Spiel ticken? Vor meinem Treffen mit Dean ‘Rocket’ Hall – Projektleiter bei DayZ – geht mir genau diese Frage durch den Kopf. Nach unserem ausführlichen Gespräch über die Zukunft der ARMA 2-Mod weiß ich nun mehr.

Kein bedenklicher Militär-Fetisch, keine Hype-Arroganz, keine weichgespülte Verkaufsrhetorik. Dean Hall ist ein sehr sympathischer Zeitgenosse mit Weitblick und Ambitionen.

Hall hat erkannt, dass das Community-Phänomen „DayZ“ nur dann eine Überlebenschance hat, wenn man es vor übereilten Verwertungsinteressen schützt. Keine einfache Mission – der Hype um die Modifikation weckt monetäre Begehrlichkeiten. Jetzt wo alle Welt über “DayZ” spricht, würde ein Schnellschuß an der Ladentheke durchaus Sinn machen. Ob als Beilage zum kommenden „ARMA 3“ oder als eingekochte Offline-Variante – schnelles Geld ließe sich mit „DayZ“ sicher machen.

Aber nicht mit Hall! Der Mann hat sich für den „Minecraft“-Weg entschieden und weiß diesen mit fundiertem Mod-Wissen von „Counter Strike“ bis „DOTA“ zu behaupten. Er will den Prozess, die Metamorphose – kein fertiges Produkt, das das schlummernde Potential von „DayZ“ erstickt. Ein Großteil dieser Überzeugung stammt aus den bisherigen Erfahrungen mit der Modifikation. Updates wie das Streichen jeglicher Waffen zu Beginn einer Session, haben gezeigt, wie stark „DayZ“ sich aktuell noch im Wandel befindet. Diese Offenheit sieht Hall als die größte Stärke des Spiels.

Gleichzeitig haben die Macher von „DayZ“ eine klare Zukunftsvision. Neben offensichtlichen Problemen wie Bugs und Hacks, sowie einem Mehr an erzählerischen Kontext und Details, wird es in den kommenden Monaten vor allem um die Erschaffung einer noch glaubwürdigeren Post-Apokalypse gehen. Hall und seine Entwickler wollen den Spielern die Möglichkeit geben, nach dem Ende der Welt eine neue zu erschaffen. Die Gesellschaft nach ihrem Kollaps wieder aufbauen, das ist das Ziel. Dafür bekommen wir neue Werkzeuge zum kooperativen Handeln.

Hall will das Gleichgewicht in „DayZ“ wieder herstellen. Wer Chernarus momentan durchstreift, der kann davon ausgehen, dass er nach durchschnittlich 30 Minuten das Zeitliche segnet. Abschüsse von Fremden erhöhen die eigenen Überlebenschancen drastisch. In Zukunft soll gemeinsames Handeln deshalb etwas mehr belohnt werden. Sicherer wird Chernarus dadurch trotzdem nicht. Spieler-Siedlungen in denen man vor Zombies und anderen Spielern sicher ist, wird es nicht geben. „DayZ“ soll seinem kompromisslosen Spiel mit dem Überleben treu bleiben.

Was auch immer die Zukunft von „DayZ“ bringen wird, nach unserem Gespräch mit Dean Hall ist eines sicher: sie ist in guten Händen.

 

 

 

 

 

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