NostalGIGA Folge 15 – Syndicate

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NostalGIGA - Syndicate
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Die Shooter-Reinterpretation des Bullfrog Klassikers aus dem Jahr 1991 fängt sich derzeit eher mittelmäßige Wertungen ein. Tobi hat sich deshalb das Original noch einmal ausführlich zur Brust genommen und stellt euch den dystopischen Opus in einer neuer Folge NostalGIGA vor. Squad-basiertes Shoot´em up, strategische Planung und 50 Karten kompromisslose Cyberpunk Action – das ist der Stoff aus dem das Orginal bestand. Also Vorhang auf für Folge 15.

Wie ging es los? Los ging es erst einmal gar nicht. Entwickler Bullfrog brachte “Syndicate“ 1991 nämlich nicht für meinem geliebten Amiga, sondern nur für den PC raus. Das sorgte nicht nur bei mir für Empörung, sondern brachte auch die gesamte Amiga-Community seinerzeit gegen Bullfrog Productions auf. Hatte sich das Team doch gerade als Amiga-Spezialist mit Spielen wie “Populous“, “Flood“ und “Powermonger“ einen Namen gemacht. Dass man die Plattform, auf der man groß geworden war, nun links liegen ließ, kam überhaupt nicht gut an.

Doch Bullfrog hatte die Zeichnen der Zeit gelesen und lediglich auf das richtig Pferd gesetzt. Der leistungsstarke PC war im Kommen und die Zeiten des Amiga näherten sich langsam ihrem Ende. Auch ich sattelte um. Mit dem Geld, dass ich mit einem Ferienjob in einer Gärtnerei verdient hatte (schön schuften im Gewächshaus bei 50°!) , kaufte ich mir meinen ersten PC. Eine gute Entscheidung, die auch Bullfrog wenig später mit dem fantastischen “Magic Carpet“ (1994) unterstrich.

Was ich geliebt habe?
Einfach alles! Aus heutiger Sicht ist das schwer nachzuvollziehen, doch “Syndicate“ war damals eine vollkommen neue Erfahrung. Acht Jahre (!) bevor man bei BioWare mit “Baldurs Gate“ das goldene Zeitalter der isometrischen Rollenspiele einläutete, konnte man hier bereits eine individuell ausrüstbare Party in taktische Kämpfe schicken und über die für damalige Verhältnisse unglaublich tolle Grafik staunen.

Obendrei hatte man mit dem dystopischen Szenario ganz nebenbei den apokalyptischen Geist der 80er Jahre perfekt eingefangen und daraus eine wirklich einmalige Atmosphäre geschaffen. “Syndicate“ zog mich deshalb sofort in seinen Bann und ließ mich für viele Monate nicht wieder los.

Was ich gehasst habe?
Den Tod. Gestorben wurde bei “Syndicate“ nämlich verdammt viel. Zu viel! Das ständige Ableben der Agenten führte bei mir zu Frust und Ärger. Die Steuerung via Point & Click Interface war im Jahre 1991 vielleicht vorbildlich, wenn nicht sogar revolutionär – wer sich aber heute noch einmal an “Syndicate“ versucht, wird schnell feststellen, wie schlecht sich das strategische Action-Spiel bedienen lässt.

Vielleicht ist genau das auch der Grund für “Syndicates“ hohes Frustrationspotential. Es gehört sehr viel Geduld und Übung dazu, seine Agenten trotz der umständlichen Steuerung und der verkorksten Wegfindung effektiv zu befehligen. Wenn “Syndicate“ also einen Fehler hatte, dann diesen.

FunFact:
Die Intro-Szene, in der der entführte Passant gegen seinen Willen kybernetisch modifiziert wird, ist eine der wenigen Zitate, die es in die nur mittelmäßige “Neuinterpretation“ der Starbreeze Studions geschafft haben.

Das Erbe:
Das Erbe von “Syndicate“ heißt “Syndicate“ und wurde vergangene Woche veröffentlicht. Alles Weitere erfahrt ihr in unserem Test. Wer Lust auf eines der coolsten Spiele der 90er Jahre bekommen hat, kann sich das Original “Syndicate“ zum Beispiel bei GOG.com laden.

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