Fips musste ins Tierheim, weil sein Besitzer gestorben ist und trauert seinem Herrchen immer noch sehr nach. Damit gehört er zu den Sorgenkindern im Tierheim, das sind diejenigen Hunde, deren Vermittlung besonders dringend ist. Weitere Sorgenkinder sind zum Beispiel die zehnjährige Schäferhündin Senta, die ihren Lebensabend in einer Familie verbringen soll oder Labrador-Mischlingshündin Tina, die unter einer Futtermittelallergie leidet. Bevor ihr jetzt aber losrennt, um eines dieser Sorgenkinder zu Euch zu holen, solltet ihr Euch gut überlegen, ob ihr der Herausforderung Hundehaltung auch wirklich gewachsen seid.
Ein Hund ist schließlich nicht nur ein lustiger Spielkamerad oder ein Wärmflaschenersatz in einsamen Stunden, sondern in erster Linie eine große Verantwortung. Wenn ihr Euch nicht gerade für einen Vierbeiner entscheidet, der schon im Herbst seines Lebens steht, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr die nächsten zehn Jahre treue Begleitung habt. Ihr solltet Euch also gut überlegen, ob das mit Eurer Zukunftsplanung auch wirklich vereinbar ist. Die geplante sechsmonatige Abenteuer-Rucksacktour durch Thailand lässt sich mit Hund nur schwer verwirklichen und das Auslandssemester in Barcelona fällt dann wohl auch ins Wasser. Außerdem sollte ein Hund nicht länger als sechs Stunden alleine bleiben und will täglich mindestens zwei Stunden Gassi gehen. Davon lässt er sich übrigens auch bei Regen, Schnee oder Hagel nicht abhalten. Einfach mal einen Sonntag lang im Bett liegen bleiben ist als Hundebesitzer also nicht mehr drin.
Außerdem ist ein Hund nicht gerade ein billiger Zeitvertreib. Allein mit dem Futter ist es noch nicht getan: Zunächst mal kassiert die Stadt Hannover 120 Euro Hundesteuer im Jahr (bei sogenannten Listenhunden kann es noch deutlich mehr werden), die Haftpflichtversichersicherung schlägt je nach Umfang mit fünf bis zehn Euro monatlich zu Buche und für Impfungen müsst ihr jährlich 50 Euro fest einplanen. Dazu kommen zahlreiche unvorhergesehene Tierarztkosten: zum Beispiel, wenn der kleine Liebling sich mit Nachbars Schäferhund in die Wolle gekriegt hat oder aus lauter Frust über zu lange Alleine-Sein Eure Sockenschublade leergefuttert hat. Und wenn ihr nicht auch gleich eine Zucht aufmachen wollt, muss der Hund eventuell kastriert werden, dafür fallen auch noch einmal etwa 120 Euro an. Ganz zu schweigen davon, dass der Hund natürlich wirklich einmal ernsthaft krank werden könnte.
Nichtsdestotrotz ist so ein Vierbeiner natürlich eine große Bereicherung: Ihr müsst nie wieder alleine Stöckchen holen spielen, habt einen tapferen Beschützer an Eurer Seite (wenn ihr Euch nicht gerade für einen Zwergpinscher entschieden habt) und in jedem Fall einen treuen Freund fürs Leben.
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