Mafia 3: Ex-Entwickler zeichnet ein schlechtes Bild von 2K Games

Marco Schabel

Der Publisher 2K Games ist Dir sicher für Spiele wie Mafia 3 oder BioShock bekannt, ein ehemaliger Entwickler erinnert sich aber vor allem an zahlreiche schlechte Entscheidungen und klagt nun öffentlich darüber.

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Mafia 3 im Test

Nicht alles in der Videospielwelt ist kunterbunt und spaßig. Offenbar gilt das auch für den zu Take Two-Interactive gehörenden Publisher 2K Games, die Schwesterfirma von Rockstar Games. Das zumindest beschreibt ein ehemaliger Entwickler, der lieber anonym bleiben möchte. Früher hat er für Irrational Games gearbeitet, dem Studio von Ken Levine, das für die BioShock-Reihe verantwortlich ist und vor ein paar Jahren stark dezimiert wurde.

Entwickler verstehen laut 2K Games die Industrie nicht

In seinem Beitrag gibt der ehemalige Entwickler vor allem die schlechten Entscheidungen von 2K Games als Grund an, warum Studios wie 2K Australia geschlossen wurden und zahlreiche schlechte Spiele zu Massenentlassungen geführt haben. Den Anfang nahm der Leidensweg demnach schon während der Entwicklung von The Bureau: XCOM Declassified. Damals gab es Beschwerden über die schlechte Qualität und 2K Marin musste als Sündenbock herhalten und wurde im Anschluss geschlossen.

Mafia 3 im Test: Große Klappe, nichts dahinter

Ein ähnliches Schicksal musste auch 2K Australia hinnehmen, dem Studio hinter Borderlands: The Pre-Sequel. Nachdem die Entwickler 18 Monate an dem Spiel gearbeitet haben, das sich 1,7 Millionen Mal verkaufen konnte, machte 2K Games das Studio dicht. Es haben dort nur 40 Mitarbeiter gearbeitet, die zudem weniger verdient haben sollen als ihre amerikanischen Kollegen. Die Begründung war, es sei nicht wirtschaftlich weiterhin Spiele in Australien zu entwickeln. „Das macht überhaupt keinen Sinn, aber uns wurde gesagt, dass wir uns keine Sorgen machen müssten, da ‚Entwickler einfach nicht verstehen, wie die Spieleindustrie funktioniert‘“, so der Entwickler. Viele Entwickler wurden dann in das teurere Büro in Novato gesteckt, um das bereits mehr als 150 Personen umfassende Hanger-13-Studio (Mafia 3) zu unterstützen.

Wird Mafia 3 ein Flop?

Durch diese Umstrukturierung stiegen auch die Entwicklungskosten des ohnehin bereits „mehrere 10 Millionen Dollar“ teuren Spiels Mafia 3, das laut dem ehemaligen 2K Games-Mann mehr als 8 Millionen Kopien zum Vollpreis verkaufen müsste, um überhaupt die Kosten wieder einzuspielen. Eine Zahl, die aktuell unmöglich zu erreichen scheint. Nach durchwachsenen Wertungen und einigen Kontroversen sollen bisher gerade einmal knapp eine Million Kopien den Besitzer gewechselt zu haben. Zudem kostet das Spiel längst nur noch die Hälfte.

Weiter soll 2K Games die eigentlich den Studios vorbehaltene Kreativität selbst in die Hände genommen haben. Durch viele Reboots und Änderungen wurden Spiele wie Mafia 3 und das kürzlich eingestellte Evolve zusätzlich zugrunde gewirtschaftet. Es wurden demnach Entscheidungen getroffen, obwohl damit negative Auswirkungen wie Flops, Entlassungen und Verluste in Kauf genommen wurden.

Ob die Geschichte stimmt, kann aktuell nicht gesagt werden. Der ehemalige Irrational-Games-Entwickler Steve Lee gab bereits zu verstehen, dass es ein Fake sei. Allerdings stimmte George Broussard (Duke-Nukem-Schöpfer und 3D-Realms-Gründer) zu und kündigte an, irgendwann niederzuschreiben, wie schlecht er und seine Leute vom „beschissenen Unternehmen“ 2K Games behandelt wurden.

Quelle: Hackernoon, Twitter

Weitere Themen: Mafia 3, Evolve, Bioshock Infinite, WWE 2K18, BioShock 4, Civilization 6, WWE 2K16, NBA 2K16, 2K Games

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