Acer Iconia Tab 8 im Test: Wenig Preis, viel Leistung

Frank Ritter
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Acer bringt seit Jahren gute und solide Tablets auf den Markt, bislang hatten wir allerdings noch keines davon im Test. Mit dem interessanten Acer Iconia Tab 8 (oder auch Acer Iconia A1-840FHD) ändert sich das endlich. Zum empfohlenen Verkaufspreis von 199 Euro bietet das Gerät ein Full HD-fähiges Display, ein Intel Atom Quad Core-SoC und ein wertiges Aluminium-Gehäuse – das alles zu einem Preis von knapp unter 200 Euro. Stellt sich die Frage: Gibt’s einen Haken? Das klären wir im Testbericht.

Acer Iconia Tab 8 im Test: Wenig Preis, viel Leistung


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Disclaimer: Acer hat uns das Iconia Tab 8 als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, fünf weitere Tablets durften androidnext-Leser als Gegenleistung für einen Lesertest behalten, ein Gerät wurde zusätzlich in einem Gewinnspiel verlost. Wir danken Acer für die Geräte – der Hersteller hatte dabei natürlich keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Testberichtes.

Wir haben das Acer Iconia Tab 8 über einen Zeitraum von zwei Wochen getestet, als Firmware kam der zum Testzeitpunkt aktuellste auf Android 4.4.2 basierende Firmware-Build 1.026.00_WW_GEN1 zum Einsatz.

Optik, Haptik und Verarbeitung

Acer-Iconia-Tab-8-liegend-rueckseite-Kamera-Lautstaerke-Power-Button

Nimmt man das Acer Iconia Tab 8 aus der Verpackung, hält man ein mit 360 Gramm eher schweres Tablet in der Hand. Zum Vergleich: das – zugegebenermaßen auch deutlich kleinere – Nexus 7 (2013, Test) wiegt 290 Gramm, das LG G Pad 8.3 (Test) trotz größeren Displays auch nur 338 Gramm.

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Acer-Iconia-Tab-8-vs-Nexus-7-2014-Groessenvergleich-liegend-Seite

Acer-Iconia-Tab-8-vs-Nexus-7-2014-Groessenvergleich-Front

Das Acer Iconia Tab 8 im Größenvergleich mit dem Nexus 7 (2013)

Dennoch ist das Acer-Tablet mit Maßen von 215 x 130 x 8,5 Millimetern noch kompakt genug, dass es von einer normalgroßen Männerhand problemlos gehalten werden kann. Ein erster Eindruck, der sich später im Einsatz noch verstärkt ist der, dass zumindest das einhändige Halten im Quermodus (Landscape) auf die Dauer – also mehrere Minuten hinweg – anstrengend für die Hand wird. Wer beispielsweise längere YouTube-Clips oder gar Filme auf dem Tablet schauen möchte, sollte entweder den „Staffelei-Griff“ anwenden, also den kleinen Finger stützend unter das Gerät legen unter – oder gleich beide Hände verwenden.

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Optisch und Haptisch hat Acer alles aus den Mitteln herausgeholt, die einem Hersteller für ein Gerät mit schmalerem Budget zur Verfügung stehen: Die Front überzeugt durch Schlichtheit, neben dem Display sind nur der Acer-Schriftzug auf der Unterseite (im Portrait-Modus gehalten) zu sehen und die Frontkamera. Einen Umgebungshelligkeitssensor besitzt das Tablet nicht.

Die Ränder des Acer Iconia Tab 8 sind vergleichsweise breit. Das mag nicht unbedingt elegant wirken, per se finden wir das aber auch nicht schlimm. Denn so lässt sich das Tablet auf Wunsch leichter in den Händen halten – nicht zuletzt Google und ASUS haben mit den Nexus 7-Geräten breite Ränder bewusst als ein Mittel zur Verbesserung des Handlings eingesetzt. Leider leidet ebenjenes Handling aber etwas unter dem Gewicht und der Wahl des Rückseitenmaterials, das ist nämlich ziemlich glatt.

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Wir kritisieren hier natürlich auf hohem Niveau, denn die Tatsache, dass Acer im Iconia Tab 8 ein Aluminiumgehäuse verbaut, gereicht dem Hersteller zu aller Ehre. Ein so wertig und edel wirkendes Material findet man in Tablets der 200 Euro-Klasse sonst nicht vor. Nur muss man eben ein wenig vorsichtig sein, wen man das Gerät aus einer Tasche holt oder die Position beim Halten verändert.

Natürlich müssen auch die Antennen und sonstigen Kommunikationsmodule ihren Platz haben – diese verbaut Acer unter Plastikkappen auf der Rückseite. Diese sind optisch praktisch nicht von dem Metall zu unterscheiden, fühlen sich naturgemäß allerdings etwas wärmer an. Die Rückseite des Gerätes säumt ein ins Metall eingelassener und glatt-silbriger Schriftzug des Herstellers, weiter oben findet man die Rückkamera vor, unten die Stereo-Lausprecher. Die Spaltmaße sind schmal genug, dass sich hier wenig Schmutz sammeln dürfte. Die Rückseite ziert ein „Intel inside“-Aufkleber, der genauso problemlos zu entfernen ist, wie jener, der die Informationen zur Zertifizierung des Gerätes enthält.

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Acer-Iconia-Tab-8-Rueckseite-micro-SD-Kartenslot

Acer-Iconia-Tab-8-Oberseite-Seite-Ports-Micro-USB-HDMI-Headphone-Jack

An der Oberseite des Acer Iconia Tab 8 befinden sich dann noch der microUSB-Port, ein microHDMI-Out und der Kopfhörer-Ausgang sowie eine winzige Mikrofon-Öffnung. An der rechten Seite (rückwärtig im Portrait-Modus gesehen, findet man den Einschub für microSD-Karten vor, der keine Schutzkappe enthält. Alleine schon, damit sich an dieser Stelle kein Schmutz sammelt, empfehlen wir dringend, hier eine Speicherkarte einzulegen. Auf der linken oberen Seite ist die Power-Taste positioniert, direkt darunter die Lautstärkewippe. Die aus Plastik gefertigten Tasten sind leicht nach hinten geneigt und somit, betrachtet man das Gerät frontal, nicht einsehbar. Man kann sie jedoch leicht erfühlen, zudem besitzen sie nur wenig Spiel und einen soliden Druckpunkt.

Acer-Iconia-Tab-8-rueckseite-liegend-speaker-gerade

Unterm Strich hat Acer hier ein optisch und verarbeitungstechnisch solide gefertigtes Tablet gebaut, dem man seinen Preispunkt von unter 200 Euro nicht unbedingt ansieht. Der einzige haptische Kritikpunkt, den wir anbringen könnten, wäre der etwas lasche Vibrationsmotor. In Anbetracht der Tatsache, dass heutzutage bei weitem nicht jedes Tablet Vibrationen ausgeben kann, wollen wir das an der Stelle nicht zu hart beurteilen.

Das Display im Acer Iconia Tab 8

Acer-Iconia-Tab-8-Display-Closeup

Das Acer Iconia Tab 8 besitzt ein 8 Zoll in der Diagonale messendes IPS-Panel, das Full HD-fähig in 1.920 x 1.200 auflöst. In dieser Preisklasse ist eine so hohe Bildschirmauflösung nach unserem Kenntnisstand, abgesehen von Googles Nexus 7 (2013), bislang ein Novum. Aber das scharfe Bild ist nicht das einzig Pfund, mit dem das Acer Iconia Tab 8 wuchern kann, denn das Display überzeugt auch in Sekundärdisziplinen. Da wäre zunächst einmal das intensive, warme Farbbild zu nennen, bei dem man höchstens kritisieren könnte, dass ins Weiße tendierende Tönungen einen leichten Gelbstich aufweisen – zumindest, wenn man den direkten Vergleich mit anderen Geräten sucht. Die Schwarzwerte sind für ein LC-basiertes Display angenehm tief, Lichthöfe und Farbungleichheiten sind praktisch nicht auszumachen.

Acer-Iconia-Tab-8-Display-Spiegelung
Acer-Iconia-Tab-8-Portrait-Hand-rechts-gekippt

Die seitliche Blickwinkelstabilität überzeugt ebenfalls, das Bild wird aus sehr spitzen Winkeln allenfalls etwas dunkler. Abzüge in der B-Note gibt es allenfalls für den leichten Farbstich, das recht stark spiegelnde Displayglas und die nicht allzu hohe maximale Helligkeit. Ein Umgebungslichtsensor, der die Displayhelligkeit automatisch anpasst, ist ebenfalls nicht vorhanden. Das mag für manchen schade sein, da der Tester Displayhelligkeiten grundsätzlich manuell einstellt und das Tablet als Nur-WLAN-Gerät sowieso überwiegend in den heimischen vier Wänden einsetzt, fallen diese Punkte subjektiv jedoch wenig ins Gewicht.

Die Software des Acer Iconia Tab 8

Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Portrait-Lockscreen
Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Homescreen-Portrait
Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Portrait-Homescreen-Folder

Das Acer Iconia Tab 8 ist mit Android 4.4.2 ausgestattet, das optisch und funktional im Grunde nicht von Stock Android, wie es auf den Nexus-Geräten vorkommt, abweicht. Wir in der androidnext-Redaktion sind bekanntermaßen Freunde dieses Ansatzes und so gibt es aus unserer Sicht zumindest an der Betriebssystem-Grundlage wenig auszusetzen – auch wenn Android 4.4.4 mittlerweile verfügbar ist, ist diese Version aus unserer Sicht noch ausreichend aktuell. Kleine Änderungen, die uns aufgefallen sind, betreffen den Lockscreen, der Schnellzugriffe für zuletzt benutzte Anwendungen enthält, sowie umgestaltete Apps für Kontakte und Kamera.

Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Landscape-Notification
Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Landscape-Quick-Settings

Acer erweitert das Android noch um ein paar kleine, aber nützliche Features. Zum Beispiel die Touch WakeApp mit der man das Gerät bei ausgeschaltetem Display aus dem Standby wecken kann, indem man mit fünf Fingern darauf tappt. Optional ist als Geste auch eine Berührung mit zwei Daumen simultan in die unteren Ecken des im Portrait-Modus gehaltenen Tablets möglich, diese Geste funktioniert jedoch nicht immer zuverlässig.

IntelliSpin ist eine Technologie, mit der sich die Drehung des Bildschirms intelligent an den Nutzer anpasst, etwa wenn das Tablet auf planem Untergrund liegt – durchaus praktisch. Mit Intel SmartVideo schließlich lässt sich die Wiedergabe von Videos verbessern, indem Artefakte eine Glättung erhalten und bei Videos mit Bildfehlern ein Deinterlacing-Filter angewandt wird. Den Nutzen dieser Technik konnten wir mangels entsprechenden Videomaterials nicht testen, allerdings ist sie standardmäßig sowieso abgestellt. Soweit so nützlich.

Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Portrait-App-Drawer
Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Portrait-Settings

Anders steht es um den Themenkomplex vorinstallierte Software. Denn Acer liefert diverse Apps mit, die wohl nur für einen eingeschränkten Kreis an Nutzern relevant ist, sich aber nicht deinstallieren lassen. Da wären zunächst Acers diverse eigene Cloudlocker-Dienste für Musik, Office-Dokumente, Videos und Dateien aller Art zu nennen – erkennbar am Namen, der mit „ab“ beginnt und daher gleich zu Anfang im alphabetisch sortierten App Drawer stehen. Acer Accessories, Accu Weather, Acer Portal, die Kinder-App iStoryTime, die App eines großen Anbieters im Bereich der Hotelbuchungen, Shortcuts zu Spielen von Gameloft, ein Sicherheitspaket von McAfee und die Magazin-App Zinio – all das sind Apps und Icons, die Acer dem Nutzer aufzwingt. Praktisch für manchen mag vielleicht noch die vorinstallierte Office Suite Pro sein – allerdings kann diese nur 45 Tage uneingeschränkt genutzt werden, bevor ein Lizenzschlüssel erworben werden muss. Man muss Acer hier also durchaus den Vorwurf machen, das Gerät mit Bloatware auszustaffieren, wir vermuten allerdings auch, dass nur durch entsprechende Software-Lizenzdeals dieser niedrige Preis für das Tablet überhaupt erst möglich wurde.

Ansonsten sind noch die wichtigsten Google-Apps installiert. Vorbildlich: Acer verzichtet auf einen eigenen Browser, standardmäßig ist lediglich Chrome installiert.

Unterm Strich bleibt ein eigentlich guter Gesamteindruck von der Software, die nur durch ein übertriebenes Maß an Software geschmälert wird, die die meisten Nutzer mutmaßlich nicht verwenden werden.

Die Kamera im Acer Iconia Tab 8

Acer-Iconia-Tab-8-Rueckseite-Kamera-Linse

Bekanntermaßen lassen wir die Kamera nicht als Bewertungskriterium in unsere Noten für Tablets mit einfließen, da uns das Fotografieren und Filmen eher als tertiärer Zweck von Geräten mit diesem Formfaktor erscheint – aus praktischen wie ästhetischen Gründen. Und so gehen wir auch eher pragmatisch an die Einschätzung der Leistung, die die 5 MP-Kamera auf der Rückseite (ohne LED-Blitz) und das 2 MP-Modul an der Front, bringen. Denn so werden wir auch nicht enttäuscht.

Acer-Iconia-Tab-8-Front-Hand-gehalten-Kamera-App

Im Allgemeinen kann man bei guten Lichtverhältnissen halbwegs brauchbare mittelmäßige Bilder machen; wird’s dunkler, wird’s schlechter. Die Frontkamera reicht aus, um in halbwegs beleuchteten Räumen Videotelefonate durchzuführen. Videos können immerhin in Full HD aufgenommen werden, die Kamera-App ist angenehm und übersichtlich gestaltetet.

Acer-Iconia-Tab-8-Screenshot-Portrait-Camera-App

Irritierend ist lediglich, dass das Kameramodul ein leises Klickgeräusch von sich gibt, wenn man eine Kamera-App schließt. Hier einige Testfotos, ganz unten eines von der Frontkamera:

Jpeg
Jpeg

Jpeg

Jpeg

Performance

Acer-Iconia-Tab-8-rueckseite-Intel-Inside-Atom-Sticker-Makro

Acer verbaut in das Iconia Tab 8 ein Intel-SoC der neuesten Generation: Der Atom Z3745 besitzt vier Kerne, die standardmäßig auf maximal 1,3 GHz takten, aber in einer Art Burst-Modus vorübergehend auch 1,86 GHz erreichen können. Dazu kommen 2 GB RAM. Die Chips der Bay Trail-Plattform sind für Performance und Energieeffizienz bekannt. Allerdings setzt Intel auf die eigene x86-Architektur, während nahezu alle anderen Chiphersteller in der ARM-Architektur behaftet sind. Aufgrund dieser Tatsache können App-Inkompatibilitäten auftreten – was wir natürlich getestet haben. Ergebnis: Es gab keine Abstürze oder gar nicht startenden Apps zu beklagen. Selbst aufwändige 3D-Games (getestet haben wir unter anderem Walking Dead, Pinball und Riptide GP2) liefen problemlos.

Davon abgesehen, haben wir das Acer Iconia Tab 8 auch durch einige Benchmarks gejagt – und waren erstaunt, wie gut dieser Chip insbesondere in CPU-lastigen Leistungstests performt. Nachholbedarf hat Intel noch im Bereich der Grafik, wo man mit der eigenen Grafikeinheit zwar nicht mit den Adreno-GPUs der Snapdragon 80x-Familie mithalten, immerhin aber schon Achtungserfolge erringen kann. Abgesehen von einer Handvoll High End-Games sollte für jede App ausreichend Leistung vorhanden sein.

Benchmark Acer Iconia Tab 8 LG G3 Samsung Galaxy S5
AnTuTu 5.1 Total 32815 37047 38764
AnTuTu 5.1 UX (Multitask/Runtime) 4918/2338 6978/1946 6455/1711
AnTuTu 5.1 CPU Multi (integer/float) 3021/3640 3037/3295 2958/3683
AnTuTu 5.1 CPU Single (integer/float) 1187/1796 2069/2353 1940/2462
AnTuTu 5.1 RAM (Operation/Speed) 2635/3406 1946/1563 1919/1414
AnTuTu 5.1 IO (Storage/Database) 1139/660 1077/665 764/665
CF-Bench 1.3 Overall 30521 36199 35542
CF-Bench 1.3 Java 28505 33834 33239
CF-Bench 1.3 Native 33545 39747 39409
GFXBench v3.0.16
T-Rex Offscreen 1080p
1089
19,5 fps
1521 Frames
27,2 fps
1540 Frames
27,5 fps
GFXBench
Manhattan Offscreen 1080p
601 Frames
9,7 fps
712 Frames
11,5 fps
728 Frames
11,7 fps
GFXBench
T-Rex Onscreen
1030 Frames
18,4 fps
1142 Frames
20,4 fps
1562 Frames
27,9 fps
GFXBench
Manhattan Onscreen
528 Frames
8,5 fps
441 Frames
7,1 fps
731 Frames
11,8 fps

Subjektiv wird der Eindruck bestätigt: Ruckeln konnten wir nirgends beobachten, das System ist sowohl in Apps als auch auf dem Homescreen und auf dem Drawer so fluffig, wie man es von einem Stock Android erwarten darf. Gut gemacht, Acer – und natürlich auch Intel.

Konnektivität und Speicher

Mit 16 GB Speicher ist das Acer Iconia Tab 8 zumindest solide ausgestattet, allerdings sind 6,4 GB davon bereits vom System, also dem OS und vorinstallierten, nicht löschbaren Apps belegt. Immerhin kann man den Speicher per micro SD-Karte erweitern.

Acer hat dem Acer Iconia Tab 8 kein 3G- oder gar 4G-Modem spendiert, daher ist man auf das heimische WLAN oder einen mobilen externen Hotspot für die Online-Nutzung beschränkt. Im Test hatte das Gerät keine Probleme, stabile Verbindungen zu verschiedenen lokalen WLAN-Routern aufzunehmen, auch wenn zwei Leser im Lesertest anekdotisch berichten konnten, dass ihnen das Laden von Webseiten auf dem Acer-Gerät langsamer vorkam als auf anderen Geräten. Wir möchten diesen Eindruck nicht negieren, können ihn aber auch nicht bestätigen: Bei uns lud alles prompt und mit hervorragenden Datendurchsätzen. Acer verbaut ein Low Energy-fähiges Bluetooth 4.0-Modul, im Test funktionierte das ebenfalls problemlos – getestet wurden Audiowiedergabe und Dateiübertragung.

Das Gerät hat GPS/GLONASS an Bord, sodass es sich theoretisch als Navi-Ersatz im Auto eignet, sofern man eine entsprechende Offline-fähige App nutzt. In der Praxis hatten wir jedoch größere Probleme mit dem integrierten GPS: Satelliten wurden zwar erkannt, allerdings reichte die Verbindungsqualität nicht, um im Freien (Balkon) einen Fix zu erhalten – zwei testweise daneben gehaltene Smartphones erhielten den Fix hingegen sofort.

Acer-Iconia-Tab-8-Ports-Makro

Im positiven Sinne ungewöhnlich ist, dass Acer sein Gerät mit einem microHDMI-Ausgang bestückt. Ein entsprechendes Verbindungskabel vorausgesetzt, kann man so den Bildschirminhalt an Monitor oder Fernseher ausgeben, was im Test problemlos funktionierte – selbst Audio wurde wiedergegeben (dafür musste an unserem TV-Gerät allerdings zwingend der erste HDMI-Port verwendet werden, sonst kam Audio über die Tablet-Lautsprecher). Da der HDCP-Kopierschutz ebenfalls unterstützt wird, sollten selbst die meisten DRM-geschützten Medien bei der Wiedergabe über ein externes Gerät kein Problem darstellen. Zusammen mit den ebenfalls unterstützten Protokollen Miracast und (per separater App) Chromecast ist das Acer Iconia Tab 8 also eine sehr gute Option, um Inhalte auf den Fernseher zu spiegeln.

Im Gegensatz zu Gyroskop und Beschleunigungssensor scheint ein Kompass nicht verbaut zu sein. Das hat zur Folge, dass in Google Maps Street View der Kompass-Modus zum Erkunden einer Ansicht als Quasi-Augmented Reality-Ansicht nicht funktioniert, beim Einsatz der Google Kamera der Versuch, eine Photosphere aufzunehmen gar mit einem Absturz quittiert wird.

Fazit: Das Acer Iconia Tab 8 ist ein Gerät, das überwiegend für den Inneneinsatz konzipiert ist, und das zeigt sich auch in den Konnektivitätsoptionen und der verbauten Sensorik, denn hier hat Acer bei einigen „Nice-to-Haves“ notwendigerweise den Rotstift ansetzen müssen. Das Fehlen eines zuverlässigen GPS, eines Kompasses und natürlich von Unterwegs-Datenkonnektivität sind Konzessionen an den Preis des Gerätes und gehen vor diesem Hintergrund in Ordnung – man sollte sich dieser Defizite aber bewusst sein.

Audio

Acer-Iconia-Tab-8-Rueckseite-liegend-Speaker-schraeg

Die Stereo-Speaker des Acer Iconia Tab 8 sind angenehm laut, allerdings leider nach hinten gerichtet und dort nur an der (im Portraitmodus) unteren Rückseite angebracht. Das bedeutet, dass die Lautsprecher ihre Vorteile kam ausspielen können, denn beim Konsumieren von Videos und Spielen im Landscap-Modus kommt der Sound nur aus einer Richtung – der Hohlkörper der Hand dient hier als etwas unzuverlässiger, da häufig in der Position wechselnder, Verstärker. Auch wenn das Gerät flach auf einer ebenen Fläche liegt, verändert sich der Klangcharakter stark. So oder so klingt der Sound, insbesondere mit höheren Lautstärken, blechern und etwas flach; bei leisen Tönen ist ein subtiles Hintergrundrauschen vernehmbar. Spätestens seit dem HTC One sind Frontlautsprecher aus unserer Sicht das Nonplusultra für die mobile Soundwiedergabe, an dieses Gerät kommt das Acer Iconia Tab 8 leider nicht heran. Zum Konsum von Medien, die über gelegentliche YouTube-Videos hinausgehen (sprich: Filme und Musik) empfehlen wir daher, Kopfhörer oder externe Lautsprecher zu nutzen.

Akku und Alltag

Acer-Iconia-Tab-8-Rueckseite-Lautstaerke-Power-Button-Kamera

Noch stärker als bei Smartphones ist bei Tablets die Akkulaufzeit vom Nutzungsszenario abhängig. Nimmt man das Gerät nur gelegentlich zur Hand, um etwas im Netz nachzuschauen, hält das Gerät dank einer Kapazität von 4.600 mAh mehrere Tage ohne nachzuladen aus – bei uns im Test waren es bis zu drei Tage. Nutzt man das Iconia Tab 8 hingegen intensiv, leert sich der Akku deutlich schneller. Bei voller Displayhelligkeit und Energie-intensiven Anwendungen muss das Gerät bereits nach rund 2 Stunden nachgeladen werden, stellt man die Displayhelligkeit auf Irgendwo-um-die-60-Prozent ein, kann man aber einen kompletten Herr der Ringe-Teil (in der Extended Version) schaffen, ohne dass der Akku zur Urabstimmung schreitet – sprich 3,5 bis 4 Stunden Dauerbetrieb sollten drin sein. Das sind leicht unterdurchschnittliche Werte, aber noch im Rahmen eines normalen Nutzungsszenarios.

Im Alltag hat sich das Acer Iconia Tab 8 bewährt. Portabel ist es, wertig ist es, und gerade als treuer Begleiter auf dem Sofa, etwa zum Second Screen-Viewing hat sich das Gerät bestens bewährt. Auch wer eine mobile Abspielstation für Videos und Android-Games sucht, ist mit dem Gerät gut beraten. Schlussendlich eignet sich das Tablet aufgrund seines Formfaktors und des scharfen Displays auch gut als E-Reader.

Unser Fazit zum Acer Iconia Tab 8

Acer-Iconia-Tab-8-Landscape-schraeg-1

Nein, das Acer Iconia Tab 8 ist kein perfektes Gerät. Den Anspruch erhebt es auch nicht, denn dass der Hersteller an manchen Ecken und Enden sparen muss, um den angepeilten Preispunkt von 200 Euro zu erreichen, liegt auf der Hand. Der Spagat zwischen Wollen und Können gelingt dem Gerät aber mit Bravour. Die Einschnitte – eine unterdurchschnittliche Kamera, ein paar fehlende Sensoren, ein nur ausreichender Akku und nicht benötigte Software – werden dem Großteil seiner Nutzer nicht wehtun, der sich dafür an der tollen Verarbeitung, den Leistungsreserven und natürlich dem knackscharfen Display erfreut. Kurzum: Wer ein kompaktes Tablet bis 200 Euro sucht, findet derzeit keine bessere Alternative.

Wertung

  • Verarbeitung und Haptik: 4/5
  • Display: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Software: 4/5
  • Multimedia: 4/5
  • Akku und Alltag: 3/5
  • Kamera (nicht wertungsrelevant): 2/5

Gesamtnote: 3,7/5

Acer-Iconia-Tab-8-Test-Badge-androidnext

Pro

  • Gutes Display
  • Überzeugende Verarbeitung
  • Gute Performance

Contra

  • Gerät etwas schwer
  • GPS fehlerhaft
  • Unnötige Apps nicht entfernbar

Weitere Themen: Acer Iconia Tab 8, Acer Switch Alpha 12, Acer Iconia Tab 10, Acer Aspire Switch 11, Acer Aspire Switch 10, Acer Aspire Switch 12 S, Acer Aspire Z3, Acer Aspire R14, Acer

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