Activision Blizzard - Eine Fusion und die Geschichte dahinter

Leserbeitrag
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Ob Call of Duty, World of Warcraft, Guitar Hero oder Diablo. Keine Frage: Activision und Blizzard waren und sind bis zum heutigen Tage zwei der größten Spielehersteller unserer Zeit. Doch wie kam es dazu, dass sich die Wege zweier so großer Unternehmen  kreuzten?

Activision

Wie so oft bei großen Firmengründungen fing auch hier alles mit einem Zusammenschluss früherer Kollegen an. Die ehemaligen Atari-Spieleentwickler David Crane, Larry Kaplan, Alan Miller und Bob Whitehead schlossen sich am 01. Oktober 1979 zu Activision zusammen. Sie verließen Atari auf Grund von Differenzen zwischen ihnen und ihrem Arbeitgeber über den Spielumfang des Atari 2600.

Außerdem wurde keiner der vier wirklich am Erfolg der Konsole beteiligt. Activision stellte somit das erste, komplett unabhängige Entwicklerstudio dar, das zusätzlich noch nicht einmal seine eigene Konsole herstellte. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Unternehmensgründungen. So diente Activision als Vorbild für viele andere (z.B.: Eidos Interactive, Konami, Namco) und machte in seinen Anfangsjahren ausschließlich schwarze Zahlen, unteranderem mit dem Klassiker Pitfall!.

Nachdem sich Activision dazu entschloss nun auch Spiele für andere Konsolen und den PC zu produzieren, verließen 1984 zwei der Gründungsmitglieder (Alan Miller, Bob Whiteheard) das Unternehmen und gründeten ihr eigenes Studio namens Accolade.

Es dauerte nicht lange, da verließ ein weiteres Gründungsmitglied (David Crane) das Unternehmen, diesmal auf Grund von persönlichen Differenzen zwischen ihm und dem neuen Geschäftsführer Bruce Davis.

Doch all diese internen Probleme trübten Activision’s Erfolg in keinster Weise.

Im Jahre 1988 wurde das Studio umstrukturiert, so konzentrierte sich das Unternehmen von nun an auch auf Anwendungssoftware. Es folgte eine Umbenennung in Mediagenic.

Wenn man so will, war dies der einzig wirkliche Fehler in der Geschichte des Videospiel-Riesens; so floppte das neue Geschäftsmodel. Die Folge waren Entlassungen und letztendlich die Insolvenz. Es folgte eine weitere Neuorientierung, und genau jetzt beginnt die wohl entscheidenste Phase nach der Gründung.

Nach der völligen Neuordnung blieb nur noch der starke Entwickler-Zweig für Videospiele über. Im Dezember 1992 erhielt das Unternehmen seinen alten Namen zurück und fing mit der Produktion ganzer Spiel-Kollektionen an. Unteranderem The Lost Treasures Of Infocom, einer Hommage an den einst übernommenen Entwickler Infocom.

Durch neue Investoren finanziell erstarkt fungierte Activision immer mehr als Publisher/Herausgeber und suchte neue Kooperationen mit Entwicklerstudios. Daraus folgten Übernahmen von Raven Software (1997), Neversoft (1999) oder Infinity Ward (2003).

Blizzard Entertainment

Am Anfang standen drei Männer, deren Leidenschaft zu Videospielen so weit ging, dass sie sich im Jahre 1991 dazu entschieden ihr eigenes Entwicklerstudio zu gründen. Michael Morhaime, Allan Adham und Frank Pearce schufen mit Silicon and Synapse zuerst noch ein Garagenunternehmen.

Durch das stark begrenzte Budget konzentrierten sich die Programmierer erst einmal auf die Portierung bereits erhältlicher Brettspiele. Dies änderte sich, als der heute insolvente Entwickler Interplay Entertainment auf Sil. & Syn. aufmerksam wurde und im Zuge einer einmaligen Zusammenarbeit den Jump´n´Run-Titel The Lost Vikings veröffentlichte. Einmalig nur deswegen, weil einige Mitarbeiter illegale Kopien des Spiels vertrieben. Der folgende Rechtsstreit ging zwar juristisch gesehen gut für Sil. & Syn. aus, hinterließ allerdings einen großen Imageschaden.

Als eine Art Neuanfang folgte eine Namensänderung in Chaos Studios. Auch hier gab es rechtliche Probleme, jedoch nur um den Namen, der schon an das Label Chaos vergeben war. Auf der Suche nach einem neuen Namen durchstreiften die Mitarbeiter alle möglichen Wörterbücher bis er endlich gefunden war: Blizzard Entert.. Es sollte der letzte Namenswechsel in der Geschichte des Entwicklerstudios bleiben.

Der große Durchbuch gelang 1994 mit dem Echtzeit-Strategiespiel WarCraft Orcs & Humans, aus dessen Ideen spätere Hits wie WarCraft I-III entstanden.

Nebenbei revolutionierte das Unternehmen das Online-Gaming. Mit der Möglichkeit zu LAN-Matches mit bis zu 8 Spielern und dem ins Leben Rufen der Onlineplattform Battle.net, befand sich Blizzard auf einem aufstrebenden Ast.

Im Jahre 1996 wurde Blizzard auf ein Spiel vom neu gegründeten Studio Condor aufmerksam. Überzeugt von der Idee kaufte Blizzard Condor auf erklärte das Studio zu ihrer Tochterfirma Blizzard North. Im Dezember des selben Jahres wurde das Spiel veröffentlicht und gleichzeitiges ein neues Franchise begründet: Diablo verkaufte sich über 2,5 Millionen mal. Der dritte Teil wurde erst im letzten Monat zum vierten Mal verschoben.

1998 wurde Blizzard in die Vivendi Games Groupe integrierten und gehörten somit offiziell dem Konzern Vivendi Entert. an.

Der Mut zum Neuen setzte sich auch in den nächsten Jahren fort. Auf der Londoner Messe ECTS stellte Blizzard 2001 ihr neues Projekt namens World Of WarCraft vor. Dies stoß auf Grund der monatlichen Gebühren erst auf Abneigung. Dass es sich hierbei um wohl das erfolgreichste Online-Rollenspiel der nächsten Jahrzehnte handelte, konnte damals wohl noch niemand wissen.

Seit 2004 tummeln sich nun jetzt schon über zwölf Millionen Spieler in der virtuellen Welt. Blizzard arbeitet im Moment am dritten AddOn, das wohl wieder einige Mitternachtsverkäufe nach sich ziehen wird. Eine Begeisterung, die nicht jeder Entwickler auslösen kann.

Fusionierung

Activision bemerkte, dass sich insbesondere Ego-Shooter wie Call Of Duty nun auch sehr gut auf den Konsolen verkauften. Um diese Sparte zu stärken, begann die Suche nach einem passenden Unternehmen. Es gab mehrere Möglichkeiten, so war der eigentliche Plan einen weiteren Entwickler aufzukaufen. Den Entwickler sollten sie haben, aus dem ”Aufkaufen” wurde ein ”Fusionieren”. Ein entscheidender Punkt war natürlich auch unumstritten der große Erfolg von WoW.

Also fusionierte Activision am 10. Juli 2008 mit Vivendi Games, ein Tochterunternehmen von Vivendi Ent.. Da Vivendi Games eigentlich fast ausschließlich vom Entwickler Blizzard geführt wurde, einigte man sich auf den Namen Activision Blizzard. Entgegen dem offiziellen Namen werden jedoch Spiele wie Call of Duty, die nicht von Blizzard selber entwickelt wurden, unter dem Namen Activision rausgebracht.

Doch nicht nur das Label änderte sich, auch die Stellung der beiden Unternehmen. So lösten sie den Entwickler und Publisher Electronic Arts als Unternehmen mit dem größten Marktanteil ab und formten einen neuen Riesen in der Videospielbranche. Mit einem Jahresumsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar ist Activision Blizzard seinem Konkurrenten EA (3,09 Milliarden) immer noch voraus. Dies wirft einen ganz anderen Schatten auf den Ego-Shooter-Kampf zwischen Call Of Duty und Medal of Honor. Á propos Medal of Honor, da gibt es ja noch eine weitere Zusammenarbeit, die die Videospielgeschichte geprägt hat: EA und die ”Mutter des Multiplayers” Dice…doch das ist eine andere Geschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Weitere Themen: VMware Fusion, Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan, Call of Duty: Advanced Warfare, Destiny, Teenage Mutant Ninja Turtles: Aus den Schatten, Diablo 2 Patch, Call of Duty Online, The Walking Dead: Survival Instinct, Diablo 3 Patch, Activision Blizzard

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