Auf den Punkt: Zehn Gründe gegen Flash

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Er argumentiert präzise und urteilt hart. In einem offenen Brief tritt Apple-Chef den offenen Kampf gegen einen Standard an, der aus dem Internet derzeit kaum wegzudenken ist: Flash In bislang beispielloser Weise demontiert er den Hersteller Adobe ebenso wie dessen Technik, die er Punkt für Punkt auseinander nimmt. Sein Fazit: Flash ist obsolet und bei Apple technica non grata. Wir fassen Jobs’ zehn wichtigste Argumente in Originalzitaten zusammen, die wir frei ins Deutsche übersetzt haben.


1. Flash ein geschlossenes System

“Adobe behauptet, dass wir auf ein geschlossenes System setzen und Adobe offen ist. In Wahrheit aber ist das Gegenteil der Fall. Zwar sind Adobes Flash-Produkte weit verbreitet, das aber heißt noch lange nicht, dass sie ein offener Standard sind. Sie werden alleine von Adobe kontrolliert und sind nur bei Adobe zu haben. Nach fast jeder Definition ist Flash ein geschlossenes System.”

2. Das Internet soll offen bleiben

“Auch Apple hat zahlreiche proprietäre Produkte. Obwohl aber das Betriebssystem des iPhone iPod und iPad proprietär ist, glauben wir fest daran, dass alle Standards im Web offen sein sollten. Anstatt Flash zu benutzen, setzt Apple auf HTML5, CSS und JavaScript – alles offene Standards.”

3. Zum Anschauen der meisten Videos braucht man jetzt schon kein Flash

“Adobe hat mehrfach wiederholt, dass Apples mobile Geräte nicht auf ‘das gesamte Web’ zugreifen können, da 75 Prozent der Videos im Internet im Flash-Format vorlägen. Was sie allerdings verschweigen, fast alle diese Videos liegen auch in einem moderneren Format vor, in H.264. Besitzer eines iPhones, iPods und iPads müssen nicht auf viele Videoinhalte verzichten.”

4. Wer den App Store hat, braucht keine Flash-Spiele

“Weiter behauptet Adobe, dass man auf Apple-Geräten keine Flash-Spiele ausführen könne. Das ist wahr. Glücklicherweise gibt es aber über 50.000 Spiele und andere Unterhaltungstitel im App Store

5. Flash ist ein Sicherheitsrisiko

“Symantec hat vor kurzem darauf hingewiesen, dass Flash im Jahr 2009 auf eine der schlimmsten Bilanzen in punkto Sicherheit zurückblickt. Aus erster Hand wissen wir zudem, dass Flash der häufigeste Grund dafür ist, dass Macs abstürzen.”

6. Flash ist mobilen Geräten nicht gewachsen

“Flash funktioniert auf mobilen Geräten nicht gut. Wir haben Adobe in regelmäßigen Abständen darum gebeten, uns eine Flash-Version zu zeigen, die auf mobilen Geräten zufriedenstellend läuft – auf irgendeinem mobilen Gerät und über Jahre hinweg. Wir haben nie eine gesehen.”

7. Flashs Hardware-Unterstützung kommt zu spät

“Obowhl Flash seit kurzem die Unterstützung für H.264 hinzugefügt hat, benötigen die Videoinhalte auf fast allen Flash-basierten Webseiten bislang noch einen Dekoder älterer Generation, der in mobilen Chips nicht integriert ist und deshalb von Software ausgeführt werden muss. Der Unterschied ist erschreckend: Auf einem iPhone beispielsweise lassen sich H.264-Videos bis zu zehn Stunden lang abspielen, Software-dekodierte Videos aber laufen nur fünf Stunden lang, bis der Akku völlig leer ist.”

8. Wer für Touch-Geräte neu entwickelt, kann Flash gleich weglassen

“Flash wurde für PCs und den Einsatz einer Maus entwickelt, nicht für Touchscreens und den Einsatz der Finger. Wenn aber Entwickler ihre Flash-basierten Webseiten neu entwickeln müssen, warum sollen sie dann nicht gleich moderne Techniken wie HTML5, CSS und Javascript einsetzen?”

9. Plattformübergreifende Techniken setzen auf Kompatibilität anstatt Qualität

“Wir wissen aus schmerzhafter Erfahrung, was passiert, wenn man eine zusätzliche Software-Ebene eines Drittherstellers zwischen einer Plattform und den Entwicklern zulässt: Die führt zwangsweise zu einem schlechteren Standard der Apps und verhindert die Weiterentwicklung und den Fortschritt der Plattform. Wenn sich Entwickler von Bibliotheken und Entwicklerwerkzeugen abhängig machen, die von Dittherstellern stammen, dann können sie von den Erweiterungen der Plattform immer nur dann profitieren, wenn der Dritthersteller beschließt, die neuen Funktionen zu nutzen. Das wird sogar noch schlimmer, wenn der Dritthersteller ein plattformübergreifendes Entwicklungswerkzeug zur Verfügung stellt. Es ist nicht Adobes Ziel, Entwicklern dabei zu helfen, die besten Apps für iPhone, iPod und iPad zu schreiben.”

10. Adobe entwickelt zu langsam

“Bei der Unterstützung von Erweiterungen der Apple-Plattform war Adobe so langsam, das es weh tat. Zum Beispiel ist Mac OS X nun seit fast zehn Jahren auf dem Markt, Adobe aber hat erst vor zwei Wochen mit der Auslieferung der CS5 damit begonnen, es vollständig zu unterstützen (Cocoa). Adobe war damit der letzte der großen Dritthersteller, die Mac OS X vollständig unterstützt haben.”

Bild: Fabiano (LicoSp), “Summer Storm – Lapa, Sao Paulo”. Some rights reserved. Flickr.


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Weitere Themen: flash, Photoshop CS2, Adobe Reader für Mac, Adobe Reader, Adobe Photoshop Elements, Adobe Photoshop, Adobe Photoshop Elements 11, Adobe Creative Cloud, Adobe Flash Player, Adobe


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