Jobs gegen Adobe - Geht es nun in die heisse Phase?

Bernd Korz

Anfangs schien es nach aussen so, dass Apple und Adobe an einem Strang ziehen, das iPhone sollte der große Renner werden und Adobe war bereit, den Flashplayer in eine nächste Ära anzuheben. Als es dann damals herauskam waren alle überrascht, es gab keinen Flashsupport.

Adobe war verärgert darüber hielt sich aber bedeckt. Mit dem iPhone OS 3 hätte es besser werden können, doch ab hier machte Apple klar, dass man kein Interesse daran habe, Flash unter iPhone OS zu unterstützen, da es einfach schlecht wäre. Man beanstandete die Qualität von Flash auf Mac OS X und gab an, dass es sehr ressourcefressend programmiert sei und damit die Batterieleistung erheblich beeinflusse. Ebenso stellte Jobs klar, dass die Hardware dafür einfach zu schwach sei und man nicht auf Kosten von Flash sein Image ruiniere.

Nun ja, soweit so gut. Mit dem iPad hatte Apple aber eine neue Hardware am start die wesentlich mehr auf der Brust hat als das iPhone. Aber fast schon provokativ hatte Steve Jobs in er Vorstellung des iPad eine Webseite aufgerufen, auf der Flashinhalte waren – welche natürlich nicht angezeigt wurden. Parallel dazu kamen die Wochen davor und danach immer wieder Meldungen aus denen hervorging, dass Steve Jobs mit den Verlagen verhandelte um Flash einen weiteren Stoss zu versetzen, er ging alle großen an um diese vom iPad und dem Flashfreien Inhalt zu überzeugen. Spätestens hier hat Adobe sich in der Position gesehen, rechtliche Schritte zumindest zu überdenken.

Aber es wurde noch besser. Adobe hatte gerade seine Grafiksuite CS5 veröffentlicht und bietet hierfür einen Compiler an, der eigentlich FlashApps auch auf dem iPhone verfügbar machen sollte. Aber auch hier schob Apple schnell einen Riegel davor und hat kurzerhand für iPhone OS 4.0 die Lizenzbestimmungen so abgeändert, dass man eben auch solche Apps nicht auf dem iPhone anbieten darf. Apple hat sich hiermit noch weniger Freunde gemacht, denn auch Novell und deren .Net Clone Mono ist davon betroffen.

Wer nun sagt: “Na und, das iPhone gehört Apple und die können entscheiden was sie wollen.”, der liegt hier etwas falsch, denn auch Windows gehört Microsoft und trotzdem hat die EU entschieden, dass ein anderer Browser ebenso die Chance haben muss und das auch der MediaPlayer nicht mehr so gebundled werden darf. Mit etwa 50 Mio verkaufter iPhones und weiterer etwa 30 Mio verkaufter iPod Touch hat Apple eine Marktposition erreicht in der sie relativ bald gegen einen weiteren “Konkurrenten” ankämpfen müssen, nämlich die staatlichen Systeme wie den europäischen Gerichtshof der schon Microsoft mit nahezu einer Mrd (1.000 Mio!) Euro Strafe belegt und dazu gezwungen hat, sich zu öffnen.

In wie weit es zu einer Klage gegen Apple kommen wird bleibt abzuwarten, aber Adobe wird sich dieses Bashing seitens Jobs nicht länger gefallen lassen. Eine App nicht zu akzeptieren ist eine Sache, aber einen Konzern systematisch über rufschädigende Aussagen so zu belasten und seinem Ansehen zu schaden eine andere – und genau hier MUSS Adobe einfach tätig werden, denn ein Jobs, der erst einmal in Fahrt ist….

Die Fakten sprechen hier auch für Adobe und nicht für Apple, denn ebenso Android wie auch Windows Phone 7 sowie auch das Slate Tablett funktionieren perfekt mit Adobes Flashplayer und es gibt keinerlei Performanceprobleme. Alleine hier ist schon zu erkennen, dass Jobs eher einen kleinen Privatkrieg den Adobe führen möchte und seine Argumente eher fadenscheinig sind.

Weitere Themen: Adobe Photoshop, Adobe Reader 11, Adobe Acrobat Reader DC, Photoshop CS2, Adobe Photoshop Lightroom CC, Adobe Photoshop Elements, Adobe Reader für Mac, Adobe Photoshop Elements 11, Adobe Flash Player, Adobe

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