Mit Amazon Flex sollen Privatpersonen zum Paketzusteller werden. Sie tragen sich in einer App ein und fahren in ihren eigenen Autos Pakete zum Kunden. In den USA und Großbritannien ist der Dienst schon gestartet, kommt er bald auch nach Deutschland?

Amazon Flex: So reagiert die Konkurrenz um DHL und Hermes auf den Angreifer
Bildquelle: Amazon

Bereits letzte Woche berichteten wir über den Dienst, nachdem Stellenanzeigen für Deutschland aufgetaucht waren. Wir haben bei Amazon, DHL und Hermes nachgefragt, um weitere Informationen zu bekommen, jedoch zeigen sich alle Unternehmen schweigsam: Amazon antwortet auf unsere Anfrage: „Amazon hat hierzu keine Ankündigung gemacht und äußert sich nicht zu Spekulationen“. DHL zeigt sich ebenfalls bedeckt und lässt mitteilen: „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns zu unserem Kunden Amazon nicht weiter äußern und uns an Spekulationen über mögliche Geschäftsmodelle in Deutschland nicht beteiligen möchten.“

Hermes schreibt uns: „Wir beobachten die Entwicklung gespannt, v.a. mit Blick auf die arbeitsrechtlichen und haftungsrelevanten Herausforderungen.“ Weiter heißt es: „Vorstöße und Initiativen unserer Wettbewerber bzw. Auftraggeber kommentieren wir grundsätzlich nicht öffentlich.“

Fahrer geben gute Bewertung ab

Auf Bewertungsportalen wie Indeed lassen sich Erfahrungen von Fahrern aus den USA nachlesen. Sie sind großenteils zufrieden mit ihrem neuen Job und bemängeln meistens nur seltsame Routenführungen in der App oder den Mechanismus hinter dem Zuweisen von Zeitblöcken. Jeder Fahrer muss sich für mindestens vier Stunden in einen verfügbaren Zeitblock eintragen. Wer also denkt, er könne auf dem Weg ins Büro mal eben ein Paket mitnehmen und die Arbeit sei erledigt, der irrt.

Ein wirklich negativer Punkt ist allerdings der fehlende Ansprechpartner für die Fahrer: Bei Problemen müssen sie allein zurechtkommen. Trotzdem finden die meisten den Dienst als Nebenjob nicht schlecht. In diesem Video seht ihr, wie ein Tag als Fahrer abläuft.

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Problem der Scheinselbstständigkeit

Weitere Probleme, die Amazon noch lösen muss, ist zum einen die Gefahr der Scheinselbstständigkeit, wenn eine Person ausschließlich als Fahrer für Flex unterwegs ist. Sie sind nicht bei Amazon angestellt und müssen sich selbst um Steuern und Abgaben kümmern. Zusätzlich kommen die Kosten für Benzin hinzu. Des Weiteren ist nicht ganz klar, wie der Versicherungsschutz für Fahrer, Fracht und Unfallbeteiligte geregelt ist. Diesen Punkt spricht auch der Konkurrent Hermes in seiner Stellungnahme an. Bevor sich Amazon mit seinem neuartigen Lieferdienst an den deutschen Markt wagt, gibt es also noch einige offene Fragen.

Quelle: Amazon, Indeed, Nerd-Supreme

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