Amazon will 30 Prozent Provision plus Downloadkosten für E-Paper

Sebastian Trepesch
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Während Apple sich mit Verlegern noch uneins ist, schafft Amazon harte Fakten in Sachen Onlinezeitungs- und Zeitschriftenvermarktung. 70 Prozent des Verkaufspreises abzüglich “Lieferkosten” bekommen Verleger für ihre Publikationen auf der Kindle-Plattform, mehr als bislang. Die neuen Bestimmungen gelten ab 1. Dezember.

Amazon möchte damit seine Plattform attraktiver machen. Um sich für das 70 Prozent-Programm zu qualifizieren, muss man allerdings ein paar Punkte erfüllen. Der Händler verlangt von den Verlegern, dass die Zeitschriften auf allen Kindle-Anwendungen lesbar sind, also sowohl auf dem Kindle Reader, als auf auf dem iPhone über die Kindle-App. Zudem muss die virtuelle Zeitung zu 95 Prozent dem Printprodukt entsprechen und drei Stunden vor der Auslieferung der Papiervariante bei Amazon eingereicht sein.

Die Verleger erhalten 70 Prozent abzüglich Lieferkosten. Letztere fallen an, wenn ein Kunde den Inhalt über (für Amazon) kostenpflichtige Distributionswege lädt. Amazon berechnet die Kosten mit 0,99 US-Dollar pro Megabyte in Deutschland, 0,15 Dollar in den USA. Für die Verleger bleibt die Plattform demnach nur interessant, wenn sich die Leser die Zeitungen zum Beispiel über das heimische WiFi-Netz laden.

Auch Apple verhandelt mit den Verlagen. Neben den 30 Prozent des Verkaufspreises wie Amazon will der Computerhersteller 40 Prozent der Werbeeinnahmen in den Medien-Apps. Die Herausgeber möchten lieber einen Pauschalbetrag für die Nutzung des App Stores bezahlen. Abonnement-Möglichkeiten wie im Sommer von der Time geplant erteilte Apple eine Absage.

Weitere Themen: Amazon Fire HD 8, Amazon Fire HD 10, Amazon Fire Kids Edition, Amazon Fire 7, Kindle Paperwhite, Amazon Fire TV Stick, Kindle, Amazon Kindle Fire HD6 und HD7, Kindle Fire HDX 8.9, Amazon

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