Apple gegen Amazon: Schlechte Chancen im "Appstore"-Streit - Amazon arbeitet an iPad-Konkurrenten

Florian Matthey
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Apple streitet sich mit mehreren Unternehmen vor Gericht – darunter auch Amazon. Stein des Anstoßes ist Amazons Android-Download-Portal Appstore, durch dessen Namen Apple seine Markenrechte verletzt sieht. Nun könnte in dem Streit ein Rückschlag für Apple kurz bevorstehen. Derweil soll Amazon sogar an einem iPad-Konkurrenten arbeiten.

Apple möchte sich den Namen “App Store” schon seit einiger Zeit schützen lassen. Dagegen sträubt sich nicht nur Amazon, sondern auch Microsoft: Der Name “App Store” sei generisch, beschreibe also nur das Produkt selbst und könne sich deshalb nicht markenrechtlich schützen lassen. Microsoft und Amazon verweisen unter anderem auf den Satz “Apples App Store ist der am leichtesten zu bedienende App Store der Welt”, den Apples CEO Steve Jobs einst äußerte: Offenbar halte selbst Apples Chef den Namen für eine reine Bezeichnung.

Während sich Microsoft nur beim US-Patent- und Markenamt gegen den Markenschutz wehrt, ist Amazon im Streit mit Apple der Beklagte. Das Online-Versandhaus betreibt einen der vielen Download-Portale für Android-Apps und nennt diesen “Amazon Appstore”. Hiergegen wehrte sich Apple im März mit einer Unterlassungsklage. Doch schon drei Monate später könnte sich ein Ende des Streits abzeichnen: Die US-Bundesrichterin Phyllis Hamilton, die sich mit dem Streit befasst, deutete nach einer Anhörung in Kalifornien an, dass sie Apples Klage “wahrscheinlich” nicht stattgeben werde. Das Unternehmen habe nicht schlüssig darlegen können, dass der Amazon Appstore zu einer Verwirrung beim Kunden führen könnte.

Auch könnte Amazon mit Apple bald noch direkter in Konkurrenz treten. Das Unternehmen soll an einem eigenen Tablet-Computer arbeiten, der es noch in diesem Jahr mit dem iPad aufnehmen soll. Bis Spätherbst soll das Gerät erscheinen, das Amazon im Jahr 2011 vier Millionen mal verkaufen möchte, wie DigiTimes berichtet. Der Prozessor werde von Texas Instruments kommen, um das Display werde sich das Unternehmen Wintek aus Taiwan kümmern.

Bisher konkurrieren Apple und Amazon auf dem Tablet-Markt nicht direkt: Zwar ist das iPad auch eine Alternative zu Amazons E-Book-Reader Kindle, allerdings sind die Produkte nicht wirklich miteinander vergleichbar – auch wenn Amazon letztes Jahr mit einem Werbespot einen Vergleich anstellte.

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