Kindle Cloud Reader: Amazon wischt Apple eins aus

Sebastian Trepesch
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“Ich soll Dir von meinen Verkäufen Einnahmen abgeben? Kommt gar nicht in die Tüte, ich überlege mir lieber eine andere Verkaufsmöglichkeit!” Diese Aussage sendet Amazon mit seiner neuesten Erfindung an Apple. Der Buchversand umgeht mit dem Kindle Cloud Reader die strengen iOS-Richtlinien von Apple.

Der Kindle Cloud Reader ist eine nagelneue Web App, mit der Kindle-Bücher (also E-Books von Amazon) über den Browser gekauft und gelesen werden können. Schon bisher stellte der Buchversand mehrere Wege zur Verfügung, um die* oder * elektronischen Medien öffnen zu können:

  • Die eigene Hardware, der Kindle: Hat kein LED-Display, sondern elektronische Tinte (E-Ink). Schrift und Grafiken gibt es deshalb nur in Graustufen, dafür hält der Akku sehr lange, das Display spiegelt nicht und es ist angenehm für die Augen.
  • Auf dem Desktop-Rechner können die Bücher über kostenlose Software gekauft und gelesen werden. Mac-Besitzer finden sie im Mac App Store.
  • Die App Kindle: Für die mobilen Geräte von anderen Herstellern – zum Beispiel das iPad – stellt Amazon ebenfalls Anwendungen zur Verfügung.
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Die E-Books sollen also möglichst auf jedem Gerät gekauft und gelesen werden können, wünscht sich Amazon. Ohne die zugeschneiderten Anwendungen geht es nicht, da die Bücher kopiergeschützt sind.

Apple bereitet Amazon allerdings Probleme. Grund: Die iOS-Richtlinien erlauben nur Apps, bei denen in der App angebotene Verkäufe von elektronischen Medien (auch) über eine Schnittstelle von Apple vertrieben werden. Dabei erhält Apple allerdings 30 Prozent des Umsatzes als Provision.

Für Amazon sind die E-Books ein sehr wichtiges Geschäftsfeld. Im April hat das Unternehmen mehr elektronische als gedruckte Bücher verschickt. Natürlich will Amazon in seinen Kindle-Apps die Bücher nicht nur zum Lesen bereitstellen, sondern auch verkaufen. Und natürlich will Amazon von den Einnahmen nichts an Apple geben…

Apple hat aber schon vor einigen Monaten gedroht, Apps aus dem iTunes-Store zu werfen, die sich nicht an die Verkaufs-Richtlinie halten.

Amazon setzt deshalb ab sofort auf eine Web App. Der Weg geht hierbei – wie der Name schon sagt – über Browser und Internet. Sie ist sogar speziell auf das iPad optimiert. Die Zulassungsbeschränkungen für den App Store von Apple greifen bei diesem Weg natürlich nicht, und Apple erhält keine Provision für Verkäufe. Amazon hat Apple also eins ausgewischt.

Weitere Themen: Kindle, Amazon Fire HD 8, Amazon Fire HD 10, Amazon Fire Kids Edition, Amazon Fire 7, Kindle Paperwhite, Amazon Fire TV Stick, Amazon Kindle Fire HD6 und HD7, Amazon

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