„Reverb“: Amazon Alexa auf Android, iOS und macOS – kein Echo notwendig

Stefan Bubeck
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Jetzt könnt ihr Alexa auch ohne Echo ausprobieren: Die kostenlose App „Reverb“ dockt sich an Amazons „Alexa Voice Service“ an und bringt die digitale Assistentin Alexa auf zahlreiche Endgeräte. Wir haben Reverb auf einem iPhone 5s und einem Galaxy S7 ausprobiert.

„Reverb“: Amazon Alexa auf Android, iOS und macOS – kein Echo notwendig

Wer Alexa nutzen möchte, muss sich nicht zwingend ein Amazon Echo / Echo Dot zulegen, sondern kann ab sofort ein vorhandenes Smartphone oder einen Rechner dazu nutzen. Das gewünschte Endgerät wird mit „Reverb“ zu einer Art virtuellem Echo Dot. Wie ist das möglich? Die Entwickler der App greifen auf die Programmierschnittstelle „Alexa Voice Service API“ zu, welche Alexa-Fähigkeiten bereitstellt.

Reverb macht aus einem Android-Smartphone einen virtuellen Amazon Echo Dot

Reverb ist aktuell für macOS, iOS und Android erhältlich – eine Windows-Version gibt es leider nicht. Wir haben die App problemlos installieren können, die einzige Bedingung ist der Login zum Amazon-Konto. Danach ist Reverb – oder besser gesagt Alexa – startklar. In unserem Fall auf einem iPhone 5s und einem Galaxy S7.

Reverb for Amazon Alexa
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Preis: Kostenlos

Reverb for Amazon Alexa
Entwickler: rain.agency
Preis: Kostenlos

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Amazon Echo: Alexa Voice Service vorgestellt

Um Alexa aufzurufen, muss man in Reverb auf das Kreissymbol drücken, sprechen und am Schluss loslassen. Auf die ersten Anfragen folgte zunächst Ernüchterung: Auf „Wie wird das Wetter?“ antwortet zwar die mittlerweile vertraute Stimme von Alexa – aber leider mit dem Wetterbericht von Seattle, USA (Firmensitz von Amazon.com, Inc.). Wir fragen nach dem Weg zum Alexanderplatz in Berlin und Alexa erklärt: „Wegbeschreibungen werden momentan nicht unterstützt.“ Sehr schade – aber zum Glück kann man da ein wenig nachhelfen.

Dabei schauen wir in die persönlichen Alexa-Einstellungen, die entweder im oder per App (Amazon Alexa) aufgerufen werden können. Dort lassen sich grundlegende Informationen wie der Gerätestandort, die Zeitzone und die verwendete Maßeinheit (metrisch) hinterlegen. Damit ist Alexa wenigstens ein bisschen klüger und kann uns passende Angaben zum Wetter machen.

Amazon Alexa
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Preis: Kostenlos

Amazon Alexa
Entwickler: Amazon Mobile LLC
Preis: Kostenlos

Der zweite Kniff, den wir anwenden, soll uns bei Wegbeschreibungen weiterhelfen. Wenn uns Alexa selbst nicht Auskunft geben kann, dann vielleicht eine ihrer Skills? Wir aktivieren die Skill und fragen nochmal, aber diesmal etwas anders: „Alexa, frage BVG. Wie komme ich zum Alexanderplatz“. Jetzt kann Alexa indirekt weiterhelfen und liest uns einen passenden U-Bahn-Routenvorschlag vor.

Es gibt unzählige Skills, mit denen Alexa erweitert werden kann: Radio, PONS Wörterbuch, Rechner, Tado, Philips Hue und viele mehr. Eine Übersicht der Skills findet ihr direkt bei Amazon.

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Reverb zeigt nur zum Teil, was Alexa kann

Macht Reverb ein iOS- oder Android-Smartphone zum vollwertigen Amazon-Echo-Ersatz? Nein, leider nicht ganz. Vereinzelt reagierte Reverb gar nicht oder erst Sekunden später auf Anfragen. Noch sind Alexas Fähigkeiten im Zusammenspiel mit Reverb zu eingeschränkt (Wegbeschreibungen), außerdem wird der Zugriff auf Spotify und Amazon Music derzeit noch nicht unterstützt – ersatzweise bietet sich Kodi an, um etwa Musik abzuspielen. Bleibt zu hoffen, dass ein Update an diesen Stellen nachbessert.

Kodi
Entwickler: XBMC Foundation
Preis: Free

Was Reverb aktuell leisten kann: Erstens einen Einblick in die Funktionsweise von Alexa geben, wenn auch nur in einem begrenzten Umfang. Zweitens – und das ist der Idealfall – einen Amazon Echo / Echo Dot an den Stellen ersetzen, wo man sich zwar Spracherkennung wünscht, aber keine Hardware installieren möchte. Ein Smartphone hat man überall dabei, so kann man mit Alexa von der Garage aus das Licht in der Küche steuern oder den Bewegungsmelder in der Wohnung aktivieren, wenn man schon im Auto sitzt. Reverb ist für Alexa-Interessierte auf jeden Fall einen Versuch wert.

Quelle: Reverb

Weitere Themen: Amazon Echo, Amazon Fire TV Stick, Amazon Fire HD 8, Amazon Fire HD 10, Amazon Fire Kids Edition, Amazon Fire 7, Kindle Paperwhite, Kindle, Amazon Kindle Fire HD6 und HD7, Amazon

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