Kindle Vergleich: Die Unterschiede bei Amazons E-Readern

Marco Di Lorenzo

Vor einigen Jahren als die ersten E-Book-Reader herausgekommen sind, hatte man es noch leicht: Es gab die Auswahl zwischen dem Kindle und ein paar Readern anderer Hersteller. Doch mittlerweile bietet alleine Amazon vier verschiedene Modelle des Kindles an. Zusätzlich kann man meist noch zwischen einer WiFi-Only- und einer 3G-Version wählen. Der Preisunterschied zwischen dem billigsten – knapp 70 Euro – und dem teuersten Modell – knapp 350 Euro – ist enorm. Hier erfahrt ihr, für wen sich der Aufpreis auszahlt und wo ihr besser spart.

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Kindle Voyage: Promo-Video

Kindle Vergleich: Die Unterschiede im Schnellüberblick

Kindle Kindle Paperwhite Kindle Voyage Kindle Oasis
 
Amazon Kindle
 
Kindle Paperwhite
 
Kindle Voyage
 
Kindle Oasis
Auflösung  167 ppi  300 ppi  300 ppi  300 ppi
Beleuchtung  nein  ja  ja  ja
Abmessung 160 x 115 x 9,1 mm 169 x 117 x 9,1 mm 162 x 115 x 7,6 mm 143 x 122 x 3,4-8,5 mm
Gewicht 161 Gramm WLAN: 205 Gramm
WLAN + 3G: 217 Gramm
WLAN: 180 Gramm
WLAN + 3G: 188 Gramm
WLAN: 131/238 Gramm
WLAN + 3G: 133/240 Gramm
ohne / mit Hülle
Extras - - PagePress-Tasten mit haptischem Feedback.
Umgebungslichtsensor
Metallgehäuse mit Glasdisplay
inkludierte Lade-Hülle
Haltefläche mit Umblättertasten
dünnster und leichtester Kindle
Farben  Schwarz & Weiß  Schwarz & Weiß  Schwarz  Schwarz
Preis mit Spezialangeboten: € 69,99
ohne Spezialangebote: € 79,99
WiFi-Only:
mit Spezialangeboten: € 119,99
ohne Spezialangebote: € 139,99WiFi + 3G:
mit Spezialangeboten: € 179,99
ohne Spezialangebote: € 199,99
WiFi-Only: € 189,99
WiFi+ 3G: € 249,99
WiFi-Only: € 289,99
WiFi+ 3G: € 349,99

Amazon Kindle – eine Grundsatzentscheidung

Vor dem Kauf ist eines wichtig zu wissen: Mit dem Kauf eines Kindles bindet ihr euch an Amazon. Das bedeutet, dass das Gerät nur das hauseigene Dateiformat und Standards wie JPEG, PDF und TXT unterstützt. Ein E-Book im weit verbreiteten Format EPUB bekommt ihr nicht ohne Weiteres auf das Gerät. Dazu müsst ihr euch schon eines Workarounds bedienen – entweder in Form eines Jailbreaks oder indem ihr das EPUB-Format mittels geeigneter Software konvertiert. Beides ist aber aufwendig und nur für rechtefreie Bücher möglich. Vor dem Kauf eines Kindles sollte man daher einen Blick auf das E-Book-Angebot von Amazon werfen und sich mit Auswahl und Preisen anfreunden. Mit Kindle Unlimited wird auch eine Flatrate für 9,99 Euro angeboten, die aber bei weitem nicht alle Bücher beinhaltet.

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Kindle Kaufberatung: WLAN oder 3G

Bis auf den billigsten Kindle, werden alle anderen optional mit 3G angeboten. Der Preis erhöht sich jeweils um 60 Euro. Zusätzlich zur WiFi-Verbindung könnt ihr Bücher damit auch unterwegs über die mobile Datenverbindung herunterladen. Dafür braucht ihr keine SIM-Karte, geschweige denn einen Datentarif: Alles ist bereits integriert und Amazon übernimmt die Kosten. Die 3G-Verbindung lässt sich in über 100 Ländern nutzen. Damit lässt sich nicht nur das gesamte (Bücher-)Angebot auf Amazon durchstöbern, sondern auch per integriertem Browser auf Wikipedia surfen. Weil heute aber sowiesp schon fast überall WLAN verfügbar ist, zahlt sich die 3G-Version nur für User aus, die sehr viel unterwegs und ständig auf der Suche nach neuem Lesestoff sind. Grundsätzlich sollte es aber kein Problem bereiten, genug E-Books auf den Reader zu packen, bis das nächste mal eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht.

Der Kindle für‘s kleine Budget

Amazon Kindle
Erst vor kurzem hat Amazon eine neue Generation seines Einstiegs-Readers mit dem simplen Namen Kindle herausgebracht. Dieser ist weiterhin für knapp 70 Euro – dafür nun auch in den Farben schwarz und weiß – zu haben. 3G ist bei diesem Modell nicht verfügbar.

  • Bei der Option mit Spezialangeboten erscheinen im Ruhemodus gesponserte Bildschirmhintergründe, die für neue Bücher und andere Produkte werben. Während man das Gerät verwendet, bleibt man aber gänzlich von Einblendungen verschont. Die Version ganz ohne Spezialangebote kostet um 10 Euro mehr, also insgesamt knapp 80 Euro.
  • Das Gerät besitzt wie alle anderen Modelle ein 6-Zoll-Display. Die Auflösung ist mit 167 ppi die niedrigste der ganzen Kindle-Serie.
  • Auf dem 3 GB großen Speicher sollten tausende Bücher Platz haben. SD-Karte kann man bei keinem Modell einlegen. Amazon verspricht, dass der Akku dank E-Ink-Display selbst bei Verwendung wochenlang halten sollte.
  • Den Kindle bedient ihr mittels Touchscreen – zusätzliche Tasten, außer dem Power-Button, gibt es keine. Das Gerät misst 160 x 115 x 9,1 mm und ist 161 Gramm schwer. Es besteht aus gummiertem Plastik und ist an den Kanten neuerdings auch leicht abgerundet.
  • Verzichten müsst ihr beim Einsteigermodell auf eine integrierte Beleuchtung und wie erwähnt, ein hochauflösendes Display. Die neue Generation des Kindles wird ab 20. Juli 2016 ausgeliefert. Bis dahin ist auch noch der Vorgänger verfügbar.

Kindle Paperwhite – Preis-/Leistungssieger

test-kindle-paperwhite-e-book

Auch der Kindle Paperwhite ist mittlerweile optional mit Spezialangeboten am Sperrbildschirm verfügbar. Zusätzlich hat man die Wahl zwischen 3G oder nur WLAN und einer Schwarzen- und einer Weißen-Version.

  • Das Modell ist ab knapp 120 Euro zu haben und bietet mit 300 ppi ein fast doppelt so hoch-auflösendes Display als der Kindle.
  • Ansonsten gibt es in Sachen Design und Größe kaum Unterschiede. Das Gerät misst 169 x 117 x 9,1 mm. Mit 205 (WiFi-Only) bzw. 217 Gramm (WiFi + 3G) ist der Paperwhite der schwerste Kindle.
  • Dafür lässt es sich dank integrierter Beleuchtung damit auch im Dunkeln lesen – trotzdem sollte der Akku wochenlang halten. Wie bei den anderen Modellen, habt ihr auch hier 3 GB internen Speicher für Bücher zur Verfügung.

Hier geht’s zum ausführlichen Test des Kindles Paperwhite.

Kindle Voyage – edles Design

Kindle-Voyage

Beim Kindle Voyage hat Amazon vor allem in Sachen Verarbeitung an den Stellschrauben gedreht: Das Gerät besteht aus einem Magnesiumrahmen, der für besseren Grip an der Rückseite gummiert wurde.

  • Dank der Materialwahl ist der Voyage mit rund 180 Gramm um einiges leichter als der Paperwhite. Der Screen besteht diesmal aus Glas und ist bündig in den Rahmen eingearbeitet. Größe und Auflösung bleiben mit 6-Zoll und 300 dpi gleich.
  • Umblättern könnt ihr weiterhin mittels Wischgeste über den Touchscreen, aber auch über Sensoren, die in den rechten und linken Rand eingearbeitet wurden. Beim Druck bekommt der Nutzer ein Vibrations-Feedback. Dank Umgebungslichtsensor passt sich die Beleuchtung automatisch in der Helligkeit an.
  • Der Kindle Voyage misst 162 x 115 x 7,6 mm. Er kostet knapp 190 Euro in der WiFi-Only-Variante und 250 Euro mit integriertem 3G. Eine Version mit Spezialangeboten ist bei diesem Modell nicht erhältlich.

Kindle Oasis – ultra dünn und federleicht

test-kindle-oasis-amazon-hand

Der Kindle Oasis misst an der dünnsten Stelle gerade einmal 3,4 mm. Das Design hebt sich stark von den anderen Modellen ab: So ist das Gerät asymetisch aufgebaut und bietet an einer Seite eine dickere, ergonomische Haltefläche. Dadurch soll es laut Amazon perfekt ausbalanciert und einhändiges Lesen viel angenehmer sein. Egal ob Links- oder Rechtshänder – die Seitenausrichtung passt sich automatisch an. Direkt über dem Daumen sind Tasten für das Vor- und Zurückblättern platziert.

  • Der Kindle Oasis ist mit einer Breite von 122 mm und einer Höhe von 143 mm noch einmal ein Stück kompakter als die anderen Modelle. Das Gehäuse besteht aus Metall. Beeindruckend ist das Gewicht von nur rund 130 Gramm.
  • Die Beleuchtung des 6-Zoll-Display wurde verbessert und soll beim Oasis heller und gleichmäßiger sein. Dafür hat im dünnen Gehäuse kein Helligkeitssensor mehr Platz gefunden, weshalb im Gegensatz zum Kindle Voyage wieder manuell geregelt werden muss.
  • Auch bei der Akku-Größe mussten wohl Abstriche gemacht werden: Während offiziell dazu keine Angaben gemacht werden und auch beim Oasis von wochenlanger Batterielaufzeit die Rede ist, kritisieren viele Käufer, dass ihr Kindle schon nach Stunden schlapp macht.
  • Amazon integriert aber einen Extra-Akku in die mitgelieferte Lederhülle, die in den Farben Bordeaux, Schwarz und Walnuss verfügbar ist. Sie wird magnetisch mit dem Kindle verbunden und verlängert somit die Laufzeit. Das Case kann wie ein Bucheinband das Display schützen oder während des Lesens nach hinten geschlagen werden. Dabei wird das Gerät automatisch aus dem Ruhezustand geholt. Zusammen mit Hülle bringt es das an sich leichte Gerät aber auf rund 240 Gramm.
  • Der Kindle Oasis ist mit Abstand der teuerste Amazon E-Book-Reader: Die WLAN-Variante kostet knapp 290 Euro – will man zusätzlich 3G muss man gar 350 Euro berappen.

Hier geht’s zum ausführlichen Test des Kindles Oasis.

Kindle Vergleich: Fazit

kindle

Die Kindle-Reihe gehört nach wie vor zu den besten E-Readern auf dem Markt. Wer sich dafür entscheidet, muss sich aber auch bewusst sein, dass er sich damit an das Angebot von Amazon bindet. Ähnlich, als wenn man sich eine Nespresso-Kaffeemaschine zulegt. In den Grundfunktionen sind sich die Kindle-Modelle ziemlich ähnlich. Alle besitzen zudem einen 6-Zoll-Touchscreen, mit rund 3 GB Speicher genug Platz für tausende Bücher und eine WLAN-Schnittstelle. Diese reicht nach unserer Meinung auch aus – somit kann man 60 Euro einsparen, wenn man auf die 3G-Option verzichtet. Für Kindle und Kindle Paperwhite sind zudem mit Spezialangeboten in Form von Werbe-Bildschirmschonern verfügbar, die aber in der Praxis kaum stören – so bekommt man die Geräte noch einmal um 10 bzw. 20 Euro günstiger.

Für Gelegenheitsleser bietet Amazon mit dem Kindle um 69,99 Euro einen E-Reader zum Schnäppchenpreis. Leseratten sollten aber wegen des viel schärferen Displays zum 50 Euro teureren Kindle Paperwhite greifen. Das aktuelle High-End-Gerät, der Kindle Oasis, ist mit einem Preis von 290 bzw. 350 Euro schon extrem teuer. Außerdem dürfte der verbaute Akku nicht so lange halten, wie bei den anderen Modellen. Wenn ihr beim Lesen öfter am Rücken liegt und deshalb unbedingt auf einen leichten Reader Wert legt, könnte der Oasis mit seinen 131 Gramm aber perfekt für euch sein.

Und hier erfahrt ihr alles über Kindle Hörbücher.

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