Fotorealismus in Spielen - Wann wird das Spiel zum Film

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(Pille) Vor 30 Jahren reichten ein paar Pixel, die zwei Schläger und einen Ball darstellten, um die erste Generation von Gamern stunden- und tagelang an den Bildschirm zu fesseln. Heute bewegen wir Spielfiguren, die aus tausenden Polygonen zusammengesetzt sind, durch nahezu fotorealistische Spielwelten, in denen von Lichtreflexionen über dynamische Schattenwürfe, bishin zu realistischer Umgebungsphysik die Wirklichkeit in detailgetreuem Zustand dargestellt wird.

Fotorealismus in Spielen - Wann wird das Spiel zum Film

In Zukunft werden wir unsere Screenshots aus dem neuesten Shooter nichtmehr von unseren Urlaubsfotos unterscheiden können… werden wir? Wird es jemals Fotorealismus in PC- und Videospielen geben? Wird die Hardware dazu je in der Lage sein, sowohl Grafik, als auch KI zu stemmen? Und wieviel Platz würden solche Spiele überhaupt auf einem Datenträger belegen? Schon jetzt kommen Titel auf meheren DVDs heraus. Werden solche Spiele dann auf vier Blu-Ray-Discs geliefert werden?

So unwahrscheinlich scheint das nicht zu sein, wenn man sich anschaut, was heutzutage in Filmen mit Computertechnik alles möglich ist. Ob Matrix oder Herr der Ringe. Den wenigstens Menschen wird wohl aufgefallen sein, dass die Gesichter der Helden in der berühmten Kampfszene auf einer New Yorker U-bahn zwischen Dr. Octopus und Spiderman komplett am Computer entstanden sind. Natürlich liegen zwischen einer vorgerenderten Actionsequenz und dem, was von einem gewöhnlichen PC in Echtzeit berechenbar ist Welten, die Dinosaurier die wir vor vor gut 15 Jahren in Steven Spielbergs damaligen Effekt-Feuerwerk Jurassic Park über die Leinwand hetzten, könnten uns in aktuellen Games aber wahrscheinlich schon in etwa dieser Form über den Weg laufen. Bedeutet das also, dass wir in 15 Jahren mit Spielen rechnen können, die wir nicht mehr von der Realität unterscheiden können?

Erst kürzlich zeigten die Chipspezialisten von AMD auf einer Pressekonferenz in New York, was mit moderner Technik schon jetzt alles machbar ist. Mit der Technik Cinema 2.0 ist es möglich erstaunlich echt wirkende Gesichter von Menschen zu animieren. Hierzu wird ein Mensch mit hunderten von HD-Kameras abgelichtet um exakte 3D-Konturen zu erhalten. Das Ergebnis ist äußerst beeindruckend und laut AMD sollen sich auch bereits einige Spielehersteller wie Crytek und Blizzard für die Technik interessieren.

Zu den Menschen, die sich in unserem Land sehr für den Realitätsgrad von Computer- und Videospielen interessieren zählen auch die Jugendschützer. Je realistischer ein Spiel ist, desto höher ist auch die Chance auf eine Indizierung bzw. höhere Einstufung.
Ein gutes Beispiel für das Verhältnis zwischen grafischem Realismus und Altersfreigabe ist das Boxspiel “Fight Night” von Electronic Arts. Während die ersten beiden Teile noch eine Altersfreigabe von 6 Jahren erhielten, wurde der aktuellste Teil der Serie, der sich unter anderem durch seine besonders realistische Grafik auszeichnet, mit einem “ab 16″-Siegel versehen.

Man kann sich also gut vorstellen, wie die USK auf Spiele reagieren würde, in denen fotorealistische Gewalt zu sehen wäre.

Der steigende grafische Realismus von Spielen ist heute abend auch eines unserer Topthemen in The Show.
Dazu im Interview haben wir unter anderem Hartmut Gieselmann, Redakteur der Computerzeitschrift C’t und Cevat
Yerli, geschäftsführer Crytek.

Eure Fragen, Meinung wie immer in die Comments, damit Eddy und Nils sie aufgreifen können.

Weitere Themen: AMD Catalyst Software Suite, AMD Trinity, AMD

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