AMD wollte Nvidia und bekam ATI

Vor knapp sechs Jahren hat der Chip-Hersteller Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) den kanadischen Grafikchip-Hersteller ATI übernommen. Wie jetzt bekannt geworden ist, war das Unternehmen aber nicht die erste Wahl von AMD: Man hatte vorher versucht mit dem direkten Konkurrenten Nvidia ins Geschäft zu kommen.

AMD wollte Nvidia und bekam ATI

Das Forbes Magazin berichtet unter Berufung auf einige ehemalige Mitarbeiter, dass man bei AMD ursprünglich die kalifornische Firma Nvidia kaufen wollte. Es soll auch zu ersten Verhandlungen gekommen sein, die aber letztlich scheiterten, weil Jen-Hsun Huang, Mitbegründer und Chef von Nvidia, nach der Fusion den CEO-Posten (Chief Executive Officer) für sich beanspruchte. Nachdem man sich mit den Kaliforniern nicht einigen konnte, blieb eigentlich nur noch ATI. 2006 übernahm dann AMD die Firma für rund 5,4 Milliarden US-Dollar und erweiterte damit seine Produktpalette mit leistungsfähigen Grafikchips. Anfangs behielt man noch den Namen ATI für den Grafik-Bereich, aber inzwischen laufen die Produkte unter der Bezeichnung AMD Radeon.

Der Grund, warum AMD unbedingt einen der beiden Grafikspezialisten für sich gewinnen wollte, lag auf der Hand: Die Fertigungsprozesse für Prozessoren wurden immer effizienter und man war sich bewusst, dass in Zukunft die Möglichkeit bestehen wird, eine Grafikeinheit in eine CPU zu integrieren. Da Intel bereits über eine eigene Grafikchip-Abteilung verfügte, musste AMD mit Nvidia und ATI verhandeln, um sich gegen den Rivalen zu wappnen. Inzwischen werden entsprechende Lösungen bereits gefertigt. Man kann nicht genau sagen, wie sich beide Firmen entwickelt hätten, wenn es zum Zusammenschluss gekommen wäre, aber ohne Fusion steht Nvidia mit einem Marktwert von 9,7 Milliarden US-Dollar heute besser da als AMD mit 5,2 Milliarden US-Dollar.

Weitere Themen: AMD Radeon HD, AMD Trinity, ATI Catalyst Grafikkarten-Treiber, Nvidia

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