2011 – das Jahr der Apple-Kopisten

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Seit iPad, iPhone und iPod den Markt aufgemischt haben, machen alle Hersteller unfreiwillig Werbung fürs Original. Apples Konkurrenz ist zu einer Parade schlechter Nachahmer und Verlierer verkommen.

Wer nach den Begriffen „iMac-Konkurrent“ (468 Ergebnisse), „Mac-Pro-Konkurrent“ (1 Ergebnis) oder „Mac-mini-Konkurrent“ (1.930 Ergebnisse) im Internet sucht, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass Apples Mitbewerber aus dieser Richtung keine besondere Gefahr wittern. Noch immer zu eigenbrötlerisch scheint Apples stationäre Computer-Produktlinie für die breite Masse zu sein, die mit hässlichen und billigen Geräten sowie Microsoft Windows zufrieden ist.

Bei Eingabe des Suchbegriffs „iPod-Konkurrent“ in Google erhält man aber schon 17.300 Ergebnisse. Auch wenn der iPod mittlerweile bei Apple eine weniger bedeutende Rolle als iPad und iPhone spielt, war dieser doch das erste Produkt, für das alle möglichen Hersteller einen Konkurrenten aufbauen wollten. So gibt es unter anderem Galaxy Player (Samsung), Gmini (Archos), Mobile Jukebox (Medion), Sansa (SanDisk), Vaio Pocket Sony , Zen (Creative) und Zune Microsoft .

Bei Eingabe des Suchbegriffs „iPad-Konkurrent“ in Google erhält man erstaunliche 34.400 Ergebnisse, erstaunlich vor allem insofern, als dass es sich um ein Produkt handelt, das zugleich einer völlig neuen Kategorie angehört. Die meisten jener „Konkurrenten“ sind allerdings von geringerem Bekanntheitsgrad als das iPad, existieren überhaupt noch nicht oder waren im Vergleich zum iPad nur Eintagsfliegen. Da wären beispielsweise Cius (Cisco), Eee Pad (Asus), Galaxy Tab (Samsung), HannsPad (Hannspree), Interpad (E-Noa), Joojoo (Fusion Garage), Journ.E Touch (Toshiba), PlayBook (RIM), Slate (Hewlett-Packard), Smartpad (1&1), Streak (Dell), Touchpad Tablet (Hanvon), WePad (Neofonie) und Xoom (Motorola).

Zweifelsfrei gibt es auch mehr als genug „iPhone-Konkurrenten“. Apple hat hier nicht nur aus dem Stand heraus sämtliche Mitbewerber in eine vorwiegend defensive Haltung versetzt, die auffällig oft dem zu folgen versuchen, was Apple vorgibt. Gleichzeitig wurden in der Einführungsphase auch weltweit Mobilfunkanbieter mit ins Vertriebskonzept integriert, so dass der Neuankömmling am Markt auf vorhandene Vertriebskanäle setzen konnte. Google gibt beim Begriff „iPhone-Konkurrent“ bemerkenswerte 43.700 Ergebnisse an, das ist sogar mehr als bei Eingabe des Begriffes „VW-Golf-Konkurrent“ und spricht für einen Massenmarkt, was sich kaum jemals jemand in Sachen Smartphones ausgemalt hätte. Die Zahl der tragbaren Multitalente scheint endlos groß zu sein, neben dem Blackberry Storm (RIM) sind da unter anderem noch Desire HTC , Galaxy S (Samsung), Idou (Sony Ericsson), M9 (Meizu), N8 (Nokia), Nexus One (Google), Ophone (Lenovo) und Pre (Palm) zu erwähnen.

Apples iDevices sind mittlerweile ausnahmslos große Erfolge. Die Reaktion der Konkurrenz darauf ist ein bedingt ähnliches Produkt, eine schlechte Kopie, deren einzig hervorstechendes Merkmal die Absicht zu sein scheint, aufs Trittbrett eines schon erfolgreich fahrenden Zuges aufzuspringen. Nur wer will schon eine Beatles-Kopie, eine Donald-Duck-Kopie, eine FRITZ!Box-Kopie, eine Leica-Kopie, eine Porsche-Kopie, eine Swatch-Kopie oder auch nur eine James-Bond-Kopie? Wer die Autobiografie des britischen Staubsauger-Pioniers James Dyson gelesen hat, der weiß, wie dumm und ängstlich große Konzerne heute sind. Der Erfinder der Staubsauger ohne Drecksack hat jahrelang versucht, seine Erfindungen bei namhaften Herstellern an den Mann zu bringen. Alles aber, was man ihm entgegenbrachte, waren Anstrengungen, seine Erfindung zu kopieren, so dass Dyson einen Großteil seiner Zeit damit verbrachte, Prozesse zu führen. Heraus gekommen ist im Endeffekt, dass Dyson seine Sauger selbst herstellte und nun einer der erfolgreichsten Hersteller auf diesem Gebiet ist.

Niemand will eine Kopie, sondern alle wollen das Original. Und bei der überwiegenden Mehrzahl der vorgestellten Konkurrenzprodukte handelt es sich allenfalls um unvollständige Nachahmungen mit vielleicht wenigen Vorteilen, aber vielen Nachteilen – und billiger sind sie auch nur selten oder in ausreichendem Maße. Es wäre daher an der Zeit für viele namhafte Hersteller, eigene Wege zu beschreiten und nicht das nachzuahmen, was einem selbst nicht einfiel oder wozu man zuvor nicht den Mut hatte. Die Zahl der Apple-Trittbrettfahrer ist aber zwischenzeitlich unerträglich hoch und führt bei den Käufern allenfalls zu Verdruss, auch weil dahinter gerade mal ein Wille, nicht aber eine Fähigkeit steckt.

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