Abwerbe-Absprachen: Apple, Google und Co. müssen sich vor Gericht verantworten

von

Ende 2010 einigten sich Apple, Google, Intel und andere IT-Unternehmen mit dem US-Justizministerium in einem Streit um Abwerbe-Absprachen. Das Thema hat sich seitdem aber nicht erledigt: Fünf Ingenieure haben die Unternehmen in den USA verklagt, eine Zurückweisung der Klage hat das mit dem Fall befasste Gericht nun abgelehnt.

Abwerbe-Absprachen: Apple, Google und Co. müssen sich vor Gericht verantworten

Die Kläger werfen den Unternehmen vor, die Job-Chancen ihrer Mitarbeiter durch die Abwerbe-Absprachen verringert und ihr Gehalt künstlich niedrig gehalten zu haben. Zwischen den Unternehmen, zu denen auch Adobe, Intuit, Pixar und Lucasfilm gehören, soll es Absprachen gegeben haben, keine Mitarbeiter voneinander abzuwerben.

Unter anderem soll der letztes Jahr verstorbene Apple-CEO Steve Jobs im Jahr 2007 eine Mail an den damaligen Google-CEO Eric Schmidt geschickt haben, in der er sich über ein Abwerben eines Apple-Entwicklers beschwerte. Er würde sich freuen, wenn Googles Anwerbungs-Abteilung damit aufhörte. Schmidt habe die Mail dann intern mit der Anweisung weitergeleitet, solche Vorgänge zu beenden. Googles Personalchef soll sich dann bei Steve Jobs entschuldigt haben, der Mitarbeiter, der den Entwickler abgeworben hatte, sei entlassen worden.

Zu diesem Zeitpunkt war Schmidt noch ein Mitglied des Apple-Verwaltungsrates – die Unternehmen waren im Jahr 2007 noch keine direkten Konkurrenten. Dennoch spricht vieles dafür, dass hinter dem Vorgang mehr als eine unternehmerische Freundschaft besteht.

Die mit dem Fall befasste Bezirksrichterin Lucy Koh kann wohl auch deshalb die Behauptung der sieben beklagten Unternehmen nicht nachvollziehen, dass es ein Zufall sei, dass die Firmen miteinander insgesamt sechs geheime Vereinbarungen innerhalb von zwei Jahren mit einem vergleichbaren Inhalt abschlossen. Es spreche viel dafür, dass es sich um ein kollusives Zusammenwirken und eben keinen Zufall handle.

In der Einigung mit dem US-Justizministerium Ende 2012 verpflichteten sich die Unternehmen lediglich, entsprechende Vereinbarungen in Zukunft zu unterlassen – sie erklärten aber gleichzeitig, dass sie nichts Unerlaubtes getan hatten. Die heutigen Kläger glauben allerdings, dass den Mitarbeitern der Unternehmen durch die Vereinbarungen in der Vergangenheit Millionen an potentiell höheren Löhnen verloren gingen. Dementsprechend fordern sie nun Schadensersatz.

Display beim iPhone kaputt? Kein Problem: Reparier es selbst mit dem GIGA & Fixxoo DIY-Set für die iPhone Display-Reparatur - schnell, einfach und preiswert!

Steve Jobs

Weitere Themen: iMac mit 5K Retina Display, iTunes Karte, iPhone 4s, Apple Lightning, iPhone 3GS, iPad Air, Fingerabdruckscanner, iPad maxi, iPod Touch 4, Google


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

Anzeige
GIGA Marktplatz