Analysten: AAPL-Talfahrt kein Grund zur Sorge

Flavio Trillo
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Der aktuelle Abwärtstrend der Apple-Aktie ist eine Begleiterscheinung des großen Erfolgs von iPad und iPhone. Das meinen zumindest Analysten der UBS. Sie gehen davon aus, dass AAPL sich erholen wird — wenn auch nicht sofort. Welche Optionen hat Apple, wenn die Anteile am Smartphone- und Tabletmarkt langsam schwinden?

Analysten: AAPL-Talfahrt kein Grund zur Sorge

Apple sei es nicht gewohnt, unter Beschuss zu stehen. Früher, mit David “Mac” gegen Goliath “Microsoft PC” war das Unternehmen ein sympathischer Underdog. Auch mit dem iPod, der zu Beginn alles andere als erfolgreich war, konnte man gewisse Bedürfnisse nach etwas „anderem“ befriedigen. Die enorme Dominanz des Marktes für MP3-Player hatte außerdem zur Folge, dass dem iPod niemals wirklich jemand gefährlich wurde.

Anders zu Zeiten hochwertiger Smartphones von Herstellern wie Samsung, HTC und LG, sowie vernünftiger Tablets ebendieser Unternehmen. Apple ist nicht mehr unangefochtener Herrscher oder aber augenscheinlich chancenloser Nischenanbieter. Das Territorium genau dazwischen, da wird es gefährlich. Die Marktanteile unter Smartphones und Tablets stagnieren oder schwinden, auch wenn die Zahl verkaufter Geräte steigt.

Das bedeutet, dass die Konkurrenz an Boden gewinnt — eine Entwicklung, der Apple entgegenwirken müsse. Die Frage ist nur, wie? Investoren, die auf schnelle Gewinne von morgen aus sind, würden vermutlich probieren, die verlorenen Marktanteile so schnell wie möglich wieder zurückzugewinnen. Dazu wären günstigere und eventuell auch größere Smartphones nötig, um Android wieder ein paar Prozent abzuluchsen.

Doch pflegt man so in Cupertino nicht zu agieren. Übereilte, halbgare Produkte sieht man nur selten in Apple Stores, auch wenn natürlich iPhones und iPads der Vergangenheit nicht fehlerfrei waren. Eines der Attribute, die man Apple wohl oder übel zuschreiben muss, ist der richtige Riecher für Bedürfnisse der Anwender, von denen nichtmal diese wussten, dass sie existieren.

Gemäß UBS-Dokumenten, die uns vorliegen, schätzen die Analysten viel mehr, dass Tim Cook sein Unternehmen in neue Kategorien führt. Das Zauberwort heißt hier „horizontale Diversifikation“, also die Erweiterung der Produktpalette um Geräte, die zwar zum gleichen Wirtschaftsstrang gehören, aber neue Kunden durch neue Problemlösungen hinzuzugewinnen. Stichwort: iWatch.

„Viele Hersteller würden schnell ein 5- oder 6-Zoll-Gerät auf den Markt werfen; Apple wird das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht tun“, schreibt UBS.

Aufgrund dieser Prognose behalten die Beobachter ihre Kaufempfehlung für AAPL-Papiere bei und sehen eine Preisentwicklung hin zu 600 US-Dollar pro Aktie voraus. Da die Kurse aber nach wie vor vergleichsweise niedrig sind, erwartet man zunächst weiteren Abstieg, bevor es alsbald wieder bergauf geht.

Das ist mehr als ein „Dinge werden besser, wenn sie vorher schlechter waren“. Es zeigt, dass kurzfristige Kursabfälle organisch sind und ihnen nicht immer durch hastige Maßnahmen entgegen gewirkt werden muss. Statt dessen gilt es, die Produkte im Auge zu behalten und sich für das langfristige Wohlergehen des Unternehmens im Markt zu positionieren. Was das angeht, hat Apple bisher ein recht sicheres Händchen bewiesen.

(Bild: A roller coaster ride at a theme park via shutterstock)

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, Apple Special Event Oktober 2014, iTunes, iTunes für Mac, iOS, App Store, The Swift Programming Language – Handbuch , OS X Yosemite, iOS 7, Apple

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